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Dattenberg

Gemeinderat hat entschieden: Dattenberg kann bei Kanalbau kräftig sparen

Simone Schwamborn

Im Frühjahr hatten sich die Gemeinde Dattenberg und das Abwasserwerk geeinigt, für das zukünftige Gewerbegebiet „Auf der Hohl III“ einen bestehenden Abwasserkanal aufgrund seines großen Leistungsvermögens als Regenwasserkanal zu nutzen und für die Mischwasserabflüsse einen neuen Kanal zu bauen, für dessen Kosten die Gemeinde aufkommen soll. Nachdem das Abwasserwerk die Beschaffenheit des alten Mischwasserkanals überprüft hatte, kam Dagmar Stirba, Werksleiterin des Abwasserbetriebes Linz, mit Neuigkeiten in die jüngste Dattenberger Ratsitzung.

Foto: dpa

„Bei der Untersuchung des alten Mischwasserkanals wurden einige Probleme gefunden, eine Kostenschätzung durchgeführt und dann nach Alternativen gesucht“, sagte Stirba. Die favorisierte Alternative, einen neuen Regenwasserkanal, der eine wesentlich längere Haltbarkeitsdauer hat, längs des geplanten Mischwasserkanals der Gemeinde zu verlegen, bedeute für das Abwasserwerk eine Kostensteigerung von knapp 10 Prozent im Vergleich zu der Sanierung. Doch die Gemeinde würde von dem gemeinsamen Bauvorhaben profitieren: Auf sie kämen statt 583.000 Euro rund 448.000 Euro für den neuen Mischwasserkanal zu.

„Für den Rat ist diese Information neu“, war nicht nur Ortsbürgermeister Dieter Runkel überrascht. „Die Sanierung würde einen hohen Aufwand und eine hohe Beeinträchtigung für die betroffenen Grundstückseigentümer bedeuten. Für die Gemeinde verringern sich die Kosten, weil der neue Mischwasserkanal nicht so tief gebaut wird“, sagte Stirba. Bei der vom Abwasserwerk favorisierten Variante werde der neue Mischwasserkanal über dem neuen Regenwasserkanal verlegt.

Während der Diskussion kam unter anderem zur Sprache, dass der im März einstimmig beschlossene Ablösevertrag zwischen Gemeinde und Abwasserwerk vom Ortsbürgermeister noch nicht unterschrieben ist. „Darüber hätten Sie uns informieren können“, sagten Dagmar Gombert (CDU) und Stefan Betzing (CDU), der erst im Werksausschuss der Verbandsgemeinde Linz davon erfahren hatte. Heinz-Peter Schneider (SPD) kritisierte, dass man sich nun einige Jahre mit dem Entwässerungsthema beschäftige.

Runkel erklärte daraufhin, dass er den Vertrag nur unter Vorbehalt unterschrieben hätte. Um eventuellen Schaden von der Gemeinde abzuwenden, müsse dieser erst noch juristisch überprüft werden. Dem Vorwurf des Zeitverlustes entgegnete Runkel: „Wir verlieren keine Zeit, weil der Bebauungsplan noch aufgestellt werden muss.“ Schließlich stimmten die Fraktionen einstimmig dem Vorschlag des Abwasserwerks zu. Es hätte den Rat aber schon früher über die Suche nach Alternativen informieren können, lautete der Vorwurf von Gombert. Dennoch sei der Neubau beider Kanäle eine gute Lösung, weil die Gemeinde damit Geld einsparen könne. Gomberts Meinung schlossen sich Betzing und Schneider an. „Der Neubau beider Kanäle ist positiv für beide Seiten. Die Haltbarkeit des sanierten Kanals liegt bei 30 Jahren, die Haltbarkeit eines neuen Kanals bei 80 Jahren. Das heißt, nach 30 Jahren hätte man wieder sanieren müssen. Allerdings hätte ich mir auch gewünscht, dass wir von der neuen Planung früher erfahren hätten“, sagte Schneider.

Runkel erklärte im Nachgang der Sitzung, dass der Zeitplan durch die Forderungen der Träger öffentlicher Belange beeinflusst wurde. Das geologische Landesamt forderte eine im Juni durchgeführte geophysikalische Prospektion. Und die Landwirtschaftskammer wollte ein Geruchsgutachten. Mit der Entscheidung über den Neubau beider Kanäle werde zudem der Ablösevertrag neu aufgesetzt.

Von unserer Mitarbeiterin Simone Schwamborn

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