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Linz

Ermittlungen gegen Jugendamt eingestellt

24-jähriger Linzer tötete Sohn mit Kettensäge

Linz – 24-jähriger Linzer tötete Sohn mit Kettensäge

Linz/Bonn. Die Brutalität des Verbrechens verschlug selbst hartgesottenen Ermittlern der Bonner Polizei die Sprache: Mit einer Kettensäge hatte ein 24 Jahre alter Handwerker aus Linz im März dieses Jahres seinen eigenen, drei Jahre alten Sohn mit einer Kettensäge enthauptet und anschließend – mit einer zweiten Kettensäge – seinem eigenen Leben ein Ende gemacht. Knapp vier Monate nach der unfassbaren Tat des Familienvaters hat die Bonner Staatsanwaltschaft den Fall abgeschlossen. Die Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Eitorfer Jugendhilfezentrums sowie Polizeibeamte sind eingestellt, sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender, Sprecher der Behörde.
Die Mutter des Kindes hatte zunächst ausgesagt, ihr 24-jähriger Mann habe bereits früher mit der Tötung des Jungen gedroht. Dies habe sie auch dem Jugendamt und der Polizei berichtet. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ergaben jedoch, dass es keine konkreten Drohungen gab, die ein sofortiges Einschreiten der Behörden nötig gemacht hätten.
Der in Scheidung lebende Linzer habe seiner Frau, die nach der Trennung mit dem gemeinsamen Kind ins nordrhein-westfälische Eitorf gezogen war, vielmehr von „ekligen Gedanken“ berichtet. Auf ihr Drängen hin habe er dann enthüllt, er stelle sich vor, sie und das Kind mit einer Kettensäge zu töten. Er habe aber hinzugefügt, dies seien nur Gedanken und dass er ihr und dem Kind niemals etwas antun werde. „Hinweise auf eine akute Gefährdung des Kindswohls lagen dem Jugendamt demnach nicht vor“, erklärte Faßbender.
Die Frau glaubte ihrem Ex-Mann. In der Zeit danach hatte sie ihm das Kind auch mehrfach anvertraut. Nicht anders war es am 22. März: Damals hatte der Mann den Sohn bei seiner Frau in Eitorf abgeholt, um mit ihm ein Eis essen zu gehen. Es herrschten frühlingshafte Temperaturen, darum schöpfte die ebenfalls 24 Jahre alte Mutter keinerlei Verdacht.
Nach einer Stunde, so war es vereinbart, sollte er den Filius wieder zurückbringen. Stattdessen aber fuhr er ins zwischen Eitorf und Hennef gelegene Krabachtal im Rhein-Sieg-Kreis, wo er erst den Jungen und dann sich selbst mit einer Kettensäge tötete. Am nächsten Tag wurde das Auto mit den Leichen von einer Joggerin entdeckt.
Der 24 Jahre alte Linzer ging mit unglaublicher Brutalität vor: Mit der ersten Motorsäge soll der Mann nach den Erkenntnissen der Bonner Ermittler seinen Sohn, der auf dem Beifahrersitz saß, enthauptet haben. Anschließend nahm er das zweite Gerät, setzte sich auf den Fahrersitz und versuchte, sich selbst auf die gleiche Weise umzubringen. Die schweren Verletzungen, die er sich zufügte, überlebte er nicht.
Schon kurz nachdem ihr Ex-Mann und ihr Sohn nicht – wie vereinbart – zur Wohnung der Mutter zurückkehrten, hatte die 24-Jährige die Polizei verständigt – mit dem Hinweis, dass ihr ehemaliger Lebensgefährte bereits gedroht habe, sie und ihr Kind zu töten. Darum hatte die Staatsanwaltschaft gegen die Beamten wegen fahrlässigen Tötung durch Unterlassung ermittelt. Doch die Polizisten hätten selbst durch ein sofortiges Handeln den Tod des Kindes nicht mehr verhindern können, teilte Faßbender jetzt mit. Vor dieser Tat in einem abgelegenen Waldstück war der Mann nicht durch Gewalttaten oder andere Straftaten aufgefallen.

Von unserem Redakteur Mario Quadt

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