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    Engerser wollen keinen Mauerdurchbruch

    Es war jede Menge los im Ortsbeirat. Die Mehrheit der rund 50 anwesenden Bürger befürchtet eine Zunahme des Autoverkehrs, wenn die Mauer zur Grünewaldstraße geöffnet wird. Das Heinrich-Haus will diese Pläne aber nicht mehr weiterverfolgen.

    Foto: Philipp Daum

    Es war jede Menge los im Ortsbeirat. Die Mehrheit der rund 50 anwesenden Bürger befürchtet eine Zunahme des Autoverkehrs, wenn die Mauer zur Grünewaldstraße geöffnet wird. Das Heinrich-Haus will diese Pläne aber nicht mehr weiterverfolgen.

    Foto: Philipp Daum

    Engers - Die Mauer steht auf dem Gelände des Heinrich-Hauses, direkt am Ende der Grünewaldstraße in Engers. Sie besteht aus Bruchsteinen und ist 250 Jahre alt. Während der jüngsten Ortsbeiratssitzung war die Mauer beherrschendes Thema. Mehr als 50 Bürger waren ins alte Rathaus gekommen. Einige mussten stehen, weil kein Sitzplatz mehr vorhanden war.


    Die meisten Engerser waren mit großer Sorge gekommen, denn seit Tagen macht ein Gerücht im Neuwieder Stadtteil die Runde. Es heißt, die Heinrich-Haus GmbH werde demnächst einen Mauerdurchbruch durchführen lassen. Damit wäre eine neue Verkehrsverbindung über die Grünewaldstraße und die Johannisstraße bis hin zur Neuwieder Straße hergestellt. Fahrzeuge der sozialen Einrichtung gelangten dann viel leichter zur Hauptstraße. „Dann nimmt der Verkehr in diesen ohnehin schon sehr engen Straßen deutlich zu. Das darf nicht passieren. Die Gefahr, dass jemand angefahren wird, erhöht sich ebenfalls“, sagte ein Anwohner und sprach damit vielen Engersern aus der Seele.


    Ortsvorsteher Richard Erben hatte das heikle Thema zunächst nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Und das hatte einen einfachen Grund. „Ich habe Herrn Waider, den Geschäftsführer des Heinrich-Hauses, mit den Ängsten der Bürger konfrontiert“, berichtete Erben. Er sagte zu mir, dass mit Blick auf einen geplanten Mauerdurchbruch noch ein Bürgergespräch stattfinden werde, zu dem jeder Engerser eingeladen sei. Dies solle im November stattfinden, und das Heinrich-Haus werde die Sorgen ernst nehmen.“ Das Gespräch mit Waider wollte der Ortsvorsteher eigentlich abwarten, bevor er im Ortsbeirat die Mauer zum Thema macht. Doch sein Ortsbeiratskollege Jürgen Groß fuhr ihm in die Parade.


    Er erinnerte noch einmal an den geltenden Bebauungsplan für das Gebiet. „Darin steht: Die Grünewaldstraße endet als Sackgasse an einer städtischen Mauer. Das Heinrich-Haus müsste daher erst einmal einen Bauantrag bei der Stadt stellen, um die Genehmigung für einen Mauerdurchbruch zu bekommen“, sagte Groß. Er schlug daher vor, einen Antrag bei der Verwaltung zu stellen. Im Falle eines Bauantrags seitens des Heinrich-Hauses solle die Verwaltung diesen und die damit verbundene Öffnung zur Grünewaldstraße nicht genehmigen. Applaus bei den Engerser Bürgern.


    Richard Erben, der zuvor für die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone rund um die Grünewaldstraße plädiert hatte, korrigierte seinen Ortsbeiratskollegen sofort. „Die Schlossmauer gehört zum Heinrich-Haus. Und wenn dieses einen Durchbruch beantragt, wird dieser auf jeden Fall genehmigt. Das ist baurechtlich so geregelt.“ Allerdings könne der Durchbruch wegen des Denkmalschutzes möglicherweise beschränkt werden, sodass keine Fahrzeuge hindurchfahren dürften.


    Im Heinrich-Haus kann man die Aufregung nicht verstehen. Da Erwin Waider im Urlaub weilt, sprach sein Geschäftsführerkollege Ingmar Hannappel mit der RZ. „Das Prinzip des Heinrich-Hauses ist folgendes: Wir bemühen uns, zum Wohle der Bewohner, immer um eine Öffnung der Einrichtung zum Stadtteil. Unser Haus soll schließlich kein abgeschlossenes System sein“, betont Hannappel. „Der Durchbruch der Mauer zur Grünewaldstraße wurde mal als Möglichkeit genannt, wird aber nicht weiterverfolgt.“


    Es werde explizit zu diesem Thema auch keine Bürgerversammlung geben. „Wieso sollen wir über etwas in einen Dialog treten, was wir gar nicht umsetzen wollen“, fragt Hannappel. „Wir werden die Engerser in diesem Jahr allerdings noch über die kommenden Baumaßnahmen auf dem Gelände des ehemaligen Schulinternats informieren.“

    Von unserem Redakteur
    Philipp Daum

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