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Neuwied

Ehrenerklärung für Sigurd Remy nach der Neuwieder Gänsekeulen-Affäre

Der SPD-Ortsverein Niederbieber-Segendorf hat eine "Ehrenerklärung" für den Neuwieder Fraktionschef Sigurd Remy abgegeben. Hintergrund ist die Gänsekeulen-Affäre.

Sigurd Remy (links) mit seinem von vielen als "Ziehsohn" bezeichneten Fraktionsgeschäftsführer Michael Mang bei der jüngsten Stadtratssitzung.
Sigurd Remy (links) mit seinem von vielen als "Ziehsohn" bezeichneten Fraktionsgeschäftsführer Michael Mang bei der jüngsten Stadtratssitzung.
Foto: Marcelo Peerenboom

Neuwied – Der SPD-Ortsverein Niederbieber-Segendorf hat eine "Ehrenerklärung" für den Neuwieder Fraktionschef Sigurd Remy abgegeben. Hintergrund ist die Gänsekeulen-Affäre.

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Reaktionen. Getreu diesem Motto hat der SPD-Ortsverein Niederbieber eine Ehrenerklärung für den in die Kritik geratenen Fraktionsvorsitzenden Sigurd Remy abgegeben. Mit großer Geschlossenheit stehe man hinter dem Ehrenvorsitzenden des Ortsvereins, teilte Pressewart Willi Marmé mit.
Fraktionsvorsitzender Sigurd Remy war mit seinen Äußerungen im Rahmen der sogenannten Gänsekeulen-Affäre von Ex-Stadtwerkegeschäftsführer Dirk Hillesheim in der Öffentlichkeit angeeckt und hatte sich auch den Zorn vieler Sozialdemokraten zugezogen. Remy hatte erklärt, für ihn seien die Vorwürfe gegen Hillesheim aus arbeitsrechtlicher Sicht „Pipifax“. Außerdem hatte er sich bereits von Anfang an nahezu bedingungslos hinter Dirk Hillesheim gestellt, ohne dass bereits rechtliche Prüfungen abgeschlossen gewesen wären. Die Koblenzer Staatsanwaltschaft ermittelt nach wie vor gegen Hillesheim.
Mit der nun vom Ortsvereinsvorstand einstimmig beschlossenen Ehrenerklärung für Remy reagierten die Niederbieberer und Segendorfer Sozialdemokraten, zu denen Remy selbst auch zählt, auf Äußerungen von Genossen, die sich kritisch mit dem Verhalten des Fraktionschefs auseinandergesetzt hatten. So hatte der SPD-Ortsverein Innenstadt erklärt, er fordere Sigurd Remy auf, „Konsequenzen zu ziehen“, wobei er offenließ, ob er damit einen Rücktritt meint. Der Ortsverein Gladbach war da deutlicher: Er forderte ihn tatsächlich zum Rücktritt auf, da er der Partei und der Fraktion großen Schaden zugefügt habe. Die Niederbieberer Genossen kritisieren jetzt, die beiden Parteigruppen hätten ihrerseits Sigurd Remy großen Schaden zugefügt; sie hätten ihn außerdem zuvor nicht angehört. Das machten die Niederbieberer anders: Sie hatten zu einer parteiöffentlichen Versammlung eingeladen und Sigurd Remy die Möglichkeit gegeben, seine Sicht der Dinge zu erläutern. Es sei nie seine Absicht gewesen, das Fehlverhalten Hillesheims zu verharmlosen, sagte er.
In seiner Erklärung vermerkt Pressewart Marmé, der Ehrenvorsitzende habe den Vertrauensbeweis seines Ortsvereins „mit Respekt und Genugtuung“ entgegengenommen. Marmé schreibt, die gezeigte Solidarität werde es ihm leichter machen, die nächsten Monate weiterhin Kommunalpolitik zu machen, um das Amt des Fraktionsvorsitzenden wie geplant noch 2012 in jüngere Hände zu legen. (mp)

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