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Linz

Diebstahl: Bischof hat Linzer Koordinator entpflichtet

Herber Schlag für die Pfarreiengemeinschaft Linz. Bischof Stephan Ackermann hat den bisherigen Kooperator von seinen Aufgaben entpflichtet und ihm, wie der Bischof in einem Brief an Pfarrer Lothar Anhalt mitteilt, "bis auf Weiteres die öffentliche Ausübung des priesterlichen Dienstes untersagt".

Foto: dpa

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

Als Grund hierfür nennt der Bischof, dass der Kooperator erneut wegen eines Eigentumsdeliktes straffällig geworden sei. Dabei habe es sich um den Diebstahl "geringwertiger Sachen" gehandelt. Diese "Sachen" hätten im Gegensatz zu einem Vergehen im Jahr 2012 nicht zum Kirchenvermögen gehört. Was dem Kooperator konkret vorgeworfen wird, bleibt indes unklar. Das Schreiben des Bischofs ist im Pfarrbrief der Pfarreiengemeinschaft Linz veröffentlicht worden.

Der Geistliche, der mittlerweile seine bisherige Wirkungsstätte verlassen hat, war seit 2013 in Linz als Kooperator eingesetzt. Ackermann hat es ihm, wie er schreibt, vor der Übertragung eines erneuten Einsatzes zur Auflage gemacht, "Schritte zur Aufarbeitung und Wiedergutmachung seines Vergehens vorzuschlagen".

Die Entpflichtung des Geistlichen hat für Linz weitreichende Folgen, besonders was den priesterlichen Dienst betrifft. "Was das praktisch bedeutet, kann ich noch nicht in Gänze abschätzen", sagt Pfarrer Lothar Anhalt auf Anfrage unserer Zeitung. "Ich kann und werde die priesterlichen Dienste nicht allein auffangen können", hat er der Gemeinde bereits mitgeteilt.

Erste Konsequenzen habe dies für Begräbnisse mit Sterbeamt. An Tagen, an denen Werktagsgottesdienste festgelegt sind, werde es keine Begräbnisse mit Sterbeamt mehr geben. "Selbstverständlich aber Trauerfeiern mit Beisetzung", skizziert er erste Änderungen. Die Notwendigkeit weiterer Einschränkungen an Gottesdiensten werde sich von Fall zu Fall zeigen.

Die Entpflichtung des Koordinators verschärft eine Entwicklung, mit der die Linzer und andere Pfarreiengemeinschaften laut Anhalt schon lange zu kämpfen haben. "Es ist schon längst nicht mehr alles möglich, was sonst drei oder vier Pfarrer vor Ort bewerkstelligt haben. Die Entwicklung in Linz ist in diesen größeren Kontext zu stellen. Eine Kirchengestalt, wie wir sie bisher kannten, geht unwiederbringlich zu Ende", so Anhalt. Natürlich liege im Abzug des Koordinators nun eine größere Brisanz, ergänzt der Linzer Pfarrer, der mit Blick auf die Synode schon bei der Bischöflichen Behörde beantragt hat, den Beerdigungsdienst auf Gemeindereferentin Ursula Monter zu übertragen. "Auch das Angebot an Eucharistiefeiern wird künftig auf den Prüfstand gestellt werden müssen", meint Anhalt.

Hauptaufgabe der Hauptamtlichen werde es künftig unter anderem sein, "Charismen in den Getauften zu entdecken, zu wecken oder mit dazu beizutragen, sie zu fördern und sie in den Gemeinden vor Ort fruchtbar zu machen", macht der Geistliche deutlich. Dazu zähle auch, neue Gottesdienstorte im weitesten Sinn wahrzunehmen. Das könnten Kindergärten, Schulen oder auch andere Orte sein, wo Menschen zusammenkommen, präsent oder wie die Synode es formuliert, "missionarisch Kirche" zu sein.

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