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    Der syrischen Grenze entgegen

    Die sichere Heimat zurücklassen und sich auf eine ungewisse Reise Richtung Kriegsgebiet begeben - diesen Plan verfolgt der Neuwieder Kai Tepper. Er hat es sich in den Kopf gesetzt, auf den Spuren der Flüchtlinge zu wandeln, die zu Tausenden in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind. Zu Fuß soll es von Neuwied bis an die syrische Grenze gehen - 3350 Kilometer, hat Teppers Navi berechnet.

    Foto: cno

    Das Navi sagt auch, dass er diese Strecke in 28 Tagen bewältigen kann, Tepper geht jedoch eher von drei Monaten aus. „30 bis 40 Kilometer pro Tag sind realistisch“, meint der durchtrainierte junge Mann. Die körperliche Fitness für den Marsch glaubt er zu haben, dass von seinen Muskeln nach der Tortour noch viel übrig ist, bezweifelt er. Was er auf der Flüchtlingsroute zu Land erlebt, das möchte er in einer multimedialen Reportage zusammenfassen: „Ich sehe mich als nachfühlender Beobachter und Zeuge, der sich nicht anmaßt das Gleiche durchzumachen, aber sehr wohl hautnah die Strapazen und Problem sieht und hinschaut und diese erfahrbar macht.“

    Die Idee für das Projekt kam Tepper beim Frühstück mit seiner Freundin, als das Gespräch mal wieder auf Flüchtlinge und deren Bild in der Gesellschaft kam. „So viele Menschen haben die Vorstellung von 'Asylflüchtlingen', die hier her kommen, um sich einen faulen Lenz zu machen. Ich will dokumentieren, was für einen Weg die Leute tatsächlich auf sich nehmen mussten.“ Dafür ist er auch bereit, seine Freundin und seinen Hund in der Heimat zu lassen und sich alleine auf die Reise zu begeben.

    Er hat auch einen sechsjährigen Sohn, der jedoch nicht bei ihm wohnt und mit dem er auch schon über seine Idee gesprochen hat: „Das wird eine große emotionale Herausforderung, sie alle zurückzulassen“, sagt Tepper. Er räumt ein, dass sowohl seine Freundin als auch ihn Sorgen plagen, wenn er an die Durchführung seines Projekts denkt. „Ich weiß nicht, was auf mich zukommt. Irgendwann werde ich in Gebiete vorstoßen, in denen es unangenehm werden kann.“

    Seine größte Angst stellt die politische Lage in der Türkei da. Aber auch die potenziellen Gefahren, die seine Reise mit sich bringt, würde er auf sich nehmen wollen, nur um zu zeigen, womit andere zu kämpfen haben, die keinen deutschen Pass besitzen und nicht den Luxus haben, auf ein gefülltes Bankkonto zurückgreifen zu können. Für ihn ist klar, Hotelzimmer sind tabu - er will draußen im Zelt übernachten.

    Bevor es los geht, möchte er sich auch mit Flüchtlingen über deren Reise unterhalten, auch um herauszufinden, welche Route am geeignetsten ist. Tepper gibt zu, dass er mit seinen Vorbereitungen noch ganz am Anfang steht. Als arbeitsloser Fitnesstrainer wären für seine Pläne auch finanzielle Dinge zu klären, bevor er sich auf den Weg machen kann. Deshalb ist er momentan vor allem auf der Suche nach Sponsoren und Mentoren, die ihm dabei helfen, die notwendige Ausrüstung zusammenzustellen und seiner Idee auch Taten folgen zu lassen. Wer Interesse hat, das Projekt zu unterstützen, kann sich bei Kai Tepper unter Kks-tepper@web.de melden.

    Von unserer Redakteurin Christina Nover

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