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    CDU-Talent unterstützt SPD-Kandidaten virtuell

    In Zeiten des Wahlkampfs wiegt jedes Wort und jede Äußerung schwer wie eine Tonnenlast. Dass das wenige Tage vor der Landtagswahl so ist, bekam jetzt CDU-Politiktalent Désirée Schwarz aus Rheinbrohl zu spüren. Die 24 Jahre alte Christdemokratin absolvierte 2009 ein umfangreiches Nachwuchsförderprogramm der rheinland-pfälzischen CDU, mit dem die Union politische Talente mit Praktika, Seminaren und Übungen systematisch an die Aufgabe, Verantwortung in der Partei und in den politischen Gremien zu übernehmen, heranführen will. Doch bei einer Klausurtagung vor wenigen Tagen musste sich die gelernte Industriekauffrau von ihren Rheinbrohler Parteifreuenden den Vorwurf des „Parteiverrats“ gefallen lassen. Noch vor einer Abstimmung der Tagungsteilnehmer, ob Schwarz das Treffen verlassen müsse, nahm sie – nach eigener Darstellung – ihren Mantel und verließ die Klausursitzung der CDU vorzeitig.

    Désirée Schwarz (CDU) will Guido Job (SPD) wählen.
    Désirée Schwarz (CDU) will Guido Job (SPD) wählen.

    Rheinbrohl - In Zeiten des Wahlkampfs wiegt jedes Wort und jede Äußerung schwer wie eine Tonnenlast. Dass das wenige Tage vor der Landtagswahl so ist, bekam jetzt CDU-Politiktalent Désirée Schwarz aus Rheinbrohl zu spüren. Die 24 Jahre alte Christdemokratin absolvierte 2009 ein umfangreiches Nachwuchsförderprogramm der rheinland-pfälzischen CDU, mit dem die Union politische Talente mit Praktika, Seminaren und Übungen systematisch an die Aufgabe, Verantwortung in der Partei und in den politischen Gremien zu übernehmen, heranführen will. Doch bei einer Klausurtagung vor wenigen Tagen musste sich die gelernte Industriekauffrau von ihren Rheinbrohler Parteifreuenden den Vorwurf des „Parteiverrats“ gefallen lassen. Noch vor einer Abstimmung der Tagungsteilnehmer, ob Schwarz das Treffen verlassen müsse, nahm sie – nach eigener Darstellung – ihren Mantel und verließ die Klausursitzung der CDU vorzeitig.


    Der Vorwurf: Schwarz war über die Internetplattform „Wer-kennt-wen“ einer Unterstützergruppe des SPD-Landtagskandidaten Guido Job aus Bad Hönningen beigetreten, die den Namen „Guido Job in den Landtag“ trägt. Zuerst, so berichtet die 24-Jährige im Gespräch mit der RZ, hätten ihre Parteifreunde nachgefragt, ob es sich beim Beitritt nicht um eine Art „Flüchtigkeitsfehler“ handelt. Doch die junge Frau, die Beisitzerin im Kreisvorstand der Jungen Union und im CDU-Ortsverband ist, stellt rasch klar: „Ich freue mich, wenn ein Bad Hönninger in den Landtag einzieht.“ Die virtuelle Unterstützung sei bewusst geschehen.
    Den SPD-Bewerber bezeichnet sie als „freundlich, sympathisch, offen für Neues und tolerant“. Er habe eine neutrale Einstellung zu anderen Parteien und führe „einen äußerst fairen Wahlkampf“. Zudem blicke er „über den Tellerrand von Parteipolitik hinweg und versucht für unsere Region das Beste herauszuholen“, erklärt sie. Ihren „Rauswurf“ sieht Schwarz, die bis Anfang des Jahres engste Mitarbeiterin der aus dem Parlament ausscheidenden CDU-Landtagsabgeordneten Gisela Born-Siebicke war, als Indiz „großer Probleme“ in der Partei. „Es ist nicht verwunderlich, dass sich nicht genug junge Leute finden, die sich in diesen alten, verkrusteten Strukturen engagieren möchten. Wenn man über Probleme nicht offen sprechen kann, wie kann man dann gemeinsam Ziele verfolgen?“, fragt Schwarz, die jetzt als Beschaffungsmanagerin in einem Industrieunternehmen arbeitet.
    Monika Teusen, Chefin des Rheinbrohler CDU-Ortsverbands, findet, dass das Tischtuch zwischen Schwarz und der Partei aber nicht zerschnitten ist: „Wir sind eine Volkspartei. Da ist es gut, dass wir Querdenker in unseren Reihen haben“, sagt Teusen auf RZ-Anfrage. Sie möchte das Szenario nicht überbewerten: „Wir bekommen das Problem intern gelöst“, versichert die CDU-Chefin. Zum Hergang des frostigen Empfangs bei der Klausurtagung will sie sich nicht äußern.
    Einen Austritt aus der Partei strebt auch Schwarz nicht an: „Ich bin trotz allem überzeugtes CDU-Mitglied und werde selbstverständlich meine Zweitstimme der CDU geben, da ich Julia Klöckner als Ministerpräsidentin sehen möchte“, meint das Politiktalent selbstbewusst.

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