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Puderbach

Bürgermeisterwahl in Puderbach: Kandidaten wollen unterschiedlich sparen

8,21 Millionen Euro Schulden stehen im Haushaltsplan der Verbandsgemeinde Puderbach für 2011. Hinzu kommen die Kredite, die die VG-Werke aufgenommen haben. Wir haben die drei Kandidaten für das Amt des Puderbacher Bürgermeisters gefragt, wie sie mit dieser Last umgehen wollen.

Puderbach. 8,21 Millionen Euro Schulden stehen im Haushaltsplan der Verbandsgemeinde Puderbach für 2011. Hinzu kommen die Kredite, die die VG-Werke aufgenommen haben. Wir haben die drei Kandidaten für das Amt des Puderbacher Bürgermeisters gefragt, wie sie mit dieser Last umgehen wollen.


Einig sind sich Volker Mendel (SPD), Winfried Weinert (CDU) und Udo Franz (unabhängig) darin, dass die Verbindlichkeiten abgebaut werden müssen. Deshalb soll es mit Ausnahme des bereits fest vorgesehenen Neubaus des Feuerwehrhauses Dernbach auch keine Großinvestitionen geben. Ansonsten aber schweben ihnen aber unterschiedliche Wege vor, um die Schulden zu tilgen.


Die am wenigsten schmerzhaften Einschnitte will Udo Franz vornehmen. Einsparpotenzial zu finden sei schwierig, sagt er und betont, dass die Verbandsgemeinde kein „Tafelsilber“ verkaufen wolle. „Das kann man immer nur einmal machen“, weiß Franz.
Der unabhängige Kandidat glaubt aber auch nicht, dass das nötig wäre. Denn er ist überzeugt, das zum Schuldenabbau vor allem zwei Bedingungen erfüllt sein müssen: die Gemeinden werden mit dem unveränderten Umlagesatz (49,74 Prozent, d. Red.) zur Kasse gebeten und neue Großprojekte werden nicht verfolgt. Dann wird seiner Meinung nach ein Überschuss erwirtschaftet.


Das sieht Winfried Weinert (CDU) anders. Er spricht von einem strukturellen Defizit der VG. Da man zudem von sinkenden Einnahmen ausgehen müsse, müsse das Ausgabeverhalten entsprechend anpasst werden. „Wir können nicht ständig mehr ausgeben als wir einnehmen“, sagt er und rechnet vor, dass die Pro-Kopf-Verschuldung bei 480 Euro liegt. Deshalb müssten sämtliche Bereiche nach Einsparpotenzialen untersucht werden. Dazu gehöre auch, dass man neue Wege geht. Und damit meint Weinert vor allem eine stärkere Kooperation. Seiner Meinung nach sind Poolmodelle denkbar – bei Personal und Material.

Volker Mendel (SPD) betont, dass die energetischen Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind. Hier sei folglich kein Stau mehr abzuarbeiten. Daher könne sich die VG „auf das Normale“ beschränken. Mendel hofft darüber hinaus, die Einnahmen zu verbessern: Indem er die vorhandenen Betriebe zu Investitionen anregt und neue Unternehmen anlockt. So würden die Gewerbesteuereinnahmen stärker sprudeln. Auch in der Energiewende sieht Mendel Potenzial. So könne man mit Windkraftanlagen Geld verdienen, wenn die Wertschöpfung vor Ort bleibt.

Doch wie sieht es aus mit der Ausstattung der Verwaltung? Im Rahmen der Fusionsdiskussionen hatte es heftige Sticheleien aus Dierdorf gegeben, dass die Personaldecke sehr üppig sei. Lässt sich auf diesem Wege etwas einsparen?

Udo Franz meint nein. „Wir haben keine aufgeblähte Verwaltung“, betont er entschieden. Seiner Meinung nach wäre ein Stellenabbau „Unsinn“. „Wenn, dann nur ganz verhalten“, sagt Franz.

Winfried Weinert ist sich da weniger sicher. „Brauchen wir 177 Beschäftigte? Das sind immerhin 12 pro 1000 Einwohner“, fragt er und plädiert dafür, auch hier genau zu prüfen. Dabei sieht er sich in der Rolle des „neuen Besens“. „Ich bin mit niemandem verwandt, in diesen Betrieb nicht eingebunden. Daher kann ich neutral beobachten“, ist er sicher.
Klar ist für ihn schon jetzt, dass im Puderbacher Rathaus zu viele Verwaltungsfachangestellte ausgebildet werden. „Dass die Verwaltung sechs Azubis einstellt, ist zwar auf den ersten Blick löblich. Aber wer braucht sie später? Der Beruf ist zu spezifisch, da gibt es in der freien Wirtschaft kaum eine Zukunftsperspektive“, findet Weinert. Daher würde er sich eher dem Beispiel der VG Flammersfeld anschließen, die lediglich einen Lehrling ausbildet. Auch hier könne man kooperieren und gemeinsam ausbilden.


Ganz so explizit sieht es Volker Mendel nicht, aber auch er glaubt, dass bei der Verwaltung Einsparpotenziale zu finden sind. Ein Vergleich mit Dierdorf sei zwar nicht statthaft, da sämtliche Kindergärten, Grundschulen und die Werke in VG-Trägerschaft sind und 16 Gemeinden mit 39 Ortsteilen betreut werden müssen, dennoch würde auch Mendel „genau hingucken“. Geht ein Mitarbeiter, sollte diese Stelle nur wiederbesetzt werden, wenn sie dringend notwendig ist, betont er. Bei der Lehre würde er ebenfalls reduzieren („vielleicht auf zwei Auszubildende“), glaubt allerdings, dass sich das von selbst erledigt. „Aufgrund der demografischen Entwicklung wird es nicht mehr so viele Jugendliche geben, die das machen wollen. Bislang war es ja eher eine Aktion, um dem Überhang an Ausbildungsplatzsuchenden zu begegnen“, sagt Mendel. (Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh)

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