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Unkel

Blick in die Zukunft: Auf Brandschützer kommen große Herausforderungen zu

Sabine Nitsch

Wie ist die aktuelle Lage der Freiwilligen Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Unkel, und welchen Herausforderungen müssen sich die ehrenamtlichen Retter in Zukunft stellen? Diese Fragen beleuchtete der Unkeler Wehrleiter Ulrich Rechmann in der vergangenen Sitzung des Verbandsgemeinderats.

Das Feuerwehrgerätehaus in Unkel. Dort ist der Tagesalarm noch gesichert.  Foto: Sabine Nitsch
Das Feuerwehrgerätehaus in Unkel. Dort ist der Tagesalarm noch gesichert.
Foto: Sabine Nitsch

Die Herausforderung scheinen gewaltig zu sein. Immer weniger Menschen engagieren sich im Ehrenamt, die mögliche Fusion der Verbandgemeinden Unkel, Linz und Bad Hönningen werde außerdem die komplette Organisation der Feuerwehr zwangsläufig völlig umkrempeln, erläuterte Rechmann. „Wir reden dann über rund 400 Einsatzkräfte, 21 Feuerwehreinheiten und 450 Einsätze pro Jahr. Wer soll denn so etwas ehrenamtlich machen? Ich will die Zukunft nicht schwarzmalen. Aber es sollte allen klar sein, dass das ehrenamtlich nicht zu machen ist“, sagte der Unkeler Wehrleiter, der auch Einsatzahlen aus der VG nannte: „2017 waren es rund 80 Einsätze, im Im laufenden Jahr schon 26 Einsätze.“

Und die Einsatzgebiete würden breiter: Brände, Bergungen, technische Unfallhilfe, Tierrettungen oder auch Tragehilfen. „Rettungsdienste ersuchen immer häufiger um Hilfe, wenn es darum geht, übergewichtige Personen aus einer Wohnung zu transportieren“, informierte Rechmann. Hinzu komme, dass es immer schwieriger werde, den Tagesalarm personell zu besetzen. In Unkel sei man noch in der komfortablen Situation, dass Bauhofmitarbeiter Feuerwehrkameraden seien, sodass das gesichert sei.

Auch würden alle Feuerwehren einsatztaktisch neu ausgerichtet und immer häufiger auch zu Einsätzen auf Bundes- oder Landesebene gerufen. „2017 zum Beispiel zu ,Rock am Ring', wo große Einheiten gebildet wurden“, erläuterte der Wehrleiter, der monierte, dass die Landesregierung sich „aus allem relativ raushält“, wie er es formulierte.

Und wie sieht die Zukunft aus? Um der drohenden Personalknappheit zu begegnen, soll Rechmann zufolge die Dienstaltersgrenze angehoben werden. „Bisher lag sie bei 60 Jahren, dann bei 63“, sagte er. Bald werde wohl auch die Altersgrenze bei 67 diskutiert und die Kameraden würden mit Rollator zum Einsatz fahren, unkte er.

Außerdem stehe die Fertigstellung des digitalen Alarmierungsnetzes an. Das sollte bereits 2017 eingeführt werden. Kostenpunkt: rund 19 Millionen Euro. 700 digitale Umsetzer müssen im Land realisiert werden und 35.000 Endgeräte von den Kommunen angeschafft werden. „Das Land hat Förderungen zwar angekündigt. Aber, schauen wir mal …“, sagte Rechmann, der befürchtet, dass die Umstellung auf Digitalarmierung frühestens 2019 oder auch erst 2021 erfolgt.

Probleme sieht er auch bei der Gefahrenwarnung der Bevölkerung. „Seit 1993 gib es deutschlandweit kein flächendeckendes Sirenensystem mehr. Auch die Sirenen in Unkel stammen aus den 1950er- und 1960er Jahren. Sie werden wegen des schlechten Analogfunks bei jeder Alarmierung benötigt“, betonte er. Neuere Warnsysteme wie Katwan oder Mowas würden die Sirenen nur bedingt ersetzen. Das bedeute auch, dass man sich grundsätzlich Gedanken machen müsse, ob man trotz Digitalalarmierung auf Sirenen verzichten könne. „Fragen müssen wir uns auch, ob wir ein flächendeckendes Warnsystem für die Bevölkerung bei Unglücksfällen wie Giftwolken oder Katastrophen wollen und ob man sich zu einem Neuaufbau eines modernen elektronischen Sirenennetzes entschließt, falls das Land – was ich befürchte – auch hier keine Vorgaben macht. Die Politik ist gefordert“, sagte Rechmann.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

Unkeler verfügen über fünf Löschzüge

Die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Unkel ist in fünf Feuerwehren/Löschzügen (Bruchhausen, Erpel, Orsberg, Rheinbreitbach und Unkel), einer Jugendfeuerwehr und einer Alters- und Ehrenabteilung organisiert. Neben den aktiven Diensten werden in den Feuerwehren eine intensive Jugendarbeit und Brandschutzerziehung betrieben. Die VG Unkel hält folgende Fahrzeuge und Geräte vor: zwei Hilfelöschfahrzeuge, ein Mittleres Löschfahrzeug, ein Tanklöschfahrzeug, drei Tragkraftspritzenfahrzeuge (Wasser), ein Tragkraftspritzenfahrzeug, zwei Mehrzweckfahrzeuge, drei Mannschaftstransportfahrzeuge, einen Einsatzleitwagen, einen Gerätewagen Gefahrgut (Fahrzeug des Kreises Neuwied) und fünf Rettungsboote.

Weiterhin bestehen eine zentrale Atemschutzwerkstatt sowie eine Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ), die nach der Erstalarmierung durch die Leitstelle Montabaur bei jedem Einsatz besetzt wird. san

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