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    Beigeordneter Robenek: "Ich stimme gegen Rengsdorf im Park"

    Nachdem der überraschend von der CDU nominierte „Newcomer“ Christian Robenek vor zwei Jahren ein sehr achtbares Ergebnis (39,9 Prozent) bei der Rengsdorfer Ortsbürgermeister-Wahl erzielt hatte, wählte ihn der Rat wenig später einstimmig zum Ersten Beigeordneten. In dieser Funktion äußerte er sich bislang allerdings selten. Vor allem zum Thema „Rengsdorf im Park“ sagte der Stellvertreter von Ortsbürgermeister Karlheinz Kleinmann (SPD) öffentlich nichts. Jetzt bricht er sein Schweigen – und findet im RZ-Interview deutliche Worte.

    Christian Robenek will zurücktreten, falls sich die Befürworter von "Rengsdorf im Park" durchsetzen.
    Christian Robenek will zurücktreten, falls sich die Befürworter von "Rengsdorf im Park" durchsetzen.

    Rengsdorf - Nachdem der überraschend von der CDU nominierte „Newcomer“ Christian Robenek vor zwei Jahren ein sehr achtbares Ergebnis (39,9 Prozent) bei der Rengsdorfer Ortsbürgermeister-Wahl erzielt hatte, wählte ihn der Rat wenig später einstimmig zum Ersten Beigeordneten. In dieser Funktion äußerte er sich bislang allerdings selten. Vor allem zum Thema „Rengsdorf im Park“ sagte der Stellvertreter von Ortsbürgermeister Karlheinz Kleinmann (SPD) öffentlich nichts. Jetzt bricht er sein Schweigen – und findet im RZ-Interview deutliche Worte.

    Herr Robenek, stimmen Sie am Sonntag mit Ja oder Nein?

    Mit Nein. Ich kann mich persönlich nicht hinter dieses Projekt stellen, auch wenn ich grundsätzlich ein Befürworter von zukunftsfähigem Tourismus in Rengsdorf bin. Aber nicht um jeden Preis. Denn ursprünglich war geplant, Rengsdorf auf der Buga darzustellen. Hierzu wurden einvernehmliche Beschlüsse im Gemeinderat getroffen, die sich finanziell im Rahmen hielten. Dann aber ist das Projekt einseitig weiterentwickelt worden, ohne Alternativen zu prüfen. Da hätte zwingend ein Ideenwettbewerb stattfinden müssen. Stattdessen wurde mit einer zeitlichen Dringlichkeit argumentiert, die nicht erforderlich war. Und der letztlich eingereichte Förderantrag hat die ursprüngliche Planung, „Wasserwelten“ bei der Buga zu präsentieren, dann bei Weitem überzogen.


    Ihre Partei, die CDU, sieht das aber ganz anders. Die Fraktion hat im Gemeinderat einstimmig für „Rengsdorf im Park“ votiert.

    Ich weiß, dass es auch in der CDU-Fraktion Gegner des Tourismuskonzepts gibt. Aber irgendwie hat man es geschafft, sie auf Linie zu bringen. Über die Gründe kann man trefflich spekulieren. Ich persönlich bin jedenfalls schon länger Mitglied der CDU Deutschlands, und das heißt für mich auch, querdenken zu dürfen. In Rengsdorf scheint dies allerdings etwas anders zu sein. Ich sehe aufgrund der an den Tag gelegten Verhaltensweisen von „Parteifreunden“, die bis hin zu persönlichen Diffamierungen meiner Gattin gingen, derzeit keine politische Zukunft im Rengsdorfer CDU-Ortsverband. Daher habe ich dem neuen Vorsitzenden Michael Jäger in einem längeren Gespräch mitgeteilt, dass meine weitere Mitarbeit in den Gremien ruht.


    Aber Sie bleiben sowohl Beigeordneter als auch CDU-Mitglied, oder suchen Sie eine neue politische Heimat, zum Beispiel in der FWG?

    Der Ausgang des Bürgerentscheids wird von großer Bedeutung sein. Bei einem Erfolg der Befürworter trete ich zurück. Auch wenn ich betone, dass mir meine Arbeit als Beigeordneter viel bedeutet und ich sie gern fortsetzen möchte. Ich durfte etliche Erfahrungen sammeln und will mich auch weiter für die Belange der Bürger einsetzen. Auch wenn ich mittlerweile als Gegner von „Rengsdorf im Park“ angesehen und deshalb nicht mehr zu den inoffiziellen Sitzungen der Befürworter, also Ortsbürgermeister, Fraktionssprecher von SPD, CDU und FDP sowie 2. und 3. Beigeordneter, eingeladen werde. Ob es sich hier um illegale Gremien handelt, vermag ich nicht zu beantworten.


    Dass Sie das Wort „illegale Gremien“ in den Mund nehmen, klingt für mich danach, als würden Sie den immer mal wieder mehr oder wenig offen geäußerten Vorwurf des „Klüngels“ im Rat bestätigen.

    Das Interview soll keine Abrechnung sein. Aber schon ein Hinweis auf den Filz, der hier durchgängig in den vergangenen Monaten stattgefunden hat. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

    Das sind trotzdem heftige Vorwürfe. Glauben Sie, nach dem Bürgerentscheid wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit noch möglich sein?

    Das wird schwierig, keine Frage. Vielleicht treten viele zurück, vielleicht reichen sich auch andere die Hand? Ich weiß es nicht. Das politische Klima in Rengsdorf ist jedenfalls derzeit durchgängig vergiftet.


    Warum ist es Ihrer Meinung nach so weit gekommen?

    Weil man bei politischen und finanziellen Großprojekten die Bürger vorher fragen muss. Das ist hier nicht geschehen.


    Aber Sie sind doch als Beigeordneter Mitglied der Verwaltung. Konnten Sie nicht dahin gehend einwirken?

    Ich kann lediglich beratend mitwirken. Die Gemeinde führt der Ortsbürgermeister. Außerdem habe ich im Rat faktisch kein Stimmrecht, weil ich mein Mandat nach der Wahl zum 1. Beigeordneten zurückgegeben habe. Das war ein Fehler. Heute würde ich das nicht wiederholen. Aber zurück zur Frage: Als Ehrenbeamter habe ich mich unter anderem verpflichtet, Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Deshalb habe ich in der Ratssitzung am 15. November die Bürgermeister Dillenberger und Kleinmann sowie den 2. Beigeordneten Fischer darauf hingewiesen, dass im Hinblick auf das anstehende Bürgerbegehren die Tagesordnungspunkte bezüglich der Beschlüsse „Rengsdorf im Park“ nicht durchgeführt werden sollten. Sie sind trotzdem verhandelt und beschlossen worden. Mit einem Schreiben am Tag danach habe ich den Bürgermeister dann auf eventuelle Schadensersatzforderungen wegen der getroffenen Beschlüsse hingewiesen. Erst dann wurden die Beschlüsse glücklicherweise bis zum 27. März auf Eis gelegt.

    Das Interview führte Ulf Steffenfauseweh

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