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Waldbreitbach

Bei Fusion mit Waldbreitbach müsste Rengsdorf bluten

Die 14 Gemeinden in der Verbandsgemeinde Rengsdorf zeigen wenig Interesse, mit den Nachbarkommunen rund um Waldbreitbach zu fusionieren. „Deshalb verhalten wir uns bei diesem Thema sehr defensiv“, ließ sich Bürgermeister Rainer Dillenberger unlängst noch im Zusammenhang mit der Kommunalreform zitieren. Verwunderlich ist die Haltung nicht. Schließlich wären es die Gemeinden im Rengsdorfer Land, die finanzielle Lasten zu schultern hätten, würden aus den beiden VG's eine gemacht werden. Rengsdorf allein müsste mit zusätzlichen Umlagezahlungen von etwa 450 000 Euro rechnen.

Waldbreitbach – Die 14 Gemeinden in der Verbandsgemeinde Rengsdorf zeigen wenig Interesse, mit den Nachbarkommunen rund um Waldbreitbach zu fusionieren. „Deshalb verhalten wir uns bei diesem Thema sehr defensiv“, ließ sich Bürgermeister Rainer Dillenberger unlängst noch im Zusammenhang mit der Kommunalreform zitieren. Verwunderlich ist die Haltung nicht. Schließlich wären es die Gemeinden im Rengsdorfer Land, die finanzielle Lasten zu schultern hätten, würden aus den beiden VG's eine gemacht werden. Rengsdorf allein müsste mit zusätzlichen Umlagezahlungen von etwa 450 000 Euro rechnen.

Doch das weite Feld der Finanzen würde durch eine mögliche Fusion auch an anderer Stelle spürbar tangiert: Die Rede ist natürlich von den Einsparungen, die sich vor allem in der Verwaltung Jahr für Jahr erzielen ließen, wenn es zum Zusammenschluss kommt. Wie das Szenario in Zahlen und Fakten aussehen könnte, das haben die vom Land beauftragten Experten in ihrem Gutachten festgehalten. Die RZ wirft einen genaueren Blick hinein:

Personal: Für eine neue Verbandsgemeinde Waldbreitbach-Rengsdorf mit rund 25 800 Einwohnern ergibt sich in der Kernverwaltung ein Soll-Personalbestand von 52 Vollzeitstellen. Das sind genau acht weniger als derzeit in Waldbreitbach und Rengsdorf ihrer Arbeit nachgehen. Zudem fällt eine Bürgermeisterstelle weg. Auf Leitungsebene und beim sonstigen Personal ließen sich also mittel- bis langfristig 560 000 Euro pro Jahr einsparen.
Sachkosten: Auf diesem Gebiet prognostizieren die Gutachter eine Einsparung von insgesamt 56 250 Euro pro Jahr.
Bauhof: Während Waldbreitbach einen zentralen Bauhof unterhält, läuft das auf Rengsdorfer Seite dezentraler. Ob ein Bauhof für alle sinnvoll ist, das müsste eine weiterreichende Untersuchung klären.
Werke: Die Einsparung bei den Personalkosten liegt bei 200 000 Euro, insgesamt bei 233 000 Euro. Zwar liegen etwa bei der Abwasserentsorgung die Entgeltarten vergleichbar, dennoch müsste sich ein Waldbreitbacher Vierpersonenhaushalt mit 700 Quadratmeter Grund (zahlt derzeit 436,80 Euro) auf eine Mehrbelastung von 52,20 Euro pro Jahr einstellen. Draufzahlen müssten auch die Dreipersonenhaushalte (Waldbreitbach: 372,75; Rengsdorf: 420,74) und die Singlehaushalte in Waldbreitbach (244,65; Rengsdorf: 284,25 Euro pro Jahr). Beim Wasser ergeben sich unter Strich nur geringfügige Änderungen: Für den Vierpersonenhaushalt in Waldbreitbach (348,18 Euro pro Jahr) fällt die Mehrbelastung marginal aus (Rengsdorf: 350,10). Dreipersonenhaushalte im Wiedtal (289,22; Rengsdorf: 285,05) würden sogar leicht entlastet. Die Einpersonenhaushalte in Rengsdorf (154,94) würden gegenüber denen in Waldbreitbach (171,31) stärker belastet.
Verwaltungsstandort: Die Gutachter empfehlen im Hinblick auf die Bürgernähe, an zwei Standorten festzuhalten. Eine zentrale Unterbringung wäre mit erheblichen Umbaukosten verbunden, weil beide Rathäuser nicht genügend Platz bieten.
VG-Umlage: Mit einer Fusion ergeben sich Einsparungen auf der Ausgabenseite. Mit Berücksichtigung dieser Einspareffekte liegt der neue Umlagesatz bei 22,51 Prozent. Die Waldbreitbacher Gemeinden würden so mit bis zu 224 000 Euro (Breitscheid) entlastet, die Rengsdorfer mit bis zu 106 000 Euro (Rengsdorf) mehrbelastet. Würde die Verbandsgemeinde alle Grundschulen tragen, also auch die in Melsbach und Breitscheid, läge der Satz bei 29,9 Prozent. Das würde die Wiedtalgemeinden mit bis zu 134 000 Euro entlasten (Breitscheid) und die Kommunen im Rengsdorfer Land mit bis zu 388 000 Euro (Rengsdorf) zusätzlich belasten.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Zum einen ergeben sich mit einem Zusammenschluss beider Kommunen Einsparungen von insgesamt 864 000 Euro. Zum anderen darf dabei nicht unter den Tisch fallen, dass alle 14 Gemeinden im Rengsdorfer Land mit finanziellen Mehrbelastungen und damit mit einer schlechteren Finanzsituation rechnen müssen, während sich die sechs Waldbreitbacher Gemeinden über eine Entlastung freuen dürften. Das defizitäre Wiedtalbad müsste zudem noch eingehend betrachtete werden. Eine Fusion wird von den Gutachtern als „grundsätzlich zweckmäßig“ erachtet. Ob das Szenario Realität wird, bleibt vorerst abzuwarten.

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