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Neuwied

Bedarfsplanung: In der Stadt Neuwied fehlen 600 Kitaplätze

Christina Nover

Obwohl die Stadt Neuwied ihr Angebot an Kitaplätzen kontinuierlich ausgebaut hat, fehlen nach aktuellen Berechnungen mehr als 600 Kitaplätze. Dabei handelt es sich um etwa 310 Plätze für unter Dreijährige und 300 Plätze für Kinder ab dem dritten Lebensjahr. Bürgermeister Michael Mang stellte die Zahlen und die damit verbundene Handlungsempfehlung in der jüngsten Stadtratssitzung vor.

In Neuwied gibt es immer mehr Kinder. Doch nicht für alle gibt es momentan einen Kitaplatz. Das soll sich ändern. Archivfoto: Jörg Niebergall
In Neuwied gibt es immer mehr Kinder. Doch nicht für alle gibt es momentan einen Kitaplatz. Das soll sich ändern. Archiv
Foto: Jörg Niebergall

„Obwohl wir eine deutliche Steigerung bei den Plätzen vorweisen können, ist die Quote gesunken“, ließ Mang das Gremium wissen und lieferte mit Migration und gestiegener Geburtenrate sogleich die Erklärung für den unbefriedigenden Zustand. Im Bedarfsplan für die Kindertagesstätten und die Kindertagespflege in der Stadt Neuwied wird deutlich, wie hoch das Defizit in manchen Teilen der Stadt ist. So hat die Anzahl der Kinder insbesondere in Heddesdorf, Torney und der Innenstadt stark zugenommen. Allein in der Innenstadt lebten 2016 insgesamt 66 Kinder (im Alter von 0 bis 15 Jahren) mehr als im Jahr zuvor.

Michael Mang machte in seiner Ansprache deutlich, dass gerade in Heddesdorf und der Innenstadt möglichst viele der dort lebenden Kinder in Kitas gebracht werden sollten. „In diesen Stadtteilen ist ein bekannt hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund festzustellen (circa 70 Prozent der Kinder bis sechs Jahre)“, ist im Bedarfsplan nachzulesen.

Quote im U3-Bereich angehoben

Statt der zunächst angepeilten Quote von 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren, hat die Stadt es sich nun zum Ziel gesetzt, im U3-Bereich eine Bedarfsabdeckung von 50 Prozent zu erreichen. Es zeigt sich nämlich immer mehr, dass Eltern von ihrem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz auch Gebrauch machen wollen.

Um der Nachfrage gerecht zu werden, beschloss der Stadtrat nun einstimmig verschiedene Maßnahmen in die Wege zu leiten. Dazu gehört, die GSG mit dem Neubau einer sechsgruppigen Kita in Niederbieber und der Erweiterung der AWO-Kita am Schlosspark zu beauftragen. Außerdem sollen weitere Räumlichkeiten in der ehemaligen „Rommersdorf Hauptschule“ und in der neuen städtischen Kita Raiffeisenring eingerichtet werden und die Planungen für die Errichtung einer neuen Kita in Feldkirchen (wir berichteten) vorangebracht werden. So könnte die Gesamtzahl der Kitaplätze bis zum Jahr 2020 auf 2477 Plätze im Ü3- und 640 Plätze im U3-Bereich anwachsen.

Fraktionen sind sich einig

Wie in den Stellungnahmen der einzelnen Fraktionen deutlich wurde, waren sich alle im Stadtrat darin einig, dass der Ausbau der Kitaplätze notwendig ist – auch wenn Ruth Köfer (CDU) Kritik am Rechtsanspruch und den damit verbundenen Herausforderungen für die Kommunen äußerte. Lana Horstmann (SPD) unterstrich die Wichtigkeit des Ausbaus: „Wir müssen den Eltern Planungssicherheit bieten.“ Karl-Josef Heinrich (FWG) fand, dass die Anhebung der 35-Prozent-Quote zu spät erfolgte und hielt fest: „Wir hinken dem Bedarf deutlich hinterher.“

Dass es nicht nur um Räumlichkeiten, sondern auch um das nötige Fachpersonal geht, hob Regine Wilke (Grüne) in ihrem Statement hervor: „Gute Erzieherinnen oder Erzieher sind gefragte Arbeitnehmer. So kann es passieren, dass ein dreigruppig geplanter Kindergarten nur mit einer Gruppe startet – weil das Fachpersonal fehlt“. Als Fernziel nannte sie deshalb, über eine eigene Erzieher-Fachschule nachzudenken.

Weitere Beschlüsse des Stadtrats

Der Stadtrat Neuwied beschloss in seiner Sitzung unter anderem auch, zur Unterstützung der Träger die städtische Zuwendung für Sanierungs-, Instandsetzungs- und Modernisierungsanträge im Bereich der Kitas von 50 auf 65 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten zu erhöhen. Unterstützung erfährt auch die Kindertagesstätte der evangelischen Brüdergemeine: Die Stadt übernimmt laut aktuellem Beschluss ungedeckte Personalkosten für die Jahre 2015 und 2016 in Höhe von 24.575 Euro und 29.850 Euro. Den katholischen Kindertagesstätten der Stadt Neuwied bewilligte der Stadtrat für die Jahre 2016 und 2017 einen Sachkostenzuschuss in Höhe von 33.178 Euro.

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