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Unkel

Bahnlärm in Unkel: DB will Schienenstück nacharbeiten

Sabine Nitsch

Erstes Aufatmen bei den bahnlärmgeplagten Anwohnern der Straße „In der Persch“ und der Siebengebirgsstraße in Unkel. Monatelang mussten sie den Baulärm wegen der Sanierung der Bahnunterführung an Ecke Bahnhofstraße/Siebengebirgsstraße ertragen. Jetzt ist die Brücke zwar fertig, aber die Lärmbelastung, so beschwerten sich die Anwohner, sei nach dem Abschluss der Arbeiten noch höher als vor der Sanierung (die RZ berichtete).

Ralf Bauer und seine Nachbarn sind restlos entnervt von dem Lärm, den die Weiche auf der DB Strecke direkt vor ihrer Tür macht.  Foto: Sabine Nitsch
Ralf Bauer und seine Nachbarn sind restlos entnervt von dem Lärm, den die Weiche auf der DB Strecke direkt vor ihrer Tür macht.
Foto: Sabine Nitsch

„Wenn die Züge im Zweiminuten-Takt in die Weichen auf der Brücke einfahren, hat man das Gefühl, Unkel wird bombardiert. Es macht einen Höllenlärm, der allen den Schlaf raubt“, beschreibt Anwohner Ralf Bauer, was er und seine Nachbarn derzeit ertragen müssen. Sie setzten sich, unterstützt durch Gerd Kirchhoff, den Vorsitzenden der Initiative „BIN gegen Bahnlärm“, mit der Bahn in Verbindung und forderten Abhilfe.

„Mittlerweile hat sich der Abschnittsmanager der DB vor Ort ein Bild gemacht und uns zugesichert, dass die Schienenstücke noch einmal nachgearbeitet werden und der Schotter mit Vibrationsgeräten verdichtet wird, um das Absenken der Schwellen zu verhindern“, berichtet Bauer. Zwei bis drei Monate würde das dauern, ergänzt er und dämpft mit der Prognose die aufkommende Freude bei seinen Leidensgenossen.

Längerfristige Lösungen wie der Einbau von besohlter Schwellen, die die Übertragung des Körperschalls und die Erschütterungen verringern sollen, seien teuer und aufwendig, hat er erfahren. Gleiches gelte für Weichen mit beweglichen Herzstücken. „Die Umrüstung auf eine solche Weiche würde den Lärm mindern. Die Beschaffung ist jedoch teurer als die einer herkömmlichen“, weiß Bauer mittlerweile.

Laut Bahnlärmforscher Markus Hecht seien dafür aber die Instandhaltungskosten so einer modernen Weiche geringer. „Die DB erklärte uns, dass für eine Umrüstung der Komplettumbau des Weichenbereiches erforderlich sei. Neben dem Einbau einer Weiche mit einem größeren Radius seien auch eine Anpassung der Leit- und Sicherungstechnik sowie der Oberleitung erforderlich“, hat Bauer erfahren.

Ob ein Umbau im Unkeler Bereich vor dem Hintergrund der Platzverhältnisse möglich ist, müsste im Rahmen einer Planung geklärt werden. Aber auch die müsse finanziert werden. „Solche Umbaumaßnahmen sind nicht im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung abgedeckt, sodass für dafür aktuell keine Finanzierung besteht. Letztlich müssen wir mit der DB auch klären – sozusagen als Sofortmaßnahme –, ob das schlagende Geräusch am Herzstück durch reduzierte Geschwindigkeit der Züge vermindert werden kann“, erläutert Kirchhoff. Bisher lehne die DB Netz AG eine Geschwindigkeitsbeschränkung aus Gründen des Lärmschutzes grundsätzlich ab, weil eine Absenkung der Geschwindigkeit die Streckenkapazität verringern würde, erläutert Kirchhoff.

„Wir müssen deshalb auf jeden Fall über die Bundespolitik erreichen, dass für eine längerfristige Lösung jenseits des gesetzlich Vorgesehenen Gelder für zusätzliche Maßnahmen am Gleis bereitgestellt werden – zum Beispiel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm“, skizziert Kirchhoff einen Lösungsweg.

Von unserer Reporterin Sabine Nitsch

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