40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Aussichtsposten gibt den Blick aufs Kastell frei
  • Aus unserem Archiv
    Heimbach-Weis

    Aussichtsposten gibt den Blick aufs Kastell frei

    Sie schütten die Mauern einfach wieder zu. Adolf Zils von der Bürgergemeinschaft "Pro Heimbach Weis" und Grabungstechniker Achim Schmidt von der Archäologischen Denkmalpflege Koblenz haben sich jeder eine Schaufel geschnappt und lassen vorsichtig ein paar Schippen Erde auf die Überreste des Römischen Kastells Anhausen-Heimbach fallen.

    Wer in den HWG-Wald kommt, kann sich an der Schautafel umfassend über das Kastell Anhausen-Heimbach informieren. Foto: Philipp Daum
    Wer in den HWG-Wald kommt, kann sich an der Schautafel umfassend über das Kastell Anhausen-Heimbach informieren.
    Foto: Philipp Daum

    Heimbach-Weis - Sie schütten die Mauern einfach wieder zu. Adolf Zils von der Bürgergemeinschaft "Pro Heimbach Weis" und Grabungstechniker Achim Schmidt von der Archäologischen Denkmalpflege Koblenz haben sich jeder eine Schaufel geschnappt und lassen vorsichtig ein paar Schippen Erde auf die Überreste des Römischen Kastells Anhausen-Heimbach fallen. Hier im Heimbach-Weiser und Gladbacher Wald, nur wenige Meter entfernt vom Limes, sind die Arbeiten so gut wie abgeschlossen.

    Dass im Zuge dessen die vermutlich um 200 bis 220 nach Christus erbauten Mauern des früheren Kastells in eine Erdschicht eingebettet werden, hat einen einfachen Grund: "Wir wollen die historische Bausubstanz erhalten, und deshalb muss sie geschützt werden. Sie ist sehr empfindlich, und wir wollen unbedingt verhindern, dass die Mauerreste entweder zerstört oder entwendet werden", erklärt Schmidt. Nur einige wenige Steine, die im Verlauf der Ausgrabungen in den zurückliegenden Jahren zum Vorschein gekommen sind, wolle man originalgetreu wieder zusammensetzen. Der Rest bleibt dagegen unterirdisch, was jedoch nicht bedeutet, dass die Besucher des Römerkastells keinen Eindruck davon bekommen, was hier vor fast 2000 Jahren den Römern als Schutz vor den Feinden gedient hat.

    Ganz im Gegenteil: Die Bürgergemeinschaft ist nicht nur zum Kastell in den HWG-Wald gekommen, um bei den letzten Schaufelarbeiten zu helfen. Ihr Vorsitzender Adolf Zils gibt an diesem Tag auch noch die neue Infotafel am Aussichtspodest frei. "Jetzt kann sich jeder ein sehr gutes Bild von dem Kastell machen", sagt er und betont, dass ihm ein großer Stein vom Herzen gefallen ist. "Die Arbeiten am Limes haben damit offiziell einen Abschluss gefunden. Es geht eine Zeit zu Ende, in der die Bürogemeinschaft, und insbesondere das Limesteam, viel ehrenamtliches Engagement in die Sache gesteckt haben", sagt Zils, der aber auch ganz genau weiß, bei wem er sich darüber hinaus noch bedanken zu bedanken hat. "Ohne die Unterstützung der archäologischen Denkmalpflege und der Projektentwicklungsgesellschaft (PER) in Mainz wäre das alles hier nicht möglich gewesen." Rund 28 000 Euro habe die PER an finanziellen Mitteln bereitgestellt, um das Visualisierungsprojekt "Limes" im HWG-Wald zu realisieren.

    Und was ist von der Militäranlage heute noch zu sehen? Wer von der Aussichtsplattform nahe dem Parkplatz Heidengraben in den HWG-Wald blickt, erkennt die Wälle der ehemaligen Umfassungsmauern. Das Kastell hatte eine Seitenlänge von 19 Meter mal 24 Meter. Seine Mauerstärke betrug knapp 1,8 Meter. Diese waren zur Zeit der Freilegung noch einen Meter hoch erhalten.

    Wer sich die Infotafel genau durchliest, erfährt, dass die Militäranlage ursprünglich viel größer war. Bei den Ausgrabungsarbeiten, die im Zusammenhang mit der Forschungstätigkeit der Reichslimeskommission 1893 erstmals stattfanden, wurde das Lager näher untersucht. Das Kastell hatte vor dem "Schrumpfungsprozess" zu einer kompakteren Verteidigungsanlage eine Ausdehnung von 43 mal 39 Meter und wurde durch eine Umwehrung von Mauer und Graben umgeben. An der Südseite ist dieser als flache Mulde obertägig noch sichtbar. Zwischen dem Pfahlgraben und dem Kastell liegt nördlich der Hügel eines ehemaligen Wachtpostens (WP 1/41).

    Eine Zaunbaufirma hat die Größe des ersten Kastells mit Pfählen abgesteckt, sodass der Besucher der Limesanlage auch dessen Ausdehnung erahnen kann. "Das ist das Schöne, wenn man auf der Aussichtsplattform steht", sagt Zils. "Man sieht die Überreste des kleinen Kastells und sieht, wie groß die Anlage davor gewesen ist. Und man bekommt auch noch genug Informationen."

    Von unserem Redakteur Philipp Daum

    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Donnerstag

    12°C - 21°C
    Freitag

    11°C - 19°C
    Samstag

    11°C - 18°C
    Sonntag

    9°C - 14°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach