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Bad Hönningen

Ausbau der Bahnunterführung verschoben: Harnröhre bleibt Hönningern bis 2022 erhalten

Als „Harnröhre“ wird im Volksmund die Bahnunterführung für Fußgänger am Bahnhof in Bad Hönningen bezeichnet – offensichtlich wegen der Enge des Tunnelbaus, vermutlich aber auch wegen des unangenehmen Geruchs, der einem hier fast immer in die Nase steigt. Nicht nur aus Sicht der Stadtoberen ist dies ein unhaltbarer Zustand, der noch dadurch verschärft wird, dass die Unterführung baufällig ist und durch Stahlträger gestützt werden muss. Schon seit mindestens drei Jahren sind daher eine Schließung der Harnröhre und die Schaffung einer neuen Verbindung zwischen Ober- und Unterstadt ein Thema.

Doch auf die Umsetzung dieses Projekts müssen die Hönninger jetzt noch länger warten, mindestens bis 2022. Darüber hat der Erste Beigeordnete Franz Breitenbach in Vertretung des erkrankten Stadtbürgermeisters Guido Job die Mitglieder des Haupt-, Bau- und Finanzausschusses in dessen Sitzung informiert. Zunächst habe es mit der Verlängerung der bestehenden Unterführung zwischen den beiden Bahnsteigen in Richtung Gewerbegebiet 2019 losgehen sollen, dann sei der Start auf 2020 verschoben worden. Nun, so Breitenbach, habe die Bahn mitgeteilt, dass die erweiterte Unterführung gleich barrierefrei umgesetzt werden soll und sich das Vorhaben daher auf 2022 verschiebt.

„Erlebe ich das noch? Ich bin da schon skeptisch“, machte der Grünen-Politiker seinem Ärger Luft. Reiner Schmitz, SPD-Ratsmitglied und Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, klärte über die Hintergründe auf. Demnach muss nun nicht nur die Bahnaufsicht des Landes, sondern auch das Eisenbahnbundesamt den Plänen zustimmen, da durch die verlängerte Unterführung auch die Gleise der Firma Solvay tangiert werden. Eine provisorische Erweiterung zunächst ohne Aufzüge zu den Bahnsteigen sei damit nicht mehr möglich. Der Vorteil: Auf die barrierefreie Erreichbarkeit der Bahnsteige müssen die Hönninger nicht mehr warten, wenn es denn einmal an die Umsetzung geht.

Das ist in Sachen behindertengerechter Ausbau allerdings nur die halbe Miete, betonte Breitenbach. Denn Gehbehinderte hätten nichts davon, wenn sie barrierefrei ans Gleis in Richtung Köln, aufgrund des niedrigen Bahnsteigs dort aber nicht in den Zug kämen. Breitenbach berichtete vom Beispiel einer älteren Frau aus Bad Hönningen, die regelmäßig zum Einkaufen nach Neuwied fährt. „Um wieder nach Hause zu kommen, fährt sie zum Umsteigen bis nach Linz durch, um dann wieder am erhöhten Bahnsteig aussteigen zu können“, schilderte der Beigeordnete.

Bei einem Ortstermin mit der RZ demonstriert Breitenbach mit dem Zollstock an einem einfahrenden Zug, wie schwer das Einsteigen in Richtung Köln ist: 42 Zentimeter Höhenunterschied müssen überwunden werden. „Und bei dem anderen Zugtyp sind es noch zehn Zentimeter mehr“, sagt er.

In seiner Sitzung am Mittwoch, 13. Dezember, wird der Stadtrat nun voraussichtlich die Verwaltung mit den nötigen Schritten beauftragen, damit eine Anhebung des Bahnsteigs als Maßnahme in die nächste, 2020 beginnende Förderperiode aufgenommen wird. Den Empfehlungsbeschluss dazu sprach der Ausschuss einstimmig aus. Reiner Schmitz sieht gute Chancen, dass es dann bald klappt mit der vollständigen Barrierefreiheit, da der Bahnhof Bad Hönningen mit täglich mehr als 1000 Reisenden ein wichtiges Kriterium erfüllt. Auch die Kommunikation mit der Bahn habe sich verbessert. „Wir haben Telefonnummern, die Leute sind ansprechbar“, erklärte er.

Franz Breitenbach kann unterdessen jedoch nicht verstehen, wieso sein Vorschlag für eine Übergangslösung keine Beachtung gefunden hat. „Es würde doch schon helfen, wenn man ein Teilstück des Bahnsteigs durch Anschrägen erhöhen würde. Das kann auch nicht die Welt kosten“, meint er. Ein solches Provisorium kommt für das Unternehmen aber offenbar nicht infrage.

Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

Schwerlastverkehr löst wohl Schrankenärger aus

Auch die Ariendorfer Problemschranke war Thema in der Sitzung des Haupt-, Bau- und Finanzausschusses. „Für mich ist das Körperverletzung“, ärgerte sich der Erste Beigeordnete Franz Breitenbach über die Tatsache, dass die Anwohner durch das laute Hupen der Züge um den Schlaf gebracht werden, wenn die Schranke wieder einmal defekt ist und sich nicht schließt. „Wir sind dem Fehler auf der Spur“, berichtete VG-Beigeordneter Reiner Schmitz.

Es hänge wohl damit zusammen, dass die Steuerung der Schranke über Induktionsstränge in der Straße durch den Schwerlastverkehr gestört werde. Im Lauf der Woche wolle die Bahn eine Lösung präsentieren. mif

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