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Rengsdorf

Areal Hirsch: Projektsteuerer bietet mit

Robin Brand

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit haben die Interessenten für das Areal „Hirsch“ in der Rengsdorfer Ortsmitte den Ratsmitgliedern ihre Pläne präsentiert. Erste Details sind schon nach außen gedrungen, bevor der Rat im Juni in öffentlicher Sitzung entscheiden will, welches Projekt er favorisiert. Unter den Interessenten befindet sich nach RZ-Informationen auch Ratsmitglied Thomas Schreck, der zuvor von der Gemeinde mit der Projektsteuerung betraut worden war – ein Umstand, der nicht jedem Ratsmitglied gefällt. Ortsbürgermeister Christian Robenek kann die Kritik daran nicht nachvollziehen.

Viel Gestaltungsspielraum bietet sich Investoren in der Rengsdorfer Ortsmitte auf dem Areal des ehemaligen Hotels Hirsch (Bildmitte). Unter anderem Projektsteuerer Thomas Schreck gehört zu den Interessenten, ein Umstand, der nicht jedem gefällt. Foto: Jörg Niebergall
Viel Gestaltungsspielraum bietet sich Investoren in der Rengsdorfer Ortsmitte auf dem Areal des ehemaligen Hotels Hirsch (Bildmitte). Unter anderem Projektsteuerer Thomas Schreck gehört zu den Interessenten, ein Umstand, der nicht jedem gefällt.
Foto: Jörg Niebergall

Insgesamt vier Interessenten haben ihre Pläne für das Grundstück in der Ortsmitte, auf dem das ehemalige Hotel Hirsch steht, erläutert. Zwei Interessenten wollen dem Vernehmen nach Platz für Hotelgewerbe und Wohneinheiten schaffen. Ein Interessent plant ein medizinisches Zentrum und Eigentumswohnungen, und auch die schon im Zuge des Investorenwettbewerbs vorgestellte Idee der Brauerei samt Sanierung im Bestand wurde einmal mehr vorgestellt.

Rückblick: Nachdem der Investorenwettbewerb gescheitert ist, verständigt sich der Ausschuss für Dorfentwicklung im Mai 2017 auf Anforderungen an potenzielle Interessenten. Dazu gehören unter anderem die gewerbliche Nutzung des Erdgeschosses und bezahlbare Wohnbebauung. Am 17. Mai 2017 wird Thomas Schreck mit der Projektsteuerung betraut. Später wird potenziellen Investoren der 27. Januar 2018 als Stichtag genannt, ihre Pläne einzureichen. Am 20. März 2018 beschließt der Gemeinderat mit den Stimmen des Projektplaners Schreck den Ankauf eines an das Areal Hirsch angrenzenden Grundstücks, Kostenpunkt 180.000 Euro. Am 25. April stellen die vier potenziellen Investoren ihre Pläne vor – unter ihnen: Thomas Schreck.

Schreck, der gemeinsam mit den Ratsmitgliedern Norbert Krumm und Jürgen Schulz eine Interessentengemeinschaft bildet, vermutet „Neid und Missgunst“ hinter der Kritik, die allen voran die FWG äußert. Nach eigenen Aussagen hat er die jetzt eingereichten Pläne mit einem Unternehmer aus Bamberg ausgearbeitet, dem eigentlichen Interessenten. Nachdem dieser kurz vor Abgabefrist abgesprungen sei, habe er „die Gunst der Stunde genutzt“ und das Projekt übernommen. Als Projektsteuerer habe er keinerlei Vorteile gegenüber anderen Interessenten gehabt. „Die Vorschläge gingen in verschlossenen Umschlägen an den Bürgermeister.“

Kritisch sieht es die FWG, dass der Projektsteuerer Schreck jetzt zu den Interessenten gehört. „Zwar entscheidet in einer Demokratie die Mehrheit, aber es geht um die Art und Weise“, heißt es aus der Fraktion. Nicht nachvollziehen kann das der Ortsbürgermeister Christian Robenek. „Ich kann doch einen Interessenten nicht ausschließen, nur weil er im Rat sitzt“, sagt er. Letzten Endes habe der Rat zu entscheiden, welches Projekt er für den Ort am besten geeignet halte. Allen Interessenten seien die gleichen Informationen zugänglich gewesen – alle profitierten gleichermaßen von dem jetzt um das Grundstück der ehemaligen Pizzeria vergrößerten Areal.

Ähnlich äußert sich Schreck. Sobald ein Unternehmer vor der eigenen Haustür baue, entstehe eine Neiddebatte. Er betont, schon vor des Investorenwettbewerbs habe er Interesse an dem Grundstück bekundet, nicht aber zu den dann im Wettbewerb ausgelobten Bedingungen. Dem Grundstücksankauf habe er als Projektsteuerer im Sinne der anderen Interessenten zugestimmt – gegen seine eigenen Planungen. Das könne er auch belegen – nach der öffentlichen Vorstellung der Projekte.

Von unserem Redakteur Robin Brand

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