40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Neuwied/Linz
  • » Analyse: "Hirsch"-Areal spielt Schlüsselrolle
  • Aus unserem Archiv
    Rengsdorf

    Analyse: "Hirsch"-Areal spielt Schlüsselrolle

    Was dem Rat und vielen Rengsdorfer Bürgern bereits klar war, haben nun auch die Experten einer Marktforschungsgesellschaft in Köln in ihrer Markt- und Standortanalyse für den Ort Rengsdorf und weite Teile der Verbandsgemeinde festgestellt: Die Umgehung schafft eine Verkehrsberuhigung in der Ortsmitte.

    Foto: Jörg Niebergall

    Von unserem Redakteur Ralf Grün

    Das wiederum bietet die Chance, neue Impulse für Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung, aber auch für alternative Wohnformen zu setzen. "Eine "Schlüsselrolle" kommt dabei laut dem beauftragten Architekten dem Areal "Hirsch" zu. Das könnte sich mithilfe eines Investors mit gutem Konzept zu einem neuen Zentrum entwickeln. Eines machten die Analyseexperten aber unmissverständlich deutlich: "Die Bäume wachsen für den Ort nicht in den Himmel." Nun sind also die Rengsdorfer gefragt, die augenscheinlich Angst davor haben, dass das Leben in der Mitte ihres Dorfes einschläft.

    Die Analyse, die jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist, basiert auf Folgendem: Die Experten um Monika Kollmar haben im Oktober und November "intensiv im Ort gearbeitet". Heißt: Es gab eine über Rengsdorf hinausgehende schriftliche Befragung von Haushalten, Interviews mit Gewerbetreibenden und mündliche Befragungen in der Rengsdorfer Ortsmitte sowie im Einkaufszentrum mit Rewe, Aldi und dm-Markt. Dazu erhoben die Analysten, wie viele Betriebe ansässig sind, die die Grundversorgung im weitesten Sinne, also inklusive Bekleidung, Heimwerkerartikel oder Elektrogeräte, abdecken. Eingeflossen sind zudem Kennzahlen, wie die Kaufkraft der Rengsdorfer und der Umsatz pro Jahr des Einzelhandels im Vergleich dazu.

    Kaufkraft fließt nach Neuwied oder Koblenz ab

    Ein zentrales Ergebnis der Studie lautet: Bei den Waren des täglichen Bedarfs besteht "kein wesentlicher Zusatzbedarf". Um diese Dinge einzukaufen, nutzen die Rengsdorfer hauptsächlich die Märkte vor Ort. Für Kleidung und Elektronik steuern sie jedoch gerne Städte wie Neuwied oder Koblenz an. Heißt: Eine Menge Kaufkraft fließt dorthin ab. Gleichwohl bleibt theoretisch noch genügend Kaufkraft, um den Einzelhandel im Heimatort zu bedienen.

    In die Ortsmitte zieht es die Rengsdorfer hingegen "nur", wenn ein Besuch beim Arzt, in der Verwaltung oder bei einem anderen Dienstleister ansteht. Freunde oder die Gastronomiebetriebe besuchen ist ebenfalls oft als Antwort genannt worden. Aus Sicht der Experten deutet das darauf hin: "Die Ortsmitte nimmt trotz der Leerstände entlang der Westerwaldstraße immer noch eine wichtige Funktion ein." Daran könne man also arbeiten. Dass es in Rengsdorf nur noch einen Bäcker gibt, der Metzger aufgegeben hat und kein Nachfolger zu finden ist, fiel dabei nicht unter den Tisch. Laut Experten sei das aber nicht ungewöhnlich. Mit den Märkten im Einkaufszentrum sei der Ort langfristig "ganz gut entwickelt". Nun gelte es, auch in der Ortsmitte etwas Anziehendes hinzubekommen.

    Kritik an schriftlicher Haushaltsbefragung

    Kritik aus dem Rat und aus der interessierten Bürgerschaft im vollen Sitzungssaal des Rathauses erntete die schriftliche Haushaltsbefragung. Moniert wurde in erster Linie, dass von 443 teilnehmenden Haushalten lediglich 32 in Rengsdorf angesiedelt sind. Von daher werteten Rat und Bürger diese Erhebung als nicht aussagekräftig. Andererseits ändert das laut Experten nichts an den Wünschen der Bürger und dem, was sich letztlich entwickeln lässt.

    Bleibt die zentrale Frage für den Ort Rengsdorf: Was geschieht mit dem "Hirsch"-Areal? Eine Bäckerei mit Café wäre denkbar, sagten die Analysten. Der Architekt sagte: "Aus der Analyse nehme ich mit, wenn ein Investor kommt, wäre ein Lebensmittelmarkt auf knapp 800 Quadratmetern sicher ein Anker für die Ortsmitte, um den sich weiterer Einzelhandel, ein Café oder Bistro und Wohnraum für alle Altersgruppen ansiedeln lassen würde." Vielleicht ließe sich auch noch existierender Einzelhandel im Ort über einen Umzug in der Mitte konzentrieren. Das würde auch Älteren, weniger mobilen Einwohnern zugutekommen. Ziel muss jedenfalls eine höhere "Aufenthaltsqualität" sein. Das alles steht und fällt mit dem Ergebnis des Investorenwettbewerbes, den Gemeinde und Architekt anstoßen.

    Visionen müssen Investoren entwickeln

    Auf die Frage eines Bürgers, welche Visionen verfolgt werden, antworteten Architekt und Ortsbürgermeister Christian Robenek: "Die Visionen müssen die Investoren entwickeln. Unsere heißt, wenn man so will, die Westerwaldstraße soll wieder lebens- und wohnenswerter werden. Dafür haben wir zunächst Ideen, wie sich das Areal nutzen ließe und Leben in die Mitte kommt, etwa mit einem kleinen Markt, mehreren Läden, Praxen und 30 bis 50 Wohneinheiten."

    Neuwied Linz
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Neuwied
    Dienstag

    8°C - 11°C
    Mittwoch

    7°C - 12°C
    Donnerstag

    10°C - 15°C
    Freitag

    8°C - 13°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach