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Kreis Neuwied

Alternatives Modell vorgestellt: Synodale wollen Gelder gerechter verteilen

Angela Göbler

Das Jahr ist fast vorbei – und auch der evangelische Kirchenkreis Wied zieht Bilanz: Am Samstag trafen sich die Gemeinden zur Kreissynode in Dierdorf und besprachen aktuelle Themen aus dem Gemeindeleben. Die 61 Synodalen standen dabei unter der Leitung von Superintendent Detlef Kowalski, der erst im September gewählt und vor zwei Wochen offiziell in sein Amt eingeführt wurde.

Synodale wollen Steuergelder gerechter verteilen. Foto: dpa
Synodale wollen Steuergelder gerechter verteilen.
Foto: dpa

Vorherrschendes Thema des Jahres war auch für die Aktiven im Kirchenkreis Wied das Reformationsjubiläum, das nach den Worten von Superintendent Kowalski „für lange Zeit die bedeutendste Gedenkfeier in Deutschland sein wird. Ein vergleichbares kulturelles Großereignis wird es so bald nicht geben.“ Auch in der Region gab es zahlreiche Veranstaltungen zum 500. Jahrestag der Reformation: von Konzerten und Gesprächsrunden bis zum Jugendfestival im Sommer oder zahlreichen Events in den Gemeinden.

Pfarrer Kowalski erinnerte als seinen persönlichen Höhepunkt an die Eröffnung des Reformationswanderweges am 30. April bei bestem Wetter. Sogar die Öffentlichkeitsarbeit hatte der Kirchenkreis während des Reformationsjahres mithilfe einer Öffentlichkeitsbeauftragten professionell organisiert: Bisher ist der Kirchenkreis Wied der einzige in der Landeskirche, der seine Öffentlichkeitsarbeit nicht dauerhaft geregelt hat.

Schwierig werden die Entscheidungen in Sachen Finanzen: So machen sich die Aktiven zurzeit Gedanken darüber, wie sich Kirchensteuereinnahmen gerechter verteilen lassen. Der Finanzausschuss unter dem Vorsitz von Pfarrer Ulrich Bäck hat schon ein alternatives Modell vorgestellt. Demnach würden alle Gemeinden die Kirchensteuer zusammenlegen und die Umlagen zentral zahlen. Die einzelnen Gemeinden erhalten dann Mittel zur Grundsicherung für die Pfarrstellen und die Kosten der Kirchen, der Gemeindehäuser und der Mitarbeiter. Was übrig bleibt, soll per Pro-Kopf-Betrag an die Gemeinden ausgezahlt und für Schwerpunktbereiche wie Jugendleiter oder Kitas ausgegeben werden. Ein ausgeglichener Haushalt wäre somit garantiert, aber der Kreissynodalvorstand sieht den Vorschlag dennoch skeptisch: „Wir würden damit das wichtige Steuerungselement des innersynodalen Finanzausgleichs aufgeben, das insbesondere eine Hilfe für finanzschwache Gemeinden bedeutet“, gab Superintendent Kowalski zu bedenken. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen: Eine Arbeitsgruppe soll weitere Schritte klären. Derweil erwarten den Kirchenkreis ohnehin einige Neuerungen: Ab Januar 2018 besteht der Kreis nur noch aus 15 statt 16 Gemeinden, denn Altwied und Feldkirchen werden sich zur Kirchengemeinde Feldkirchen-Altwied zusammenschließen. Diese Fusion wird wohl nicht die letzte bleiben: Auch die Neuwieder Innenstadtgemeinden Marktkirche und Friedenskirche haben schon angekündigt, einen Zusammenschluss anzupeilen, allerdings erst für das Jahr 2022.

„Wir brauchen den Mut zum Vorläufigen und zur Verantwortungsübernahme“, fasste Detlef Kowalski die Lage der Dinge zusammen. „Wir brauchen eine Kirche, die sich selbst leicht nimmt, weil sie sich von Gottes Fürsorge getragen weiß.“

Von unserer Mitarbeiterin Angela Göbler

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