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    Idar-Oberstein

    Wird Hertie-Hauszwangsversteigert?

    Die Stadt hat beim Amtsgericht die Zwangsversteigerung des ehemaligen Hertie-Hauses beantragt. Sie will als Gläubigerin mit diesem Schritt die Chance ergreifen, dass der bereit stehende Investor doch noch zum Zug kommt, begründet Oberbürgermeister Bruno Zimmer dieses Vorgehen. Der Weg für eine Wiederbelebung wäre damit frei, nachdem die Verhandlungen bisher an den Preisvorstellungen der Gegenseite gescheitert waren. Die Tür hat sich durch die Insolvenz der Betreibergesellschaft noch einmal geöffnet.

    Symbolischer Schlussakt: Nachdem die letzten Kunden draußen sind, werfen die verbliebenen Mitarbeiter am Samstag, 8. August 2009, ihre roten Tücher und Krawatten in den von ihnen aus einer kleiner Kiste gezimmerten Sarg. 
Foto: Hosser (Archiv)
    Symbolischer Schlussakt: Nachdem die letzten Kunden draußen sind, werfen die verbliebenen Mitarbeiter am Samstag, 8. August 2009, ihre roten Tücher und Krawatten in den von ihnen aus einer kleiner Kiste gezimmerten Sarg.
    Foto: Hosser (Archiv)

    Idar-Oberstein - Die Stadt hat beim Amtsgericht die Zwangsversteigerung des ehemaligen Hertie-Hauses beantragt. Sie will als Gläubigerin mit diesem Schritt die Chance ergreifen, dass der bereit stehende Investor doch noch zum Zug kommt, begründete Oberbürgermeister Bruno Zimmer im Gespräch mit der Nahe-Zeitung dieses Vorgehen. Der Weg für eine Wiederbelebung wäre damit frei, nachdem die Verhandlungen bisher an den Preisvorstellungen der Gegenseite gescheitert waren.

    Die Tür hat sich durch die Insolvenz der Betreibergesellschaft (die Nahe-Zeitung berichtete) noch einmal geöffnet: Die Stadt gehört wegen nicht beglichener Steuerschulden zu den Gläubigern - und hat damit das Recht, ihre Forderungen über die Zwangsversteigerung einzutreiben. "Wir wollen nichts unversucht lassen, um Bewegung in die Sache zu bringen", betont der OB. Dieses Vorgehen hat er mit seinen Kollegen in Bingen und Neustadt an der Weinstraße abgestimmt: Auch in diesen beiden Städten gibt es leer stehende Hertie-Immobilien. Ein früherer Versuch der Idar-Obersteiner Stadtspitze mit gleicher Zielrichtung war allerdings gescheitert: Damals hatte die Gegenseite die ausstehende Summe postwendend bezahlt. "Wir wissen nicht, woher genau das Geld kam", erinnert sich der OB. Das kann auch diesmal passieren: "Unser Hebel wäre damit weg." Die Hoffnung des Oberbürgermeisters: Dass aufgrund der Insolvenz diesmal kein Geld mehr da ist, um das Minus auszugleichen.

    Dann könnte der bisher von der Stadt namentlich nicht genannte Investor die Immobilie ersteigern und seine Pläne verwirklichen. Ihm schwebt laut Zimmer ein Shop-in-Shop-System mit einem größeren Ankermieter in der Mitte vor. Besagter Investor wäre laut OB bereit, eine größere Summe in dieses Vorhaben zu investieren. Sein Kaufangebot aber lag weit unter der Summe, die als Preis im Raum stand - nach NZ-Informationen fast 6 Millionen Euro.

    Die Zuständigkeiten auf Seiten der Verkäufer waren und sind unklar - bisher ebenfalls ein großes Hindernis bei der Verwertung des Gebäudes. So war es schon nahezu unmöglich, im Dschungel der Gesellschafts- und Gläubigerstruktur zu einem Ansprechpartner mit Entscheidungskompetenz durchzudringen. Dies Erfahrung teilt der Idar-Obersteiner OB mit seinen Kollegen in vielen anderen Städten, die sich um eine Lösung für ihre verwaisten Hertie-Häuser bemühen. Ihre Hoffnung, dass die Insolvenz Bewegung in die Verhandlungen bringen könnte, hat sich bisher nicht erfüllt. Der Antrag auf Zwangsversteigerung ist deshalb auch eine Art Notwehr. Im Rahmen dieses Verfahrens würde dann auch ein Wertgutachten erstellt.

    Reiner Zufall ist, dass der Antrag fast genau drei Jahre nach der Schließung des Warenhauses am 8. August 2009 erfolgt. Damals hatten die verbliebenen Mitarbeiter an ihrem letzten Arbeitstag bei Hertie eine kleine Kiste gezimmert, auf deren Deckel sie ein Kreuz malten. Nachdem die letzten Kunden draußen waren, zogen sie das Gebilde auf einem Handkarren vor die Tür, ehe sie dort ihre roten Tücher und Krawatten von Hertie in den symbolischen Sarg warfen.  Kurt Knaudt

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