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    Westnetz erneuert die Versorgungsleitung zwischen Idar-Oberstein und Niederhausen

    Von unserem Redaktionsleiter Stefan ConradtKreis Birkenfeld. Mit großem Personal- und Materialaufwand informiert der Stromnetzbetreiber Westnetz derzeit in der Region Idar-Oberstein/Bad Kreuznach über die geplante Erneuerung der rund 44 Kilometer langen Hochspannungsfreileitung zwischen der RWE/OIE-Umspannanlage bei Niederhausen/Nahe und der Schmuckstadt.

    Die 110-Kilovolt-Leitung, die in den 1930er-Jahren gebaut wurde, ist in die Jahre gekommen - und an ihre Kapazitätsgrenzen. Da immer mehr private und gewerbliche Stromhersteller - vor allem mit Windkraft und Fotovoltaik - wachsende Strommengen einspeisen wollen, müsse die Leitungsfähigkeit verbessert werden, erläuterte Westnetz-Genehmigungsplaner Thorsten Rathmann beim gut besuchten Infonachmittag im Idar-Obersteiner Stadttheater den - neben dem baulichen Zustand vieler Masten - Hauptgrund der Maßnahme, die rund 20 Millionen Euro kosten wird.

    Die bisherigen, dann gut 90 Jahre alten Masten der Nahetrasse (links) sollen etwa ab 2020 durch neue ersetzt werden, die höher sein werden und dann auch leistungsstärkere Doppelseile tragen können.  Fotomontage: Westnetz
    Die bisherigen, dann gut 90 Jahre alten Masten der Nahetrasse (links) sollen etwa ab 2020 durch neue ersetzt werden, die höher sein werden und dann auch leistungsstärkere Doppelseile tragen können. Fotomontage: Westnetz

    Großes Interesse oder gar Widerstand gegen das Projekt ist in Idar-Oberstein wie schon die Tage zuvor in Waldböckelheim und Kirn nicht zu verspüren. Vor allem Grundstücksbesitzer kommen, die jetzt die Möglichkeit haben, eine Entschädigung auszuhandeln. Die letzte gab es schließlich vor mehr als 80 Jahren. Die Erneuerung der Versorgungsleitungen sei für die komplette Region von allergrößter Bedeutung, unterstreicht Rathmann. Der Ersatzneubau dient aber auch der Modernisierung: Energie wird nicht nur mehr zu den Umspannanlagen durchgeleitet, sondern "Erneuerbare" können später einfacher eingespeist werden. Das heißt: Die Kapazitäten müssen größer werden. Das ermöglichen die neuen Masten, die künftig auch leistungsstärkere Doppelseile tragen können. Sie werden etwas höher sein als die alten, was aber auch den Vorteil hat, das rund 20 Prozent von ihnen eingespart werden können: Auf freier Strecke können die Abstände größer werden. Derzeit stehen 174 solcher Masten zwischen Algenrodt und Niederhausen, später sollen es nur noch 140 sein. In bebauten Bereichen sollen die Standorte weitgehend erhalten bleiben, aber schmalere Masten verwendet werden. Außerhalb der Ortschaften sollen neue Standorte nach Möglichkeit optimiert werden: Sie werden an Grundstücksgrenzen oder Wege verlegt, sind somit leichter erreichbar und etwa bei der Landwirtschaft weniger störend.

    Wie bei der vorhandenen Trasse werden auch künftig Stahlgittermasten mit drei Traversen verwendet. Unterschied: Bei den alten Masten war jeweils die unterste Traverse die breiteste, bei den neuen ist es die mittlere. In den Kabeln werden übrigens auch Glasfaserstränge mitverlegt, um bei Bedarf schnelles Internet durch die Stränge schicken und ableiten zu können.

    Bei Bergen wird die Trasse auf Wunsch der Anlieger ein paar hundert Meter von der Ortschaft weg verlegt. Das war möglich, weil sich die Ortsgemeinde bereits früh um die Grundstücksverhandlungen gekümmert hat. Rathmann: "Wenn das so geregelt ist, dass alle einverstanden sind und auch keine Naturschutzbelange berührt werden, dann machen wir das natürlich."

    Der Wunsch einzelner Ortsgemeinden, die Freileitung unter die Erde zu verlegen, ist dagegen nicht so leicht zu erfüllen: "Das ist nur realistisch, wenn die Gemeinden die erheblichen Mehrkosten übernehmen", musste Rathmann zum Beispiel die Waldböckelheimer enttäuschen. Während bei der Freileitung von Kosten zwischen 400 000 und 450 000 Euro pro Trassenkilometer ausgegangen wird, sind es bei der Erdverlegung schnell mal 1,5 Millionen Euro, wie Bernhard Treutle, bei der Westnetz zuständig für die Genehmigungsverfahren, informierte.

    In Kirn hatte die Verwaltung vorgeschlagen, einen Teil der Leitung in einem Neubaugebiet, wo ohnehin Kanal- und Straßenbauarbeiten anstehen, unter die Erde zu bringen, was sich aber als kaum finanzierbar herausstellen dürfte. Was die Erdkabel so stark verteuert, sind vor allem die Sicherheitsauflagen. Als Ersatz für die Masten müssen sechs Leerrohre mit 200 Millimeter Durchmesser in einen 1,80 Meter tiefen und ebenso breiten Graben gelegt, das Ganze flächig mit Betonplatten abgedeckt und gegen Baggerarbeiten zusätzlich mit Maschendraht überzogen werden. "Gelbe Sicherheitsbänder reichen da nicht", betont Gunar Menzel, Abteilungsleiter Kabel beim RWE/OIE-Dienstleister.

    Im Kreis Birkenfeld streift die Trasse - etwa in Vollmersbach - nur selten Wohnbebauung: Es geht über Felder und durch Waldschneisen, durch den Steinbruch Juchem bei Niederwörresbach (wo es ebenfalls eine kleine Streckenänderung geben wird) oder die ehemaligen US-Kasernen bei Algenrodt. Die Inbetriebnahme der erneuerten Verbindung ist für 2021 geplant. Westnetz will den Antrag für das Planfeststellungsverfahren Ende 2017 einreichen. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts soll es im Anschluss weitergehen in Richtung Baumholder/Freisen/ Saarland. Eine Beeinträchtigung beim Strombezug soll während der Bauphase ausgeschlossen sein, das OIE-Netz biete stets ausreichend Umschaltmöglichkeiten. Mit den Infoveranstaltungen, bei denen auch generell über die Strombereitstellung informiert wurde, will der Energieversorger frühzeitig auf das Mammutprojekt aufmerksam machen.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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