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    Sonnschied/Kirn

    Wenn der Eigentümer sein Buch kennzeichnet ...

    Peter Gerlach pflegt ein außergewöhnliches Hobby: Der Sonnschieder sammelt Exlibris. Bücherstempel, Bucheignerzeichen oder die Besitzurkunde des Buchbesitzers werden so bezeichnet. Es kann ein Stempel sein, den der Bücherfreund verwendet, oder ein eingeklebter Zettel.

    Peter Gerlach in seinem Reich Foto: Rosemarie Hartung
    Peter Gerlach in seinem Reich
    Foto: Rosemarie Hartung

    Von unserer Mitarbeiterin Rosemarie Hartung

    So sieht das Exlibris von Theodor Simon aus.
    So sieht das Exlibris von Theodor Simon aus.
    Foto: hro

    Die Vielfalt der Motive ist unerschöpflich, aber immer ist der Name des Besitzers darauf zu finden. Es wird auf der Innenseite des Buchdeckels angebracht, damit es nicht entfernt werden kann, ohne das Buch zu zerstören.

    Man könnte annehmen, dass ein Exlibris nur für besondere Bücher verwendet wird. Ursprünglich war das tatsächlich so. Bevor 1440 Johannes Gutenberg den Buchdruck erfand, waren Bücher für die normale Bevölkerung unerschwinglich, und die meisten Menschen konnten auch gar nicht lesen. Das war in den Jahrhunderten vor Gutenberg das Privileg von Königen, Fürsten und adeligen Herrschaften. "Viele Bücher wurden zu dieser Zeit in Klöstern geschrieben, und die Mönche haben, wenn sie eines ihrer Bücher beispielsweise verliehen, dieses gekennzeichnet. Und zwar nicht nur mit dem Namen, sondern zusätzlich mit einem kunstvollen Motiv, das irgendwie dem Kloster entsprach", weiß der Antiquar Peter Gerlach. Der Ruheständler aus Sonnschied, der in Kirn und Umgebung eher als Friseurmeister bekannt ist, sammelt mit Leidenschaft Exlibris. Er hat schon Ausstellungen mit seinen Schätzen gemacht und verleiht sie auch dafür an Bekannte, wenn ein bestimmtes Thema gefordert ist. Das kann Kochen, Natur oder Erotisches sein - zu jedem Thema gibt es Exlibris. Selbstredend, dass er für seine Familie ebenfalls ein Exlibris entwerfen ließ.

    Heute findet man sie in jeder Art von Büchern, egal, ob in klassischer Literatur, Romanen oder Kochbüchern. "Während früher Künstler und Maler Exlibris ganz speziell nach den Wünschen ihrer Kunden entworfen haben, wurden im Lauf der Zeit fertige Exlibris angeboten. Man kann unter Hunderten Motiven aussuchen, sie kaufen und lässt dann seinen Namen dazu eindrucken oder stempelt ihn hinein. Deshalb unterscheidet man zwischen Künstler- und Gebrauchsexlibris", erklärt Gerlach. Bekannte Maler wie Albrecht Dürer haben schon Exlibris im Auftrag gemalt.

    Gerlach ist Mitglied in der Deutschen Exlibris-Gesellschaft und trifft dadurch auf Gleichgesinnte. Über die Informationshefte der Gesellschaft erfährt er auch immer wieder Neues. "Egal, wo ich bin: Wenn ich ein Antiquariat sehe, muss ich hinein und nach den kleinen Bildchen fragen. Dabei finde ich oft ganz erstaunliche Exlibris", erzählt er. Besonders stolz ist Gerlach auf solche, die aus Kirn stammen. Davon besitzt er einige.

    Von Wilhelm und Lydia Dröscher hat er nicht nur ein Exlibris, sondern auch Bücher mit solchen aus ihrem Nachlass. Auch von dem Chemiker Dr. Theo Dröscher besitzt er ein Exlibris und Bücher mit seinem Besitzmotiv. Es ist ein ganz typisches Motiv. Es hat den Umriss eines aufgespannten Fells, in dem die Kyrburg thront. Das Motiv bildet den Bezug zu seiner Arbeit und zu seiner Heimat.

    Eine Besonderheit ist das Bucheignerzeichen von Theodor Simon. Zwei Männer beim Gerben sind darauf zu sehen. Das Motiv wurde von dem Industriemaler Oskar Graf um 1920 für Theodor Simon gezeichnet. Von Karl Heinrich Grebe, der selbst ein Buch geschrieben hat, besitzt Gerlach ein solches Kleinod, und auch der Internist Dr. Hans Werner Karch hat ihm sein Exlibris geschenkt.

    "Wenn man einmal damit angefangen hat, merkt man erst, wie umfangreich dieses Thema ist. Auf Flohmärkten finde ich manchmal ganz fantastische Exlibris", verrät der Antiquar. Alle Besonderheiten seiner Sammlung kann man nicht aufführen, das würde den Rahmen sprengen. Aber zwei doch sehr bekannte originale Exlibris, die in seinem Besitz sind, sollen nicht unerwähnt bleiben: die von Christian Morgenstern und Adolf Hitler.

    • Wer sich für die Exlibris und die Sammelleidenschaft interessiert, für den hat Peter Gerlach immer ein offenes Ohr, Tel. 06785/7055.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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