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    BirkenfeldVotum im Birkenfelder Rat: Zehnjahresplan für den Stadtrat erhält volle Zustimmung

    Es ist sozusagen das grüne Tafelsilber der Stadt, von dem jedes Jahr große Mengen verkauft werden. Dieses kommunale Eigentum hat aber einen großen Vorteil: Es kann praktisch nie zur Neige gehen, weil permanent auch wieder Holz nachwächst. Die Rede ist vom Birkenfelder Stadtwald, der auf einem Gesamtgebiet von 151 Hektar – das entspricht in etwa einer Fläche von 211 Fußballfeldern – mit Bäumen bestockt ist. Die von Landesforsten Rheinland-Pfalz vorgeschlagene Zehnjahresplanung für dessen Bewirtschaftung hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig akzeptiert.

    Vor diesem Votum hatte Joachim Kuntz von der Zentralstelle der Forstverwaltung in Neustadt/Weinstraße dem Gremium knapp eine Stunde lang die wichtigsten Eckpunkte des sogenannten Forsteinrichtungswerks erläutert und ihnen zugleich erklärt, welche Ergebnisse die im vorigen Jahr unternommene Inventur im Stadtwald gebracht hat.

    „Das Forsteinrichtungswerk ist ein Rahmenplan für die nächsten zehn Jahre und Grundlage für das, was der Revierförster umsetzen soll. Was aber in dieser Zeit tatsächlich im Wald geschieht, stellt Ihnen der Revierförster dann jedes Jahr im jeweiligen Forstwirtschaftsplan vor, über den Sie ebenfalls abstimmen“, sagte Kuntz zu den Ratsmitgliedern. Das heißt: Die langfristigen Empfehlungen des Forsteinrichtungswerks sind nicht in Stein gemeißelt. Abweichungen kann es durchaus geben. Das betrifft zum Beispiel die nachhaltige Holznutzung. Im Birkenfelder Stadtwald beträgt der jährliche Holzzuwachs laut Kuntz 928 Festmeter.

    Auf der anderen Seite sieht der Rahmenplan vor, dass in Birkenfeld von allen Baumarten pro Jahr eine Gesamtmenge von 777 Festmetern gefällt werden kann. Diese Bilanz zeigt, dass im Stadtwald nicht mehr Holz eingeschlagen wird, als neu hinzuwächst. Deshalb betonte Kuntz: „Sie können sich also sicher sein, dass wir – was den Hiebsatz angeht – sehr vorsichtig planen und der Wald das auch gut verträgt. Wenn es aber mal ein Jahr geben sollte, in dem die Preise hoch sind und das Holz sich gut verkaufen lässt, ist es auch in Ordnung, wenn mal 900 bis 1000 Festmeter eingeschlagen werden. Einem Förster ist trotzdem nichts fremder, als einen Wald zu plündern.“

    Der Experte aus Neustadt, der zurzeit für 19 Gemeinden im gesamten Bereich des Forstamts Birkenfeld die jeweilige Zehnjahresplanungen erstellt, konstatierte mit Blick auf seine Inventur im Stadtwald, dass dort über viele Generationen der forstlichen Bewirtschaftung hinweg ein „guter Ausgleich unterschiedlicher Baumarten vorhanden ist. Dieses Verhältnis sollte man auch in Zukunft beibehalten“, sagte Kuntz.

    Auf einer Fläche von 45,6 Hektar stehen Buchen; Traubeneichen besetzen eine Fläche von 39,7 Hektar; die für den Verkauf vor allem als Bauholz wichtige Fichte ist auf 39,1 Hektar vertreten. Übrigens: Die der Kreisstadt den Namen gebende Baumart, die Birke, ist auf einer Fläche von vier Hektar vertreten.

    Auch wenn Stadtbürgermeister Miroslaw Kowalski (CDU) darauf hinwies, dass die Bewirtschaftung des Stadtwalds seit mehreren Jahren keine Gewinne mehr abwirft und der Forsthaushalt bei der Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben meist ein Minus aufweist, so betonte er doch dessen besondere Bedeutung. „Der Stadtwald ist nämlich auch für die Naherholung unserer Bürger wichtig.“ Klaus Lukas (SPD) lobte das von Kuntz vorgestellte Forsteinrichtungswerk als „Planung mit Aussagekraft“. Für Gerd Schwabe (BFL) hatten die Ausführungen des Experten deutlich gemacht, „dass wir mit unserem Stadtwald auf dem richtigen Weg sind“.

    Auch für Michael Reischl (FDP) hatten die Ausführungen von Kuntz einen großen Erkenntnisgewinn. Er habe nämlich schon oft von Bekannten die Klage gehört, dass im Stadtwald Raubbau betrieben und zu viele Bäume gefällt werden. „Nun habe ich Argumente, um diesen Aussagen zu widersprechen“, betonte Reischl.

    Zu guter Letzt verneinte Kuntz auch die Nachfrage von CDU-Fraktionssprecherin Christine Tholey-Martens, ob denn der neue Nationalpark irgendeinen Einfluss auf die Bewirtschaftung des Birkenfelder Stadtwaldes habe. Denn das Schutzgebiet befindet sich ausschließlich auf Staatswaldflächen, während die 151 Hektar große Waldfläche rund um Birkenfeld kommunales Eigentum ist. „Deshalb können Sie in diesem Gebiet auch autonom Entscheidungen treffen, sofern der durch das Landeswaldgesetz vorgegebene Rahmen berücksichtig wird“, betonte Joachim Kuntz abschließend.

    Von unserem Redakteur Axel Munsteiner

    Landeszuschuss gesichert: Pfalzgrafenweg wird ab Frühjahr 2018 ausgebaut

    Über ein frisch eingetroffenes Schreiben aus Mainz berichtete Stadtbürgermeister Miroslaw Kowalski. Das Land habe darin erklärt, dass es einen von der Kommune gestellten Antrag bewilligt und sich mit einem Zuschuss am geplanten Ausbau des Pfalzgrafenwegs beteiligt. Die Verwirklichung dieses Projekts hat die Stadt nämlich davon abhängig gemacht, ob sie eine Finanzspritze erhält.

    Laut Kowalski soll die Entwurfsplanung für dieses Vorhaben in der nächsten Ratssitzung im Juni vorgestellt werden. Auch eine Anliegerversammlung wird es noch geben. Kowalski geht davon aus, dass die Bauarbeiten im Frühjahr 2018 beginnen können und dann etwa vier bis fünf Monate dauern werden. In Zusammenarbeit mit den Werken wird die Straße inklusive Kanal und Wasserleitungen auf einer Länge von 200 Metern ausgebaut. Reine Formsache war im Rat der Satzungsbeschluss zur Änderung des Bebauungsplans im Bereich des Dambacher Wegs. Dort ist die Stefan-Morsch-Stiftung angesiedelt. Mit der Planänderung sind die Voraussetzungen dafür gegeben, dass sich die Stiftung dort bei künftigen Bauvorhaben auch weiterentwickeln kann. Die Festsetzungen des zuvor geltenden Plans wären in diesem Fall ein Hemmnis gewesen, weil der Bereich bis dato als Gewerbegebiet ausgewiesen war. Nun ist daraus ein Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „gesundheitsaffine Nutzungen“ und „Rehazentrum“ geworden. Kowalski informierte außerdem darüber, dass im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Stadt“ und mithilfe eines 80-Prozent-Zuschusses seitens des Landes auf der aktuell abgesperrten Schotterfläche an der Ecke Talweiherstraße/Krautgasse öffentliche Parkplätze angelegt werden sollen. ax

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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