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    Idar-Oberstein

    Verkehr: Taxifahrer sind kaum noch zu finden

    Der Schriftsteller Ilija Trojanow ist schon viel in der Welt herumgekommen, hat längere Zeit in Südafrika und in Indien gelebt und sogar schon eine Pilgerfahrt nach Mekka mitgemacht. Mit einem Problem hat er allerdings nicht gerechnet: Dass er, wenn er anlässlich einer Lesung am Idar-Obersteiner Bahnhof ankommt, dort kein Taxi findet. „Deshalb hatte ich auch keine Telefonnummer vom Veranstalter zur Hand, um mich abholen zu lassen“, berichtete er. „Ich dachte, es reicht, wenn ich die Adresse vom Veranstaltungsort habe. Dass man an einem Bahnhof kein Taxi bekommt, das habe ich noch nie erlebt.“ Da halfen auch nicht die Bemühungen einer Taxifahrerin, die schon einen anderweitigen Auftrag hatte, einen anderen Wagen zu organisieren – es gab kein Taxi.

    So groß wie auf diesem Foto ist die Auswahl an Taxen am Bahnhof Oberstein meist nicht, oft gibt es große Engpässe.  Foto: Hosser
    So groß wie auf diesem Foto ist die Auswahl an Taxen am Bahnhof Oberstein meist nicht, oft gibt es große Engpässe.
    Foto: Hosser

    Die Situation ist allen drei Idar-Obersteiner Taxi-Unternehmen geläufig: Es fehlt an Fahrern. Vor allem feste Mitarbeiter sind kaum zu bekommen, aber auch Aushilfen werden händeringend gesucht. „Das ist ein riesiges Problem“, erklärt etwa Corina Becker, Geschäftsführerin bei Taxi Allmang. „Wir könnten viel mehr Autos einsetzen, aber uns fehlen einfach die Fahrer.“ Auch Petra Canisius, die mit ihrem Mann ein Taxi-Unternehmen in Weierbach betreibt, hat Probleme, Personal zu finden. „Wir haben es mit Annoncen probiert, aber da meldet sich kaum jemand“, musste sie feststellen. „Für viele ist das Taxifahren einfach nicht lukrativ genug“, meint Allessandro La Delfa, Inhaber des Taxiunternehmens Schwenn. In der Regel erhält ein Taxifahrer den gesetzlichen Mindestlohn plus Nacht- und Feiertagzuschläge.

    Die Engpässe für Kunden treten vor allem zu bestimmten Zeiten auf, und das hängt auch mit den gewandelten Strukturen des Taxigeschäfts zusammen. „Etwa 75 Prozent sind Krankenfahrten“, erklärt etwa La Delfa. „Und da diese an feste Termine geknüpft sind, bindet das auch Personal. Straßentaxis sind die Manövriermasse, die man dann streichen muss, wenn nicht genügend Personal zur Verfügung steht.“ Das bestätigt auch Petra Canisius: „Sie werden montags, mittwochs und freitags zu bestimmten Zeiten große Probleme haben, in Idar-Oberstein ein Taxi zu bekommen, dann stehen nämlich Dialyse-Fahrten von Patienten an, und fast alle Taxen sind ausgebucht.“

    Generell gilt der Tipp von allen Unternehmen, Fahrten, bei denen ein bestimmter fester Termin wahrgenommen werden muss, etwa die Abfahrt eines Zuges, frühzeitig zu reservieren. „Wenn man so etwas erst kurz vorher macht, dann kann es schon mal vorkommen, dass man auf die Schnelle keinen Wagen mehr bekommt“, unterstreicht Corina Becker.

    Mit einer Entspannung der Personalsituation in absehbarer Zeit rechnen die Unternehmen nicht. Zumal der Erwerb des Personenbeförderungsscheins auch an gewisse Bedingungen wie Tests und Prüfungen gebunden ist. Bewerber müssen mindestens 21 Jahre alt und zwei Jahre im Besitz des Pkw-Führerscheines sein, es müssen ein allgemeiner medizinischer Test, ein spezieller Sehtest sowie ein Reaktionstest absolviert werden, außerdem ist eine Ortskundeprüfung fällig. Petra Canisius kritisiert in dieser Hinsicht auch das Jobcenter. „Die Kosten für den Erwerb des Personenbeförderungsscheins werden in der Regel nicht übernommen“, erklärt sie. „Ich kenne jemanden, dem hat man gesagt, es gebe ja schon genug arbeitslose Taxifahrer...“

    Das will Hubert Paal, Geschäftsführer des Jobcenters Idar-Oberstein, allerdings so nicht stehen lassen. „Es ist sicher richtig, dass wir in der Regel keine Qualifikation auf Vorrat finanzieren. Da schauen wir dann schon genauer hin, wie allgemein wichtig und verwendbar sie ist“, stellt er klar. „Aber wenn jemand zu uns kommt mit einem konkreten Jobangebot, für das er einen Personenbeförderungsschein braucht, dann finanzieren wir ihm das selbstverständlich auch.“

    Von unserem Reporter Jörg Staiber

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