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    Schmißberg

    "Unser Dorf hat Zukunft 2015": Silberdorf Schmißberg blüht wieder auf

    In Schmißberg tragen die Menschen Mützen, auf denen der Schriftzug steht: "Wir lieben Schmißberg." Das Wort "lieben" ist durch ein Herz ersetzt - ein Beweis dafür, wie groß die Identifikation der Menschen in Schmißberg mit ihrem Dorf ist. Und weil das so ist, wurde die Gemeinde jetzt von einer Kommission der ADD Trier in den Landesentscheid des Bundeswettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft 2015" gewählt.

    Wunderschön in einer sanften Hügellandschaft gelegen: Schmißberg
    Wunderschön in einer sanften Hügellandschaft gelegen: Schmißberg

    Überzeugt haben die Kommission die mehr als 50 ehrenamtlichen Helfer, darunter Wirte und Putzfrauen, die Mitglieder der Dorfschmiede (ehemalige Kirmesgesellschaft) und die Rentnerband, in der sich die Schmißberger Senioren zu Arbeitseinsätzen zusammenfinden.

    Zwei Erfolge auf Bundesebene

    Das alles zeigt, dass es in dem Dorf nicht nur ein Wirgefühl gibt, sondern dass dieses Gefühl dort zelebriert wird. Genau wie damals in den 60er- und 80er-Jahren, als Schmißberg zweimal den Landesentscheid und anschließend zweimal die Silbermedaille auf Bundesebene bei "Unser Dorf soll schöner werden" gewann, wie der Wettbewerb seinerzeit hieß.

    Doch so war es nicht immer. Im Jahr 2003 wurde die geschichtsträchtige, seit 1969 veranstaltete Ambosskirmes zum letzten Mal gefeiert. Die Gründe waren die gleichen wie auch in anderen Gemeinden: zu wenig Helfer, zu teuer. Dazu kamen die Probleme des demografischen Wandels. Der Altersdurchschnitt in Schmißberg stieg auf ein Rekordhoch. Die Zukunft in der einst so stolzen Hunsrückgemeinde war ungewiss. Das Dorf verfiel in ländliche Lethargie - es wurde ruhiger im einst zweitschönsten Dorf Deutschlands.

    Es war die Zeit für Visionäre gekommen, und sie zeigten sich. Schmißberg war an einem Punkt angelangt, an dem genau das gemacht werden musste, von dem alle sagen, dass es verrückt ist. Und so beschloss der damalige Gemeinderat, die Ortsmitte neu zu gestalten und das ehemalige Schlachthaus in eine Dorfwirtschaft umzubauen. Die Umbauarbeiten sollten rund 100 000 Euro kosten. Das ambitionierte Vorhaben stieß allerdings nicht überall im Dorf auf Gegenliebe. Die einen sahen darin einen notwendige Beitrag zur Verschönerung, für die anderen war es Geldverschwendung. Doch genau diese Diskussion war notwendig, um Schmißberg aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Der Hartnäckigkeit des damaligen Gemeinderates, trotz aller Kritik an der Idee festzuhalten, ist es zu verdanken, dass in Schmißberg wieder mehr Leben eingekehrt ist. Das Schlachthaus und die neue Dorfmitte wurden zum Sinnbild des Neuanfangs.

    Vor knapp sechs Jahren wurden Dorfmitte und Dorfkneipe fertiggestellt. Die Umgestaltung des Dorfplatzes wurde mittels Fördermitteln und Spenden finanziert. Die Gemeinde musste am Ende nur einen kleinen Teil selbst dazu beisteuern. Das Schlachthaus bauten die Schmißberger sogar mit eigener Kraft um. Insgesamt 3000 freiwillige Arbeitsstunden waren dazu notwendig.

    Die Kneipe in der Dorfmitte hat jeden Freitag und Samstag geöffnet. Sie ist jetzt ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. An manchen Wochenenden kann es da schon schwer werden, einen Platz an der Mehrgenerationentheke zu bekommen. Das Besondere: Einige der Gäste stehen in Schmißberg auch selbst hinter der Theke.

    Wirte arbeiten ehrenamtlich

    Ohne die ehrenamtlichen Wirte wäre der Betrieb der Dorfwirtschaft undenkbar. Weil die Einnahmen direkt in die Kasse der Gemeinde fließen, bedankt sie sich bei ihren aktiven Ehrenamtlichen mit einer Einladung zu einem jährlichen Ausflug. Neulich ging es auf die Landesgartenschau nach Landau.

    Schmißbergs Ortsbild ist harmonisch: Es gibt viel Grün, und die Gärten sind gepflegt. Im Dorf fließt aus gleich drei Brunnen Wasser - ein Zeichen von Vitalität, wie ein ADD-Kommissionsmitglied während des Dorfrundgangs bemerkte. Er hat recht: Schmißberg ist quicklebendig. Die Lethargie ist lange verschwunden, es herrscht jetzt Aufbruchsstimmung. Zu erkennen ist das auch an der Idee eines Naturerlebniswanderweges mit dem Namen "Milan, Storch und Co." Der Wanderweg ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Gemeinden Rimsberg und Niederhambach. Er soll den Wanderern neben der Schönheit der Hunsrückdörfer und ihrer Umgebung die dort beheimatete Vogelwelt näherbringen.

    Die Zukunft für Schmißberg sieht rosig aus: Die Gemeinde hat keine Schulden, keinen Gebäudeleerstand, und es gibt schnelles Internet. Und auch wegen des Altersdurchschnitts hat man gehandelt: Ausgerechnet die Rentnerband hat am Ortsrand ein Storchennest aufgebaut. Sebastian Grauer

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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