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Hilscheid

Trailpark Erbeskopf startet schon diese Saison

Der Hunsrück entwickelt sich weiter zum Refugium für Radfahrer. Nach dem Idarkopf soll jetzt auch der Erbeskopf für Mountainbiker erschlossen werden. Und das recht kurzfristig (und damit vor dem Idarkopf): Die ersten beiden von insgesamt acht vorgesehenen Strecken sollen schon dieses Jahr eröffnet werden.

Die Strecken sind schon abgesteckt, im Frühjahr soll es losgehen mit dem Mountainbike-Park am Erbeskopf. Fotos:  Trailpark-Erbeskopf GmbH
Die Strecken sind schon abgesteckt, im Frühjahr soll es losgehen mit dem Mountainbike-Park am Erbeskopf. Fotos: Trailpark-Erbeskopf GmbH
Foto: frei

In den kommenden zwei, drei Jahren sollen dann weitere sechs Abfahrtsstrecken angelegt und ausgeschildert werden, sagt Till Dengel von der Trailpark Erbeskopf GmbH mit Sitz im saarländischen Ottweiler, die das Projekt plant und umsetzt. „Wobei das natürlich davon abhängt, wie die ersten beiden Strecken angenommen werden“, sagt er. Von April bis Oktober können sich Radsportler künftig mit Liften nach oben ziehen lassen und sich dann auf die Downhill genannte Bergabfahrt begeben.

Freuen sich auf den Trailpark: (von links) Gerd Hartenberger vom Hunsrückhaus, Martin Halm (Geschäftsführer Trailpark GmbH) und Klaus Hepp (Zweckverband).
Freuen sich auf den Trailpark: (von links) Gerd Hartenberger vom Hunsrückhaus, Martin Halm (Geschäftsführer Trailpark GmbH) und Klaus Hepp (Zweckverband).
Foto: Trailpark-Erbesk

Die Strecken werden nach Schwierigkeitsgraden unterschieden. Wie beim Skifahren sind sie unterteilt in blaue Strecken für leichte Abfahrten, rote Abfahrten für geübte Mountainbiker und schwarze Abfahrten für anspruchsvolle Downhill-Cracks. Bei allen steht Fahrspaß im Mittelpunkt – egal ob für Anfänger und Kinder auf der Flowline oder für Experten auf der etwas ruppigeren Endurostrecke oder der schwarz eingestuften Northshore-Line.

Wie genau die Strecken verlaufen, kann Dengel noch nicht sagen. Die letzte naturschutzrechtliche Genehmigung ist gerade erst frisch eingetroffen. Jetzt kann man damit beginnen, die exakte Streckenführung festzulegen. Im Herbst waren schon mit roten Fähnchen die geplanten Trails abgesteckt worden, wie aufmerksame Wanderer feststellen konnten.

Hindernisse aus heimischem Holz

In der Planung werde viel Wert auf die Umweltverträglichkeit gelegt, heißt es in einer Presseerklärung der GmbH. Die Natur mit ihrer ansprechenden Topografie sowie die Landschaft am Erbeskopf seien einzigartig und würden zum Alleinstellungsmerkmal des Trailparks. Bis auf die Anlage der acht Strecken, die mit Hindernissen aus heimischem Holz gespickt werden, sollen nur wenige Eingriffe in die Natur erfolgen. Es würden zudem Ausgleichflächen geschaffen, die die Flächennutzung kompensieren. Der Trailpark werde so nahezu umweltneutral in die Landschaft eingebettet, sagen die Planer.

Während am Idarkopf alles neu gebaut werden muss, profitiert die Trailpark Erbeskopf GmbH von der vorhandenen Infrastruktur: Lifte, an denen sich die Biker hochziehen lassen können, das Hunsrückhaus mit Gastronomie, Parkplätzen, Stellplätzen für Wohnmobile – „alles ist da“, schwärmt Dengel. Die Mountainbiker nutzen übrigens den gleichen Lift wie die Gäste der Sommerrodelbahn. Insgesamt investiert die Trailpark Erbeskopf GmbH zwischen 200.000 und 300.000 Euro, berichtet der Betreiber. Einnahmen sollen aus dem Liftbetrieb erfolgen: Nutzer kaufen sich wie beim Wintersportbetrieb Einzel- oder Mehrfachkarten. Geplant sind auch ein Mountainbike-Verleih und Kurse für Bike-Training.

Die Trailpark Erbeskopf GmbH habe wegen der vielen erforderlichen Absprachen mit den Behörden und dem Zweckverband fast drei Jahre benötigt vom ersten Meeting bis zur jetzigen Detailplanung, berichtet Dengel. Die Gesellschaft besteht aus vier leidenschaftlichen Mountainbikern im Alter zwischen Mitte 20 und 43 Jahren, die sich beim ehrenamtlichen Flowtrail-Projekt in Ottweiler kennengelernt haben, erzählt Dengel. Alle haben am Erbeskopf das Skifahren gelernt, so dass ihnen die höchste Erhebung von Rheinland-Pfalz nicht unbekannt ist.

Hackethal sieht Synergieeffekte

Andreas Hackethal, Morbacher Ortsvorsteher und stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbandes Erbeskopf, begrüßt den MTB-Park. „Ich sehe es als ein Projekt, das den Erbeskopf stärkt und den Tourismus im Hunsrück fördert.“ Es ergäben sich viele Synergieeffekte, beispielsweise mit dem Hochseilgarten und der Waldgaststätte, die schon bald wieder geöffnet werden soll. Dem Zweckverband entstünden durch das Projekt keinerlei Kosten. Vielmehr profitiere dieser von weiteren Einnahmen durch die Nutzungsentgelte für die Lifte.

Von unserem Mitarbeiter Christoph Strouvelle

KOMMENTAR: Den Idarkopf mal schnell überholt

Nicht nur die einheimischen Mountainbiker wird es freuen: Die Planer am Erbeskopf haben die am Luftlinie keine 20 Kilometer entfernten Idarkopf aus dem Windschatten heraus überholt – aber das ist auch keine Überraschung: Während man bei Stipshausen mit großem Aufwand Bebauungspläne aufstellen und eine Nutzung mitten in geschützten FFH-Flächen realisieren muss, ist das Ski- und Freizeitgebiet am Erbeskopf für diese Art von Nutzung bereits vorgesehen. Dass Lift, Gastronomie, Parkplätze, Toiletten etc. schon vorhanden sind, macht das Vorhaben natürlich ebenfalls deutlich einfacher. Zudem geht es um eine ganz andere Größenordnung.

Von Stefan Conradt

Dennoch sind die Verantwortlichen im Regionalentwicklungsverein Nationalpark Hunsrück-Hochwald jetzt gefordert, genau hinzuschauen, damit das kleinere Projekt dem größeren nicht schadet. Das hat auch Umweltministerin Ulrike Höfken hinter den Kulissen deutlich gemacht. Wenn die geplante Bikeregion zwischen dem „Leuchtturm“-Vorhaben am Idarkopf und dem Bostalsee wie geplant realisiert werden kann, wird der Trailpark Erbeskopf ein wichtiger Mosaikstein werden. Ohne den Idarkopf jedoch bricht das Kartenhaus schnell zusammen.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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