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    Birkenfeld/Baumholder

    Streetworkerin ist ab sofort in den VGs Birkenfeld und Baumholder im Einsatz

    Sie soll als Vertrauensperson einen besseren Zugang zu Jugendlichen finden, die sich in Gruppen zum Beispiel am Weiher in Baumholder oder am Großparkplatz am Birkenfelder Stadion treffen und dabei – häufig als Folge von Alkohol- oder Drogenkonsum – mitunter in Form von Randale, Vandalismus oder der Belästigung anderer Leute Ärger machen: Janette Geßner hat am 1. August die neu geschaffene Stelle als gemeinsame Streetworkerin der beiden Verbandgemeinden angetreten.

    Eins lässt sich schon jetzt mit Bestimmtheit sagen: Im Büro am Rechner zu sitzen, wird nicht der Schwerpunkt der Arbeit sein, die Janette Geßner bei ihrer neuen Stelle erwartet. Die Streetworkerin soll vielmehr draußen den direkten Kontakt zu den Jugendgruppen suchen, die sich auf den öffentlichen Plätzen in Birkenfeld und Baumholder treffen und dort manchmal auch Ärger machen.  Foto: Reiner Drumm
    Eins lässt sich schon jetzt mit Bestimmtheit sagen: Im Büro am Rechner zu sitzen, wird nicht der Schwerpunkt der Arbeit sein, die Janette Geßner bei ihrer neuen Stelle erwartet. Die Streetworkerin soll vielmehr draußen den direkten Kontakt zu den Jugendgruppen suchen, die sich auf den öffentlichen Plätzen in Birkenfeld und Baumholder treffen und dort manchmal auch Ärger machen.
    Foto: Reiner Drumm

    Die 39-Jährige studierte Sozialpädagogin stammt aus dem Odenwald, lebt seit einigen Jahren aber in Welchweiler im Kreis Kusel und hat zuvor unter anderem in stationären Jugendhilfeeinrichtungen gearbeitet, wo sie zuletzt in Wolfstein auch mit der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen betraut war. Die Gremien in beiden Verbandsgemeinden haben sie aus insgesamt sechs Bewerbern ausgewählt.

    „Mich hat die neue Stelle als Streetworkerin in Birkenfeld und Baumholder gereizt, weil mir autarkes Arbeiten liegt und ich, so denke ich jedenfalls, ein gutes Händchen für Jugendliche habe. Ich kann offen auf sie zugehen und werde von ihnen auch hoffentlich als Ansprechpartner akzeptiert, zumal ich ja schon auch etwas hippiger aussehe“, sagt Geßner über sich selbst.

    Dosenöffnermännchen ist oft dabei

    Und in der Tat: Die jugendliche Klientel, um die sich die neue Streetworkerin künftig kümmern soll, muss nicht damit rechnen, dass ihnen mit Geßner nun optisch eine klassische Bankkauffrau im schicken Kostüm begegnen wird. Die zierliche 39-Jährige trägt Tattoos, hat ihre Haare blau gefärbt und wird – das kündigt sie schon jetzt an – beim Aufsuchen der informellen Treffpunkte der Jugendlichen auf den diversen Plätzen auch häufiger einen treuen Gefährten dabeihaben. Der heißt „Banksy“, ist eine deutsche Dogge und wird von Geßner als „Dosenöffnermännchen“ bezeichnet, weil die Erfahrung ihr gezeigt hat, dass es mit ihrem Hund leichter ist, den ersten Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen. „Außerdem schadet es ja auch nicht, dass man sich mit ihm gleich ein bisschen Respekt verschafft“, sagt Geßner schmunzelnd.

    Die Streetworkerin wird feste Sprechzeiten anbieten, wobei sich die beiden Verbandsgemeinden als Arbeitgeber bewusst dafür entschieden haben, ihr Büro nicht in den jeweiligen Rathäusern, sondern im Birkenfelder Jugendzentrum beziehungsweise im Jugendzentrum der evangelischen Kirchengemeinde in Baumholder einzurichten. Dort wird aber natürlich nicht der Schwerpunkt von Geßners Aktivitäten liegen. „Ich werde in erster Linie abends und an den Wochenenden unterwegs sein und schauen, wo ich die Jugendlichen antreffe“, betont Geßner.

    Einige der Brennpunkte sind aber selbstredend schon längst bekannt: In Birkenfeld sind das neben dem Parkplatz am Stadion vor allem der Talweiherplatz, aber auch das überdachte Foyer an der Grundschule oder auch die Grillhütte an der Burg. „Alles in allem ist es bei uns so, dass es etwa 40 Jugendliche gibt, die sich in unterschiedlichen Gruppen treffen und immer wieder Probleme machen. Sie sind etwa im Alter zwischen 14 und 25 Jahren“, sagt Hans-Günther Heß, Fachbereichsleiter der Abteilung Bürgerdienste in der VG-Verwaltung.

    In Baumholder ist abgesehen vom Weiher unter anderem das Umfeld der früheren Realschule ein beliebter Treffpunkt für Cliquen. Auf alle Jugendlichen, die sich auf diesen öffentlichen Plätzen versammeln, soll Geßner gezielt zugehen und Präsenz zeigen.

    Holzhammermethode wirkt nicht

    Zu ihrem Aufgabengebiet gehört es laut Stellenbeschreibung, den Jugendlichen Orientierungshilfe in diversen Lebenslagen zu unterbreiten und ihnen Perspektiven für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung aufzuzeigen. „Das geht aber nicht mit der Holzhammermethode. Wichtig ist für mich, dass die Jugendlichen merken, dass ich nicht dazu da bin, sie zu gängeln, sondern mit ihnen Lösungen zu entwickeln“, betont Geßner.

    Sie und Heß legen in diesem Zusammenhang auch Wert auf die Feststellung, dass es eine klare Trennung zwischen Ordnungsamt, Jugendamt und Polizei einerseits und der Streetworkerin andererseits gibt. Zwar soll und wird Geßner sehr wohl eng mit diesen Behörden zusammenarbeiten, ihre Rolle ist aber so zu verstehen, dass die 39-Jährige sozusagen die Anwältin der von ihr zu betreuenden Klientel ist. Denn wer sich mit seinen Problemen an die Streetworkerin wendet, genießt absoluten Vertrauensschutz. „Ich habe eine Schweigepflicht, die ich auch sehr ernst nehme“, stellt Geßner klar.

    Der Birkenfelder VG-Chef Bernhard Alscher betont, dass es bei der Einstellung einer Streetworkerin vor allem um die Prophylaxe geht. Für die VG ist zwar nach wie vor der frühere Jugendpfleger Tom Sessa bei der Organisation von Freizeitprogramm im Einsatz, „aber zu einem Jugendpfleger kommen zumeist Leute, die auch mitmachen wollen. Eine Streetworkerin soll die Jugendlichen hingegen dort abholen, wo sie stehen“, erklärt Heß den Unterschied. Geßners Aufgabe sei es also, Kontakt zu Jugendlichen aufzubauen, die man bisher nicht erreichen konnte, „die uns aber zunehmend Probleme machen. Wir müssen versuchen, diese jungen Leute wieder in unser gesellschaftliches System hereinzuholen, und wollen verhindern, dass sie auf ihrem Lebensweg falsch abbiegen“, ergänzt Alscher. Dass Geßner beim Erreichen dieses anspruchsvollen Ziels eine Schlüsselrolle einnehmen kann und dafür die geeignete Person ist, betonen die Verantwortlichen beider VGs.

    Bei Vorstellungsgespräch überzeugt

    Sowohl Alscher als auch sein Baumholderer Kollege Bernd Alsfasser weisen zwar darauf hin, dass man mit der Einstellung einer Streetworkerin absolutes Neuland betrete und nun erst einmal Erfahrungen sammeln muss, ob dies auch die erhoffte Wirkung zeigt, Alsfasser ist diesbezüglich aber optimistisch: „Janette Geßner ist eine sehr taffe Frau, die nach meiner Einschätzung einen guten Zugang zu den Jugendlichen finden wird.“ Und auch Hans-Günther Heß stellt klar: „Sie hat bei den Vorstellungsgesprächen unter allen Bewerbern den eindeutig besten Eindruck gemacht.“

    Wer ein Anliegen hat, das er vertrauensvoll mit der neuen Streetworkerin besprechen will, kann Janette Geßner unter Telefon 0171/388 97 51 kontaktieren.

    Von unserem Redakteur
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