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    Statistik der Polizei Baumholder: Flüchtlingsstrom führt nicht zu mehr Kriminalität

    VG Baumholder. Die Bürger der VG Baumholder haben keinen Grund, sich unsicher zu fühlen. Diese Botschaft aus der gerade veröffentlichten und von ihm bearbeiteten Kriminalitätsstatistik ist Hermann-Josef Decker, dem stellvertretenden Leiter der Polizeiinspektion (PI) Baumholder, besonders wichtig.

    Von unserem Redakteur Michael Fenstermacher

    Zwar gab es 2015, insgesamt betrachtet, einen leichten Anstieg der Kriminalität um 21 auf 459 Fälle. Gleichzeitig stieg aber auch die Aufklärungsquote um 8,4 Prozentpunkte auf 63,4 Prozent. Und bei den für das Sicherheitsgefühl besonders relevanten Fällen der Gewaltkriminalität (von 16 auf 11 Fälle) und der Straßenkriminalität (von 64 auf 22 Fälle) gab es jeweils einen deutlichen Rückgang.

    Hervorzuheben ist aus Deckers Sicht noch ein weiterer Punkt. "Der Zustrom der Flüchtlinge war im vergangenen Jahr das große Thema, und viele haben einen Anstieg der Kriminalität vorhergesagt. Aber das ist nicht eingetreten", sagt er im Gespräch mit der NZ. "Eine zu vernachlässigende Größe" seien die von diesem Personenkreis begangenen Straftaten im Dienstbezirk der PI gewesen. Hinzu komme, dass bestimmte Delikte wie illegale Einreise gar nicht von Deutschen, sondern nur von Asylbewerbern begangen werden können. Es gehören nur wenige von ihnen zu dem Kreis der 57 Ausländer unter den insgesamt 251 Tatverdächtigen. "Wie schon in den vergangenen Jahren handelt es sich beim Großteil der nichtdeutschen Straftäter um Amerikaner", erklärt Decker. 64 Tatverdächtige, 25,5 Prozent waren unter 21 Jahren, davon 12 Kinder und 29 Jugendliche.

    Kneipenschlägereien nehmen zu

    Von den 459 Kriminalitätsfällen fielen 345 Fälle der sogenannten kleinen und mittleren Kriminalität in den Zuständigkeitsbereich der PI. Straftaten gegen das Leben wie Mord, Totschlag oder fahrlässige Tötung gab es 2015 nicht. Bei den Sexualstraftaten ist ein Rückgang von sieben auf drei Fälle zu verzeichnen. Einen leichten Anstieg um 3 auf 88 Fälle gab es bei den Rohheitsdelikten wie Körperverletzung, Raub und Nötigung - und zwar besonders bei den einfachen Körperverletzungsdelikten. Ursache waren meist Streitigkeiten zwischen Gaststättenbesuchern im alkoholisierten Zustand bei und nach Besuchen in einschlägigen Lokalen in Baumholder - durchaus eine Folge des nach dem Personalzuwachs bei den Amerikanern wieder aufkeimenden Nachtlebens, bestätigt Decker auf NZ-Nachfrage.

    In allen Bereichen rückläufig ist die Zahl der Diebstähle, bei den einfachen Fällen wie Ladendiebstählen von 92 auf 74 und bei den schwereren Fällen - das sind Einbruchsdiebstähle - von 52 auf 42, davon 12 Versuche. Dabei dürften die polizeiliche Präsenz in Baumholder und entsprechende Kontrolltätigkeiten - verbunden mit einer wachsamen Bevölkerung - vermutlich den einen oder anderen Einbruch verhindert haben.

    Ein Anstieg um 11 auf 76 Fälle ist bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten feststellbar. Dazu zählen unter anderem der Warenbetrug, die Urkundenfälschung und die Unterschlagung. Das Internet ist ein Hauptbetätigungsfeld - etwa wenn Ware bezahlt, aber nicht geliefert wurde oder Unterschriften gefälscht werden. Das Vorgehen der Täter sei dabei häufig primitiv, ergänzt Decker.

    Beleidigt wird oft per Smartphone

    Aus der Gruppe der sonstigen Straftatbestände hebt Decker zwei Delikte besonders hervor. So versuchten im vergangenen Jahr sechsmal Personen eine Straftat vorzutäuschen, um eigenes Fehlverhalten zu rechtfertigen oder zu verdecken. Ein typischer Fall sei dabei, dass zur Vertuschung einer Trunkenheitsfahrt mit Unfall ein Autodiebstahl vorgetäuscht wird.

    Stark gestiegen ist außerdem die Zahl der Beleidigungen von 10 auf 29 Fälle. Dabei wurden die bösen Worte meist nicht im persönlichen Kontakt ausgesprochen, sondern mittels Smartphone oder Handy - laut Decker ein klarer Trend. "So fällt den Leuten das wohl leichter als von Auge zu Auge." An der Strafbarkeit ändert dies aber nichts.

    Erheblich ist zudem der Anstieg bei den Brandstiftungsdelikten, die sich auf 14 Fälle versiebenfachten. Dabei brannte es zumeist auf Feldern, Wiesen und an Waldrändern, ohne dass größerer Schaden entstand. "Hier haben wir es wohl mit einem Pyromanen zu tun, der leider schwer zu ermitteln ist", meint Decker. Erfreulich ist der Rückgang der Sachbeschädigungen an Kfz um 6 auf 15 und im öffentlichen Raum um acht auf neun.

    Hauptsächlich auf verstärkte Verkehrskontrollen führt der Polizeioberkommissar den Anstieg bei den Rauschgiftdelikten zurück, die sich auf 33 Fälle verdreifacht haben. Drogenkonsumenten, die im berauschtem Zustand am Straßenverkehr teilnehmen, bilden ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotenzial, weshalb stets entsprechende Verfahren eingeleitet werden. Als häufigste Substanz seien dabei Haschisch und Marihuana durch Amphetamine abgelöst worden. "Das ist mittlerweile so etwas wie das Kokain des kleinen Mannes", sagt Hermann-Josef Decker mit Blick auf den niedrigen Preis und die aufputschende Wirkung.

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