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    Bundenbach

    Sommerwetter und keltische Klänge entzückten die Besucher des Altburgfestivals in Bundenbach

    Zwar gelten die alten keltischen Götter seit fast zweitausend Jahren als abgeschrieben, aber irgendeine Verbindung müssen die Bundenbacher da noch mal geknüpft haben. Pünktlich zum Altburgfestival kam auch in diesem Jahr wieder der ersehnte Wetterwechsel. Bei solch günstigen Rahmenbedingungen, sprich Superwetter, startete das 23. Festival um die rekonstruierte Keltensiedlung am Freitagabend schon mit einem beachtlichen Publikumsandrang.

    Historisches Ambiente auf der Altburg
    Historisches Ambiente auf der Altburg
    Foto: Reiner Drumm

     

    Feuerschlucker auf der Altburg
    Feuerschlucker auf der Altburg
    Foto: Reiner Drumm

    Mit Annwn stand an diesem Abend eine Band auf der Bühne, bei der die zarten, die sanften und melancholischen Töne dominierten. Es schien fast so, als habe sich ein mystischer Schleier über die Keltensiedlung gelegt. Oder war es doch eine Zeitreise, hinüber in die Anderswelt der keltischen Mythologie? Das Klangspektrum hatte durchaus das Potenzial dem Geist Flügel zu verleihen…Als dann noch Feuerspucker und Feuerakrobaten die Altburg in einen Flammenrausch packten, der Mond sich langsam über den Soonwald erhob, Sterne wie Diamanten am wolkenfreien Firmament funkelten und hie und da eine Sternschnuppe den Weg zur Erde fand, war diese Illusion der verträumten Zeitreise nahezu perfekt. Musikalischer Leitfaden bei Annwn sind die filigranen Harfenklänge und die betörende Stimme von Sabine Hornung, die in Ausdruck und Klangfarbe an Loreena McKennitt erinnert. Zur Überraschung etlicher Besucher war das hörenswerte Zusammenspiel von Harfe, Gesang, Flöte und Cello allerdings durch allerlei Klänge aus der Konserve unterlegt. Was durchaus zu kritischen Anmerkungen im Publikum führte. Galt das Altburgfestival doch bisher stets als Garant für unverfälschte Live-Musik. Nach der Pause wechselte Annwn mit einem bretonischen Andro als Auftakt hin zu mehr Rhythmus betonten Beiträgen. Wer Gefallen an der Musik der Gruppe gefunden hat und es selbst einmal probieren möchte, hat dazu die Gelegenheit mit dem Miroque-Magazin „für lebendige Geschichte.“ In der letzten Ausgabe ist Madre Deus von Annwn mitsamt Text und Noten abgedruckt.

    Der zweite Festivalabend begann mit fast traditionellem Irish Folk, gezupft, geschlagen, geblasen, gezogen und gedrückt durch The Rogues from county hell. Anders, als es der Name vielleicht vermuten lässt, verursachten die sieben siegerländer Musiker keinerlei Höllenspektakel, sondern hörenswerten Folk mit ein wenig Punkeinlage. Wer noch in der hypnotischen Zeitreise des Vorabends gefangen war, wurde unweigerlich zurückgeholt. Die Rogues legten vom ersten Tune an eine flotte Mucke hin. Selbst wenn dabei mal was in die Hose ging, wie beim Schluss von County down, tat das der Stimmung keinen Abbruch, weder auf, noch vor der Bühne. Im Gegenteil, Frontmann Acci witzelte noch darüber. Das einzige Stück, bei dem der schnelle Beat etwas zur Ruhe kam, war Bella Ciao als Zugabe. Noch einen Zahn zu legten danach die Celtic Voyager, die ihre Musik selbst als Folk & Roll charakterisieren und damit den Nagel voll auf den Kopf treffen. Allerdings verstanden es die Reisenden in Sachen keltischer Musik vortrefflich mit einem gelungenen Wechsel zwischen gefühlvollen Balladen und schnellen Jigs ein abwechslungsreiches Programm auf die Bühne zu bringen, bei dem sich vor allem Sängerin Stella Kühn und Gittarist Detlev Förster hervortaten. Mr. Irish Bastard aus Münster schlug in die gleiche musikalische Kerbe wie schon die Ruhrpöttler zuvor, aber schneller, härter, lauter und mit weniger Folk, dafür umso mehr Punkrock. Wenn überhaupt, schimmerte vielleicht noch durch die eingebundenen Instrumente Whistle, Akkordeon und Banjo ein klein wenig vom ursprünglichen Irish Folk durch den tonangebenden Punk. Das half dem zu vorgerückter Stunde schon etwas müde gewordenen Publikum wieder ordentlich auf die Sprünge.

    Das Altburgfestival lebt aber nicht nur von guter Musik, sondern immer auch vom einmaligen Ambiente der Keltensiedlung, vom Markt und den kleinen Attraktionen am Rande, wie Bertholder dem Erzähler, der Feuershow, Rudy dem Hängebauchschwein, dem Zielwerfen mit der Streitaxt, den keltischen Handwerkern und und und… Erstmals gab es in diesem Jahr die Möglichkeit, sich im historischen Gewand vor historischer Kulisse von NZ-Fotograf Reiner Drumm professionell ablichten zu lassen.

    Letztlich wird die ganze Sache aber nur rund durch den unermüdlichen Einsatz der vielen Helfer, die am Festival-Wochenende und schon etliche Tage zuvor den Organisatoren um Michael Brzoska tatkräftig zur Seite stehen. Auf das Ergebnis, das stellte der überaus gute Besuch des Festivals wieder eindrucksvoll unter Beweis, können Heimatverein und Gemeinde Bundenbach mit Recht stolz sein. Hermann Mosel

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