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    Schock für Baumholder: US-Army streicht 164 Zivilstellen [update]

    Baumholder/Kaiserslautern - Es ist ein schwerer Schlag für die Region. Doch er fällt nicht ganz so heftig aus, wie am Donnerstagnachmittag zu befürchten war, als das Hauptquartier der US-Armee in Europa bekannt gab, dass im Zuge einer umfassenden Personalreduzierung auch 164 Zivilstellen in Baumholder wegfallen. „Ein großer Teil dieser Dienststellen war nach einem Einstellungsstopp schon gar nicht mehr besetzt“, erklärte Stadt- und VG-Bürgermeister Peter Lang gestern im Gespräch mit der NZ.

    Ein Schild mit der Aufschrift «Baumholder we belong together!»
    Die US-Army streicht Stellen in Rheinland-Pfalz.
    Foto: Fredrik von Erichsen - DPA

    Tatsächlich ihren Job verlieren werden daher nur 80 deutsche Zivilangestellte der US-Garnison sowie zehn Arbeitnehmer, die in Baumholder stationiert, aber beim Ausbildungszentrum Joint Multinational Training Command im bayerischen Grafenwöhr beschäftigt sind. Außerdem verliert der Standort Baumholder mit dem im Sommer bevorstehenden Abschied seines Kommandeurs, Oberstleutnant Michael Sullivan, nicht nur seinen Status als Garnison, sondern zusätzlich acht ihrer 34 Militärplanstellen und elf von 178 US-Zivilangestellten. Im Army-Jargon wird Baumholder künftig als „Small Site“ geführt und dem Kommando der US-Garnison Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern unterstellt.

    Vollzogen werden sollen die Kürzungen bis zum 30. September wie die Pressestelle der Garnison auf Nachfrage der NZ mitteilt. Die meisten Stellen werden laut der schriftlichen Stellungnahme in den Bereichen öffentliche Arbeiten, Finanzen und Verwaltung abgebaut. Priorität habe eine Konzentration der Ressourcen auf die wichtigsten Aufgaben heißt es außerdem seitens der Garnisonsführung. In ihrem Alltagsleben seien die US-Soldaten daher kaum von den Einschnitten betroffen. Einschließlich der bereits nicht mehr besetzten Stellen gab es in Baumholder bislang 370 Dienststellen für deutsche Zivilangestellte.

    „Da bin ich schon vom Hocker gefallen“, sagt Lang dennoch angesichts der Größenordnung des Stellenabbaus, mit der er nicht gerechnet habe. Als vorweggenommene Absage an eine künftige Erhöhung der Truppenstärke in Baumholder sieht er die Entscheidung jedoch nicht. Ganz wichtig aus seiner Sicht: „We are not closing, we continue“ („Wir schließen nicht, wir machen weiter“), habe Kommandeur Sullivan den Beschäftigten in seinem Beisein gesagt. „Eine Anpassung war zu erwarten. Es handelt sich um eine Reaktion auf Reduzierungen in der Vergangenheit“, stellt Lang klar. Aufgrund des seit 2012 vollzogenen Abzugs der 170. Infanteriebrigade würden auch weniger Zivilangestellte benötigt.

    Ähnlich sieht das auch Joachim Conde, Betriebsratsvorsitzender der Zivilbeschäftigten in Baumholder. „Auch wenn es gut für uns war: Eigentlich ist es nicht nachvollziehbar, dass diese Anpassung erst jetzt kommt“, sagt er. Bei der Personalversammlung am Donnerstag, in der Michael Sullivan den Abbau verkündete, habe dennoch betretenes Schweigen in der Town Hall geherrscht. „Jeder fragt sich natürlich, ob er zu den Betroffenen gehört“, berichtet er. Klarheit darüber, welche Stellen genau wegfallen, werde wohl erst am 13. März herrschen. Dann muss die US-Armee der betrieblichen Interessenvertretung den Personalabbau erläutern und den Wegfall einzelner Stellen genau begründen. Von Einschnitten geht der Betriebsratsvorsitzende besonders in den Bereichen Wartung und Instandsetzung aus. Conde rechnet damit, dass der Abbau „so sozialverträglich wie möglich“ vonstatten gehen wird und manchen Angestellten Aufhebungsverträge angeboten werden.

    Eher zurückhaltend beurteilt der die Möglichkeiten für Zivilbeschäftigte aus Baumholder, nach einer Qualifizierung bei der US-Garnison in Kaiserslautern angestellt zu werden. Zwar werden dort parallel zu einem Abbau von mehr als 400 Stellen bei anderen Einheiten 179 neue Jobs für ortsansässige Arbeitnehmer geschaffen. „Teilweise wird damit aber nur die Verlegung von Stellen aus Heidelberg nach Kaiserslautern abgedeckt“, hat Conde erfahren.

    Sich für die Betroffenen einzusetzen, kündigte unterdessen auch der Hans-Jürgen Noss gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten der anderen Standorte an. „Das Land wird alles tun, um Übergange zu schaffen“, erklärte er.

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