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Idar-Oberstein

Schmierseifen-Alarm: Sport-Elite war bei "Spiel ohne Grenzen" dabei

Die Jüngeren können sich nicht erinnern und würden wohl auch den Kopf schütteln, was ihre Eltern oder vielmehr Großeltern in jungen Jahren einfach großartig fanden: „Spiel ohne Grenzen“, eine in den 1960er- und 1970er-Jahren beliebte Spielshow und neben dem Grand Prix Eurovision de la Chanson die einzige sprachübergreifende TV-Unterhaltungssendung, war ein Straßenfeger.

Der damaligen Oberbürgermeister Wilfried Wittmann gratulierte Horst Eckel, links daneben Bernd Cullmann und Heinz Hofmann, zum Sieg bei „Spiel ohne Grenzen“. Das Heimspiel wurde 1971 im Staden ausgetragen.  Fotos: privat
Der damaligen Oberbürgermeister Wilfried Wittmann gratulierte Horst Eckel, links daneben Bernd Cullmann und Heinz Hofmann, zum Sieg bei „Spiel ohne Grenzen“. Das Heimspiel wurde 1971 im Staden ausgetragen. Fotos: privat

Millionen saßen vor dem Fernseher, sofern einer im Haushalt verfügbar war, und fieberten mit, wie ausgewählte Städte mit ihren Mannschaften im nationalen und danach im internationalen Vergleich bei durchaus sportlich herausfordernden und Geschicklichkeit verlangenden Spielen gegeneinander antraten.

Beweglicher Untergrund auf Wasserflächen oder Schmierseife im Einsatz: Den Teilnehmern wurde eine Menge abverlangt, erinnern sich auch Staffel-Olympiasieger Bernd Cullmann und der Idar-Obersteiner Heinz Hofmann. Die beiden wissen, wovon sie reden. Die Stadt Idar-Oberstein nahm im Jahr 1971 an dieser Spielshow teil.

Der Wettkampf gegen Rockenhausen fand am 24. April im Tiefensteiner Staden statt: Es war die 75. Ausgabe der TV-Unterhaltungsreihe. Elf Spiele standen auf dem Plan der Begegnung mit dem Team aus der Nordpfalz. Die Idar-Obersteiner Mannschaft – die von Cullmann und Hofmann, damals 31 Jahre jung, trainiert wurde, wobei Fußballweltmeister Horst Eckel als Assistenztrainer fungierte – siegte und fuhr dann zur nächsten Runde nach Riccione an der italienischen Adria. Der damalige Zweite Vorsitzende des TuS Tiefenstein, Karl-Heinz Schäfer, bannte das Geschehen im Staden auf Super-8-Film. Seine Witwe, TuS-Turnlegende Gerdi Schäfer, hat dem Verein die beiden Filme, natürlich überspielt auf DVD, nunmehr zur Verfügung gestellt.

Ein starkes Team: Intensiv bereiteten sich die Idar-Obersteiner Top-Sportler auf ihren Auftritt vor, den Millionen im TV sahen.
Ein starkes Team: Intensiv bereiteten sich die Idar-Obersteiner Top-Sportler auf ihren Auftritt vor, den Millionen im TV sahen.

Der 50-minütige Beitrag wird am Samstag, 25. November, um 19 Uhr im Nebenraum der Stadenhalle vorgeführt. Zwei frühere „Spiel ohne Grenzen“-Teilnehmer sind bereits verstorben, bis auf einen Akteur haben alle weiteren zugesagt, freut sich Mitinitiator und „Sport-Papst“ Heinz Hofmann, der sich noch gut an die aufregende Zeit erinnern kann und alte Fotos sowie Zeitungsberichte aufgehoben hat. Knallrote Trainingsanzüge mit einem riesigen Stadtwappen auf der Brust trugen die Akteure: 50 hatten sich beworben. 25, zwischen 15 und 34 Jahren alt (darunter fünf Frauen), wurden letztlich ausgewählt. „Cullmann war ein prima Trainer. Wir haben lange gemeinsam getüftelt, wen wir mitnehmen. Geschicklichkeit, Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer, Reaktionsvermögen – die Spiele erforderten ja ganz unterschiedliche Fähigkeiten“, blickt Hofmann, der ursprünglich als Sportler teilnehmen wollte, sich dann aber dafür entschied, Cullmann als Co-Trainer zu unterstützen, zurück.

Gut zwei Monate lang wurde in unterschiedlichen Hallen zwei- bis dreimal die Woche trainiert: „Und zwar richtig intensiv. Jeder war mit Ehrgeiz bei der Sache. Da kam die sportliche Elite der Stadt zusammen. Das hat man schon gemerkt. Die Anspannung war groß. Und es war schwer, eine Auswahl zu treffen, dem einen oder anderen sagen zu müssen, dass er nicht antritt“, blickt Hofmann zurück. Ein tolles Team wuchs damals zusammen. Spielort war der Staden, die Kulisse war gigantisch: Das Motto „Märchen“ prägte den Wettkampf, den die Idar-Obersteiner – Fußballer, Handballer und Turner etc. waren am Start – für sich entscheiden konnten. Die Freude war riesig, Glückwünsche gab es unter anderem vom damaligen Oberbürgermeister Wilfried Wittmann.

Nach dem ersten Sieg musste auf die Schnelle eine nahezu komplett neue Mannschaft gefunden werden: Die Spiele unter dem Motto „Würfel“ erforderten andere Fähigkeiten. Ein Schicksalsspiel wurde das „Ringelreihen“ mit drei Mädchen und zwei Männern, die gute und schnelle Rollschuhläufer sein mussten: Eine Kette wurde gebildet, Idar-Oberstein lag gut im Rennen, kurz vor Schluss riss die Kette aber.

Und das bedeutete für die Schmuckstädter letztlich „nur“ Platz zwei. Hofmann freut sich darauf, mit den damaligen Mitstreitern und Interessierten diese Zeit lebendig werden zu lassen. Horst Eckel kann leider nicht zu Gast sein, weil er an diesem Tag seine Diamanthochzeit feiert.

Der Eintritt ist frei. Da die Platzzahl begrenzt ist, wird bis Montag, 20. November, um Anmeldung gebeten: Heinz Hofmann, Tel. 06781/425 96, E-Mail an hofmann-bamberger@t-online.de

Von unserer Redakteurin Vera Müller

Idar-Oberstein Birkenfeld
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