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    Fischbach/Neubrandenburg

    Sarah H. starb nach Folter: Lebensgefährte schweigt – Anwalt Hötger geht von Totschlag aus

    Sein Schweigen bricht er nicht. Auch am zweiten Prozesstag ließ sich Axel G. nicht zur Sache ein. Der 51-Jährige, der Sarah H. (32) aus Fischbach bei Idar-Oberstein nach einem Streit offenbar zu Tode gepeitscht hat, steht in Neubrandenburg vor dem Landgericht.

    In diesem Haus in Alt Rehse/Neubrandenburg lebte Sarah nach ihrem Wegzug aus Fischbach im Kreis Birkenfeld. Im Internet hatte sie einen Mann kennengelernt. 
    In diesem Haus in Alt Rehse/Neubrandenburg lebte Sarah nach ihrem Wegzug aus Fischbach im Kreis Birkenfeld. Im Internet hatte sie einen Mann kennengelernt. 
    Foto: Crimespot

    Vorgeworfen werden ihm Freiheitsberaubung sowie Körperverletzung mit Todesfolge. Vermutlich ereignete sich die Tat etwa acht Wochen vor Auffinden von Sarahs stark verwester Leiche. Nun stand die Vernehmung eines Polizisten, der Axel G. verhört hatte, im Fokus.

    Zu Beginn des zweiten Prozesstags am Montag gab es allerdings erst einmal Verwirrung: Axel G., der wie auch am ersten Verhandlungstag am 25. Januar Fußfesseln trug, hatte einen schriftlich formulierten Antrag eingereicht und bat darum, seinen Pflichtverteidiger Henning Köhler von seiner Aufgabe zu entbinden. Kurz zuvor hatten sich die beiden noch unterhalten. Köhler wusste nach Informationen unserer Zeitung dennoch nichts von dem Antrag. Richter Klaus Kabisch lehnt den Antrag ab: Er erkenne in den Argumenten des Angeklagten keine umfassende Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses zwischen Axel G. und seinem Verteidiger.

    Der Idar-Obersteiner Anwalt Damian Hötger vertritt die Nebenklage.
    Der Idar-Obersteiner Anwalt Damian Hötger vertritt die Nebenklage.

    Der am Montag vernommene Polizist bestätigte noch einmal die Aussagen des Angeklagten, die dieser während der ersten Vernehmung am 10. August 2016 gemacht hatte: Sarah H. sei nackt mit den Händen ans Bett gefesselt, gewesen, und Axel G. habe mit einer selbst gebastelten Peitsche zwei Stunden lang auf ihren ganzen Körper eingeschlagen, um ihr eine „Lektion“ zu erteilen.

    Der Angeklagte habe das getan, weil er annahm, dass „der Bundesnachrichtendienst und die Dorfbewohner“ die 32-Jährige auf ihn angesetzt hätten. Sie sollte Brillen und Schlüssel gestohlen haben. „Das kam uns auch sonderbar vor“, sagte der Polizist.

    In diesem Haus in Alt Rehse (Mecklenburg-Vorpommern) soll der Tatverdächtige Axel G. die 32-jährige Sarah H. gequält haben, bevor die junge Frau vermutlich an einem Herz-Kreislauf-Versagen starb.
    In diesem Haus in Alt Rehse (Mecklenburg-Vorpommern) soll der Tatverdächtige Axel G. die 32-jährige Sarah H. gequält haben, bevor die junge Frau vermutlich an einem Herz-Kreislauf-Versagen starb.
    Foto: picture alliance

    Ein Glas Wasser und Essen habe er ihr verweigert. Aufgrund dieser Aussage will nun Nebenkläger Damian Hötger, Idar-Obersteiner Anwalt, prüfen lassen, ob es sich statt Körperverletzung mit Todesfolge um Totschlag durch Unterlassung handeln könnte. Offenbar habe Sarah gesagt, er solle ihre Fesseln lösen, sie wolle etwas trinken – Bitten, denen Axel G. nicht Folge leistete. „Wir bewegen uns hier schon aus meiner Sicht im Bereich vorsätzlicher Tötungsdelikte“, sagt Hötger. Am 1. März wird der Prozess fortgesetzt. Dann sollen zwei weitere Zeugen und die Notfallärztin, die an den Tatort gerufen worden war, vor Gericht aussagen. Eine Rolle spielen dabei Beruhigungsspritzen, die Axel G. am 9. August verabreicht wurden. Wirkten diese bei seiner Vernehmung am 10. August nach? War er vernehmungsfähig?

    Diese Fragen werden erörtert. Für den 1. März wird auch das Urteil erwartet. Hötger geht allerdings davon aus, dass wohl noch ein weiterer Prozesstag dazukommt und am 1. März noch nicht mit einem Urteil zu rechnen ist.

    Von unserer Redakteurin Vera Müller

    Sarah H.: Chronik eines einsamen Lebens Drama geht weiter: Prozess um zu Tode gefolterte Sarah H. wird neu verhandelt  [Update]Fall Sarah: Anwalt Hötger setzt auf RevisionAuch Nebenkläger Hötger legt Revision ein - Wie es im Fall Sarah weitergehen kannZu Tode gefoltert: Nach Revision kommt Fall Sarah vor den Bundesgerichtshofweitere Links
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