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    Sabine Dalheimer-Mayer: Quantität und Qualität dürfen nicht vom Etat der Kommune abhängen

    Sabine Dalheimer-Mayer aus Idar-Oberstein ist Fachberaterin für Kindertagesstätten im Kirchenkreis Obere Nahe.

    Sabine Dalheimer-Mayer
    Sabine Dalheimer-Mayer

    Sie haben jüngst in einem Gespräch mit unserer Zeitung gesagt: „Die Kita als Institution allein kann nicht für das Funktionieren von Arbeitswelt verantwortlich sein.“ Wie meinen Sie das?

    Es braucht vonseiten der Wirtschaft und der Politik Unterstützung, um dem Fachkräftemangel, der sich schon in vielen Bereichen abzeichnet, entgegenzutreten. Ebenso sind eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten sowie neue Arbeitszeitmodelle unabdingbar.

    Bund, Länder und Kommunen haben gemeinsam mit den Trägern die Angebote in der Kindertagesbetreuung enorm ausgebaut. Da ging es eher um quantitative Aspekte. Nun soll eine qualitative Weiterentwicklung folgen. Wie lässt sich das finanzieren?

    Es muss eine finanzielle Beteiligung an den Kosten vonseiten der Länder sichergestellt sein. Quantität und Qualität der Angebote dürfen nicht von der Finanzkraft der jeweiligen Kommune abhängen. Da Erziehung, Bildung und Betreuung in Kitas eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind, muss sich allerdings auch der Bund in Zukunft dauerhaft an der Finanzierung der Kitas beteiligen.

    Durch den Ausbau des Systems Kindertagesstätte haben sich die Personalstellen in Kitas deutlich erweitert. Der Leitung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Wie sieht das in der Praxis aus?

    Es ist unabdingbar, genügend Zeitkontingente für Leitungstätigkeiten festzuschreiben, um eine gute Personalentwicklung zu betreiben und der Weiterentwicklung der Kindertagesstätte gerecht zu werden. Dazu benötigen Leitungen, ständige Vertretungen und Fachkräfte gute Angebote im Bereich Fortbildung, Supervision und Coaching sowie Reflexionsmöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen. Wichtig dabei ist eine flächendeckende Installierung von Fachberatung, wie dies insbesondere bei den meisten freien Trägern bereits üblich ist.

    Inwiefern haben sich die Themen in der Kita-Arbeit verändert?

    Themen wie Inklusion, Teilhabegerechtigkeit, Kindeswohl(-gefährdung), Gestaltung von Erziehungspartnerschaft mit den Sorgeberechtigten sind nur einige Themen der Kitas, die an Intensität und Häufigkeit zugenommen haben. Dazu benötigt man gut ausgebildetes und fortgebildetes Personal mit qualifikationsbezogener Bezahlung. vm

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