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    Herrstein

    Räuber machten Herrsteins Gassen wieder unsicher

    Bei der Feuershow am Samstagabend war der Regen einige Stunden vorher längst vergessen: Die Leute standen dicht gedrängt und schauten zu, als das Duo Jomamakü mit dem Feuer spielte, poetische Bilder ins Dunkel malte und mit brennenden Diabolos die Zuschauer verzückten.

    Von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Dahmer

    Zufrieden sei sie, sagte Brigitte Knopse, die Organisatorin des Schinderhannes-Räuberfests in Herrstein: Nicht nur mit der Feuershow, die wie jedes Jahr eine der Hauptattraktionen war, sondern mit dem Verlauf während des gesamten Samstags, auch wenn es mittendrin manchmal zu regnen anfing und auch nicht wirklich warm war. Dafür versprach das Wetter am Sonntag deutliche Auflockerung. Und das ist das Wichtigste: Denn der Sonntag ist der Familientag, dann ist im Ortskern von Herrstein kaum noch ein Durchkommen.

    Locker-leichte Lieder früherer Jahrhunderte

    Am Samstag sah es für einen Moment aus, als ob das Schinderhannes-Fest 2017 baden ginge. Leichter Nieselregen fiel schon am frühen Nachmittag, aber als gegen 15.30 Uhr der Regen stärker wurde, zogen sich Besucher und Künstler in geschützte Unterkünfte zurück, die Gäste unter Zeltdächer und in Scheunen, die Künstler suchten sich ihre eigenen Mittel, um weiter Musik zu machen: Sebastian zum Beispiel saß im Schuppen eines Fachwerkhauses im Schlossweg, kurbelte seine Drehleier – es schien ihm egal zu sein, ob ihm jemand zuhörte. Das Duo Si Vinum Musica hatte sich am Uhrturm auf eine Bank zurückgezogen und sang weiter, auch wenn im Regen keiner mehr stehen blieb und zuhörte.

    Eine Viertelstunde früher hatte das alles ganz anders ausgesehen: An einer Biegung der Uhrturmgasse standen Besucher in Zweier- und Dreierreihen, während das Duo locker-leichte Lieder früherer Jahrhunderte darbot, Stücke wie „Schockschwerenot, mein Eheweib ist tot“. Nicht weniger viel los war auf dem Rodesplatz, als auf der Bühne die Gruppe mit dem leicht gewöhnungsbedürftigen Namen Satolstelamanderfanz auf ihren historischen Instrumenten spielte und zwischendurch zauberte.

    Roulettspiel mit Nagern

    Rodesplatz, Hauptstraße, die Gässchen, die in den Ortskern führen: Überall drängen sich Menschen, Spielleute, Gaukler und Jongleure ziehen durch die Menge, auf dem Platz hinterm Uhrturm saßen Kinder auf Strohballen und hören einer Märchenerzählerin zu, „Mäusemann“ Walter Rath ließ am Rodesplatz seine Nager Kunigunde und Brunhilde beim Roulettespiel laufen, in einem Hof werden Tarotkarten gelegt. Die Beispiele zeigen deutlich: Das Schinderhannes-Räuberfest ist in der Region kein Fest wie jedes andere, es hat sich zu einer Marke entwickelt, die von Brigitte Knospe und ihren Mitstreitern sorgfältig gepflegt wird. Natürlich gehört auch das Angebot an den Ständen dazu. 70 Standbetreiber waren zum Kunsthandwerker- und Bauernmarkt gekommen, Knospe hatte mehr erwartet, aber Absagen wegen Krankheit oder des angekündigten schlechten Wetters sind die Regel. Vor und in vielen Buden lagen Strohballen, Kürbisse standen darauf, Kartoffeln im Netz und Zwiebeln im Korb – der Herbst kündigt sich an.

    Die meisten Beschicker waren in historische Kostüme gezwängt, ein Medicus verkaufte Salben, eine Seherin schaute in ihre Kristallkugel. Neben der Bühne am Rodesplatz warben die Schabbacher Kultur- und Heimatfreunde für „Die andere Heimat“, die Fortsetzung von Edgar Reitz' „Heimat“-Reihe. Sie verkauften DVDs des Kinoepos und legten Bilder von den Dreharbeiten aus, auch von den Drehorten in Herrstein. „Schade, dass in Herrstein nicht dafür geworben wird“, bedauerte Heribert Dämgen von den Freunden des nur im Film existierenden Dorfs Schabbach, das eigentlich Woppenroth unweit von Rhaunen ist.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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