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    Kreis BirkenfeldPrimstalüberleitung: Arbeiten sind in der Endphase

    Während bei der Primstalüberleitung die Arbeiten am letzten Los im vollen Gange sind, hat der Wasserzweckverband (WZV) Kreis Birkenfeld in seiner jüngsten Sitzung auch bereits die Ingenieurleistung für die im Anschluss anstehende Sanierung der Steinbachtalsperre bei Katzenloch vergeben.

    Wieder asphaltiert ist die Struthchaussee, nachdem die Wasserleitung im Bereich zwischen Leiseler Sportplatz und Hattgensteiner Höhe verlegt ist. Wenn die Bankette hergerichtet sind, kann die für den Radverkehr im Nationalpark wichtige Straßenverbindung, die auch das Römergrab Siesbach mit der B 269 verbindet, Ende Juli/Anfang August wieder freigegeben werden.  Foto: Reiner Drumm
    Wieder asphaltiert ist die Struthchaussee, nachdem die Wasserleitung im Bereich zwischen Leiseler Sportplatz und Hattgensteiner Höhe verlegt ist. Wenn die Bankette hergerichtet sind, kann die für den Radverkehr im Nationalpark wichtige Straßenverbindung, die auch das Römergrab Siesbach mit der B 269 verbindet, Ende Juli/Anfang August wieder freigegeben werden.
    Foto: Reiner Drumm

    Von unserem Redaktionsleiter Stefan Conradt

    Der Auftrag geht nach einem aufwendigen Verfahren und einer europaweiten Ausschreibung für den Angebotspreis von 519.000 Euro an das Büro Arcadis mit Sitz in Amsterdam und Berlin. Beworben hatten sich vier Büros, eines hatte das Angebot zurückgezogen, ein anderes war zu spät beim Zweckverband eingegangen, so dass die Juroren nur unter zwei Bewerben auszuwählen hatten.

    Die Arbeiten an der Primstalüberleitung gehen derzeit in die Endphase. Im August sollen die letzten Anschlussarbeiten beginnen. Zwischenzeitlich wurde auch das Baulager in Saarbrücken geräumt: Alles benötigte Material liegt entweder im Boden oder vor Ort, berichtet Werkleiter Horst Kürschner. Wann es mit dem Probebetrieb losgehen kann, ist allerdings noch unklar. Problem: Für den endgültigen Anschluss muss die Wasserversorgung für einen Tag unterbrochen werden – und das ist derzeit aufgrund des hohen Umsatzes in der heißen und trockenen Jahreszeit nicht möglich, wie Bernd Hartmann von der Ingenieurgesellschaft Birkenfeld (IGB) der Versammlung erläuterte.

    Derzeit ist es zu heiß für einen Probebetrieb

    Wohl eher an einem kühlen Tag im Spätsommer werden alle Hochbehälter randvoll gepumpt, so dass die Verbraucher von den Arbeiten in Katzenloch gar nichts mitbekommen werden. Drei Monate soll der Probebetrieb laufen, bei dem man sich Erkenntnisse über die Dichtigkeit der neuen Leitung, aber auch über das Handling des „neuen“ Wassers erhofft.

    Denn bloß den Schalter umlegen von Steinbach- auf Primstal-Wasser – so einfach ist die Geschichte nicht: „Die Zusammensetzung des Wassers ist eine ganz andere“, erläutert Kürschner. Ein Student vom Umwelt-Campus Birkenfeld hat umfangreich erforscht, wie das Flockungsmittel zusammengesetzt sein muss, damit das Leitungswasser, das später aus den Wasserhähnen im Kreis Birkenfeld kommt, dem heutigen entspricht und auch genauso schmeckt.

    Kostenrahmen von 52 Millionen Euro wird eingehalten

    Die Primstalüberleitung war nötig geworden, weil die Staumauer der mehr als 50 Jahre alten Steinbachtalsperre dringend saniert werden muss. Seit März 2014 rollen die Bagger – auch im neuen Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Auf 32 Kilometern Länge wurden Rohre verlegt, oft mehrere parallel, um die spätere Verteilung des Wassers etwa in die Region Birkenfeld/ Baumholder zu gewährleisten.

    Auch neue Hochbehälter entstanden. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 52 Millionen Euro, 34 Millionen zahlt das Land – schließlich handelt es sich um „eines der wichtigsten wasserwirtschaftlichen Maßnahmen in Rheinland-Pfalz“, wie Umweltministerin Ulrike Höfken beim ersten Spatenstich bekundete. Bis zu 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser sollen später jährlich durch die Leitungen fließen, das sind im Schnitt 800 Kubikmeter jede Stunde, bei Bedarf sind auch mehr als 1000 möglich. Die Arbeiten liegen voll im Kostenrahmen, wie Werkleiter Kürschner unterstreicht – auch wenn noch ein Rechtsstreit anhängig ist (siehe hierzu: „Misslungene Bohrung“)

    Kein Schwimmen und auch kein „Bötchenfahren“ im See

    Dass die Steinbachtalsperre nach erfolgter Sanierung zu einer „Badewanne“ werden könnte, was Georg Graf von Plettenberg als Vertreter von Landesforsten in den Raum stellte, schloss Verbandsvorsteher Bernhard Alscher aus: Das schlösse eine Nutzung als Trinkwasserreservoir aus. Und das Wasser aus der Primstalsperre (vertraglich 3,5 Millionen Liter im Jahr) reiche nicht aus, um die Versorgung des Landkreises sicherzustellen, zumal ja auch an einen Anschluss der US-Militärgemeinde Baumholder gedacht werde. Plettenberg wies auch darauf hin, dass sich die Talsperre nach wie vor im Besitz der Stadt Idar-Oberstein befinde: „Wir sollten da nur Geld in die Hand nehmen, wenn sichergestellt ist, dass die Talsperre Wassergewinnungsanlage bleibt.“

    Werkleiter Kürschner korrigierte, dass lediglich die Grundstücksparzellen Eigentum der Stadt seien: „Das betrifft im übrigen alle Anlagen des Wasserzweckverbands.“ Dass die Parzellen mit Gründung des WZV nicht den Besitzer wechselten, habe steuerliche und praktische Gründe: „Da wären Tausende von Grundbuchänderungen fällig gewesen“, erläuterte Kürschner. Der Werkleiter bestätigte aber, dass eine bessere touristische Nutzung des Stausees sehr wohl im Fokus der Politik stehe: Das reiche aber nur bis zur Verlegung des Wanderwegs näher ans Ufer zur besseren Erlebbarkeit der Wasserfläche. Schwimmen oder „Bötchenfahren“ seien hingegen nicht angestrebt.

     

    Misslungene Bohrung: Rechtsstreit geht weiter

    Die misslungene Bohrung im Bereich der B 422 bei Katzenloch vom Vorjahr beschäftigt weiter die Gerichte. Die ausführende Firma, die gegen den Wasserzweckverband klagt, hat sich gegen einen Vergleich ausgesprochen, den das Landgericht Bad Kreuznach vorgeschlagen hatte. Nun geht es in die nächste Instanz.

    Der Kläger will 3,5 Millionen Euro Schadensersatz, der Auftraggeber wäre bereit, 230.000 Euro für erbrachte Leistungen zu zahlen. Die Spezialfirma hatte entgegen der Warnungen der heimischen Ingenieure versucht, Gesteinsschichten zu durchbohren, was kläglich scheiterte. Bei dem Versuch war das mineralische Gleitmittel Bentonit in den Idarbach gelangt. Später wurde die Bundesstraßenquerung in offener Bauweise (die von der Aufsichtsbehörde zunächst verweigert wurde) problemlos ausgeführt. Noch heute liegen 240 Meter Rohre aus der gescheiterten Bohrung im Waldboden... sc

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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