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Kreis Birkenfeld

Partnerschaft mit chinesischer Millionenstadt steht im Raum

Höchst beeindruckt war der „außerordentliche und bevollmächtigte“ Botschafter der Volksrepublik China (so der offizielle Titel), Shi Mingde, bei seinem ersten Besuch im Landkreis Birkenfeld und im mittlerweile größten chinesischen Handelszentrum in Europa, im Oak Garden in Hoppstädten-Weiersbach. „Das ist einmalig“, sagte er, als er am Ende des Besuchsprogramms vor einem beleuchteten Modell des Oak Garden-Komplexes mit seinen im Endausbau 15 dreigeschossigen Modulen des Großhandelszentrums „Hauptquartier der Weltfabrik“ stand. Und er meinte dabei nicht die Bastelarbeit...

Von unserem Redaktionsleiter Stefan Conradt

Drei der Hochhäuser stehen bereits: Eines, in dem sich chinesische und deutsche Unternehmen in Showrooms präsentieren, ist bereits in Betrieb, es stand ebenfalls auf dem Besuchsprogramm. Das zweite wird im Frühjahr eröffnet, und auch das dritte – noch im Rohbau – ist bereits voll belegt, wie ICCN-Geschäftsführer Andreas Scholz berichtete. Am Ende sollen es 500 Showrooms werden. 260 Unternehmen haben sich hier und im benachbarten Oak Garden, wo mittlerweile 160 Wohneinheiten von Chinesen belegt sind, niedergelassen. Etwa 700 Landsleute sorgen in der VG Birkenfeld für ein Steueraufkommen „im hohen siebenstelligen Bereich“, berichtete Scholz. Fünf Büros betreibe man gemeinsam mit dem Landkreis mittlerweile in der Volksrepublik. Das Interesse sei weiterhin groß.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit bringt Vorteile für beide Seiten

Der Botschafter war beeindruckt: „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Vor vier Jahren habe er überhaupt zum ersten Mal vom Kreis Birkenfeld gehört, berichtete Shi Mingde. Das sei eine rasante Entwicklung und ganz im Sinne der Volksrepublik. In einer beeindruckenden Rede hatte der Germanist, der schon 1972 nach Deutschland kam (mit dem Zug nach einer Zehn-Tage-Reise von Peking nach Ostberlin), von der ebenso rasanten Entwicklung seines Heimatlandes von einem armen rückständigen Land zur Weltwirtschaftsmacht berichtet. Dabei habe China bewiesen: Marktwirtschaft funktioniert auch im Sozialismus. Sein Land habe damit auch einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Welt geleistet: 1,3 Millionen Menschen, die vorher in Armut lebten, gehe es jetzt gut.

Die engen wirtschaftlichen Kontakte mit Deutschland brächten Vorteile für beide Seiten, wandte sich ein gut vorbereiteter Shi gegen noch immer bestehende Vorurteile hierzuland: Mittlerweile gebe es 8000 deutsche Firmengründungen oder -niederlassungen in China und etwa 2000 chinesische hier. 30 Prozent des EU-Handelsvolumens entfallen auf Deutschland: „Das ist mehr als Frankreich, Italien und Großbritannien zusammen.“ Sein Fazit: Die Welt brauche angesichts fortschreitender Globalisierung mehr Zusammenarbeit und Multilateralismus statt Egoismen und Protektionismus, sprach sich Shi Mingde für eine enge internationale Zusammenarbeit aus.

Delegation kommt im Frühjahr zu Besuch

Landrat Matthias Schneider hatte in seiner Begrüßungsrede auf die enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Oak Garden und den chinesischen Stellen Partnerschaft mit Yangquan, der Heimatstadt von ICCN-Geschäftsführerin Jane Hou in der Nähe von Peking. Yangquan gilt in China mit 1,2 Millionen Einwohnern als Kleinstadt – dennoch müsse man noch einiges klären, bevor es mit einer Partnerschaft ernst werden könne, sagte Landrat Schneider. Zunächst mal ist eine Delegation aus dem Fernen Osten eingeladen, sich im Frühjahr im Birkenfelder Land umzuschauen.

MdB Antje Lezius, die den Kontakt zum Botschafter in Berlin hergestellt hatte, sieht ein Riesenpotenzial in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China. Birkenfelds VG-Bürgermeister Bernhard Alscher verwies auf die enge Zusammenarbeit bei der Kinderbetreuung und der Schulerziehung. Gerade werde angedacht, das internationale Abitur am Gymnasium Birkenfeld einzuführen, wo sich bereits gut 40 junge Chinesen auf die Reifeprüfung vorbereiten.

Im grünen Herzen Europas

Kreiswirtschaftsförderer Michael Dietz stellte in einer Präsentation den „Landkreis im grünen Herzen Europas“ und das Land Rheinland-Pfalz vor – so wie er es bei seinen Besuchen in China auch tut. Ein Imagefilm, der ebenfalls vorgeführt wurde, sorgt im Reich der Mitte stets für Verzückung und Erstaunen: so viel Grün, so wenige Menschen – und dennoch so viel Hochtechnologie. Im Anschluss an den Empfang im Festsaal trug sich Shi Mingde ins Goldene Buch des Landkreises ein und – ganz wichtig beim Umgang mit Chinesen – überreichte und erhielt Geschenke.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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