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    Idar-Oberstein

    "O du Fröhliche" in Idar-Oberstein ganz ohne Zuckerguss

    Das wird zweifelsfrei eine besonders gefühlvolle, aber auch spannende Einstimmung aufs Fest: Die Schauspielerin Thekla Carola Wied gastiert am Sonntag, 4. Dezember, 20 Uhr, in der Idar-Obersteiner Göttenbach-Aula. Sie kommt auf Einladung des Kulturvereins Die Schnecke zu einem literarisch-musikalischen Abend. Die Geschichten, Briefe und Gedichte, die Wied für die Weihnachtslesung "O du Fröhliche" ausgewählt hat, sind alles andere als der übliche "Zuckerguss" der Weihnachtszeit.

    Thekla Carola Wied ist am Sonntag in der Göttenbach-Aula zu Gast. An ihre Rolle als Angi in der beliebten TV-Serie "Ich heirate eine Familie" denkt sie gern zurück: "Angi war eine sehr moderne Frau."  Foto: dpa
    Thekla Carola Wied ist am Sonntag in der Göttenbach-Aula zu Gast. An ihre Rolle als Angi in der beliebten TV-Serie "Ich heirate eine Familie" denkt sie gern zurück: "Angi war eine sehr moderne Frau."
    Foto: dpa

    Von unserer Redakteurin Vera Müller

    Texte von Robert Gernhardt, Heinrich Heine, George Tabori bis zu Martin Suter und Siegfried Lenz zeugen von besonderem literarischen Gespür und Qualität. Die Wurzeln des christlichen Fests stehen im Fokus. Mal heiter, mal nachdenklich stimmend und berührend: Wied liest nicht nur einfach vor, sie inszeniert die Texte. Den musikalischen Part gestaltet der Crossover-Spezialist Manuel Munzlinger mit seinem Ensemble Oboe in Jazz. Der Oboist überrascht seine Zuhörer immer wieder mit raffinierten Arrangements und originellen Kompositionen. So präsentiert er unter anderem das berühmte Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf ungewöhnliche Weise. Die 72-jährige Thekla Carola Wied freut sich aufs Gastspiel in Idar-Oberstein, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung betont: "Ich wünsche mir, dass auch junge Leute kommen. Das Programm ist sicher nicht nur fürs ältere Publikum." Mehrere Film- und TV-Preise hat die Wahl-Münchnerin gewonnen. An der Seite von Peter Weck glänzte sie zwischen 1983 und 1986 in der TV-Serie "Ich heirate eine Familie". Der Erfolg in Curth Flatows Serie gilt als Wieds Durchbruch, machte sie aber gleichzeitig nach Inge Meysel zu einer weiteren "Mutter der Nation": eine Rolle, mit der die ohne Starallüren auskommende Schauspielerin eher fremdelte und die ihr nicht wirklich behagte. Dazu war und ist sie zu bescheiden und zu wenig auf Schlagzeilen bedacht. Eine katholische Nonne in "Wie gut, dass es Maria gibt" und eine ruppige Reporterin in "Auf eigene Gefahr" (1993/96) folgten als Quotenhits.

    In Idar-Oberstein sei sie ganz sicher schon mal gewesen: "Allerdings dürfte das sehr lange her sein", erzählt Wied, deren erfrischendes Lachen und sympathische Art sofort Jahre zurückversetzt und an Angi, ihre Rolle in "Ich heirate eine Familie", erinnert. Ja, das sei schon eine großartige Serie gewesen. "Und durchaus ein bisschen mutig war das Ganze. Wir waren ja die erste Patchworkfamilie im Fernsehen, und Angie war eine sehr moderne, selbstbewusste, berufstätige Frau." Heitere Unterhaltung mit Niveau: Das habe damals gut funktioniert. Heute sei festzustellen, dass es an guten Stoffen, die berühren, Tiefgang haben und unterhalten, fehle. "Es gibt Unmengen an Krimis im TV. Mir ist das unverständlich. Ich schaue nicht gern Krimis." Dieser Tage hat sie das Drama "Was ich von dir weiß" abgedreht: "Eine gute Geschichte, nah an der Wirklichkeit, am Leben der Menschen. Das mag ich." Im Frühjahr wird Wied in der Fortsetzung des Andrea-Sawatzki-Stücks "Tief durchatmen, die Familie kommt", eine schwarze Komödie, an der Seite von Günther Maria Halmer als alte Frau zu sehen sein: "Halmer ist ein wunderbarer Kollege. Ich schätze ihn sehr."

    Bei aller Lebendigkeit und Nähe zum Zeitgeist: Einen Computer oder ein Smartphone besitzt Wied nicht - und zwar ganz bewusst: "Ich schreibe mit der Hand. Alles andere regelt die Agentur. Die drucken mir dann Wichtiges aus. Wenn ich sehe, wie fragmentarisch und ganz sicher nicht literarisch so eine SMS aussieht: Nein, das ist nichts für mich." Viele sagten im Übrigen, dass sie froh sein könne: "Manche wirken regelrecht neidisch auf mich", lacht sie.

    Weihnachten, das bedeutet für sie in erster Linie Ruhe, Zeit mit dem Ehemann, Freunden, Nachbarn. Das Fest wird sie in den Bergen verbringen: "Mit Gelassenheit, guten Büchern, Rotwein, Rehrücken oder Fisch. Aber alles in Maßen genossen." Gute Vorsätze für 2017? "Ach, in meinem Alter hat man die nicht mehr. Warum auch?"

    Karten im Vorverkauf für "O du Fröhliche" gibt es bei Schulz-Ebrecht (Oberstein), Carl Schmidt & Co. in Idar, Toto-Lotto-Hassdenteufel, im Wasgau-Markt (Birkenfeld) sowie bei Heide Schübelin,Tel. 06781/252 18, oder per E-Mail an so.ax.redmer@t-online.de

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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