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    Birkenfeld

    Neuer Landrat des Kreises Birkenfeld will auf Nachbarn zugehen

    Eine intensive grenzüberschreitende Zusammenarbeit kündigte der neue Landrat Dr. Matthias Schneider bei seiner Amtseinführung am Freitag in der voll besetzten Birkenfelder Stadthalle an. Erste Schritte hin zu einem stärkeren Miteinander mit den Nachbarn habe er bereits unternommen, betonte der 48-Jährige in seiner Antrittsrede, in der er mit Blick auf die für den Kreis Birkenfeld ungünstigen Rahmenbedingungen und Trends durch die desolate Finanzsituation und den demografischen Wandel vor übertriebenen Erwartungen warnte.

    Es gelte, das Wünschenswerte und das Machbare „miteinander in Einklang zu bringen“, meinte Schneider auch hinsichtlich des Modelprozesses „Mitmachen“, bei dem zukunftsfähige Lösungen für den Kreis gesucht werden sollen. Das wertvollste Kapital sind nach seinen Worten „unsere Köpfe und die daraus hervorgehenden Ideen“. Von steigenden Fixkosten pro Einwohner bis hin zu Lücken in der medizinischen Versorgung reichen die von Schneider umrissenen Problemfelder. Dazu gehöre auch, dass jährlich viele gut ausgebildete junge Leute der oberen Nahe den Rücken kehren – „ein auf Dauer kaum zu verkraftender Aderlass“, wie er betonte.

    Edgar Schäfer, Superintendent des Kirchenkreises Obere Nahe, empfahl dem neuen Kreischef in seiner Festrede zum Thema „Christliche Werte und Politik“ mit den Worten von Martin Luther, „dem Volks aufs Maul zu schauen“. Der Theologe machte an einem Beispiel deutlich, wie sehr der Wertewandel sich auswirkt. Du sollst den Feiertag heiligen: Das dritte Gebot werde beispielsweise durch verkaufsoffene Sonntage und Flohmärkte schleichend immer mehr aufgeweicht. Schäfer mahnte, dass der Sonntag nach wie vor vor allem dem Gottesdienst, der Muße und Besinnung vorbehalten bleiben sollte.

    Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten: Vom achten Gebot spannte der Superintendent den Bogen zur Bedeutung der Wahrheit und zur Glaubwürdigkeit politischen Handelns. Sein Fazit: Eine konsequente Beachtung der christlich-ethischen Werte – nicht nur in der Politik – würde sich durchweg positiv auswirken und zu einer Kultur der Toleranz und Wertschätzung führen. In der auch von Oberbürgermeister Bruno Zimmer bei aller Ernsthaftigkeit als „wohltuend locker“ empfundenen feierlichen Kreistagssitzung boten wie er alle Redner dem neuen Landrat parteiübergreifend eine vertrauensvolle Zusammenarbeit auf dem Weg über die „verschlungenen Pfade der Kommunalpolitik“ an, wie Zimmer es im Namen der hauptamtlichen Bürgermeister formulierte. „Sie stehen jetzt voll im Flutlicht“, meinte Hans Jürgen Noss, der für die Kreistagsfraktionen sprach, zu der neuen Rolle von Matthias Schneider als Berufspolitiker. Sein Rat: Bei all den Anforderungen ab und zu auch mal Zeit fürs Private nehmen.

    Auch aus Sicht des Vorsitzenden der SPD-Fraktion ist der demografische Wandel die größte Herausforderung: Schließlich liege der Kreis hinsichtlich Einwohnerschwund und Altersstruktur landesweit ganz hinten. Die Verwaltungs- und Gebietsreform, bei der es laut Noss nach der Landtagswahl ans Eingemachte geht, werde auch die Kreise betreffen. Deshalb sei es wichtig, möglichst geschlossen aufzutreten. „Frischen Wind für eine nicht einfach zu gestaltende Zukunft“ erhofft sich der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Billert, der die Kreistagssitzung leitete, von dem 48-jährigen Seiteneinsteiger. Er hat am morgigen Dienstag seinen ersten Termin bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, deren Chef, ADD-Präsident Dr. Josef Peter Mertes, die Grüße von Ministerpräsident Kurt Beck und Innenminister Karl Peter Bruch überbachte.

    In Anspielung auf die bisherige Tätigkeit von Matthias Schneider als Forstbeamter empfahl Mertes dem neuen Kreischef nachhaltiges Handeln und eine glückliche Hand bei der Durchforstung des Haushalts. Dabei müsse auch schon mal die Axt eingesetzt werden. „Behalten Sie ihre Geradlinigkeit und freundliche Art bei“, empfahl der Kreisbeigeordnete Klaus Beck (SPD), der dem bisherigen Landrat Axel Redmer in Abwesenheit noch einmal ausdrücklich für dessen Leistungen und insbesondere sein stetes Bemühen um Ausgleich dankte.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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