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    Dienstweiler

    Neue Erkenntnis vor 650-Jahrfeier: Dienstweiler ist schon älter als gedacht

    Ihre 650-Jahr-Feier begeht die Gemeinde Dienstweiler am morgigen Samstag. Als Ortsbürgermeister Sebastian Caspary die Initiative ergriff, das Jubiläum gebührend zu würdigen und in Kooperation mit dem Verein für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld eine Festschrift herauszugeben, basierte dies auf der angenommenen ersten urkundlichen Erwähnung als „Dintzwilre“ 1367 – wie etwa in der Denkmaltopografie des Landes Rheinland-Pfalz nachzulesen ist.

    So sieht Dienstweiler heute aus der Vogelperspektive aus. Das Dorf feiert am Samstag sein 650-jähriges Bestehen. Dabei hat ein Heimatforscher beim Verfassen eines Beitrags für die neue Ortschronik in einem Archiv entdeckt, dass der Ort schon 1340 erstmals erwähnt wurde.  Foto: Gemeinde
    So sieht Dienstweiler heute aus der Vogelperspektive aus. Das Dorf feiert am Samstag sein 650-jähriges Bestehen. Dabei hat ein Heimatforscher beim Verfassen eines Beitrags für die neue Ortschronik in einem Archiv entdeckt, dass der Ort schon 1340 erstmals erwähnt wurde.
    Foto: Gemeinde

    Erst Rolf Weber, der im Landeshauptarchiv in Koblenz die mittelalterlichen Dokumente zu dem Dorf am Rande der Kreisstadt unter die Lupe nahm, fand heraus, dass der Ortsname schon 1340 als „Dynczwilre“ fassbar ist. Somit kann die Gemeinde auf 677 Jahre zurückblicken – was den Hauptort betrifft. Weitaus älter sind nämlich der Ortsteil Eborn, der ebenso wie der damalige Staffelhof schon 1269 erwähnt wurde – als „Ebershauwe“.

    Zum Dorfporträt steuerte der aktuelle Dr.-Kurt-Becker-Preisträger Weber eine ganze Reihe interessanter Aufsätze bei. Sie umfassen die Zeit vom 13. bis zum späten 18. Jahrhundert. So verdeutlicht der auf der indonesischen Insel Bali lebende Historiker, wie die Bevölkerung unter der oft extremen Witterung – sonnenlose und regenreiche Sommer – und daraus resultierenden Hungersnöten litt. „Etliche der geplagten Dorfbewohner suchten ihr Heil in der Abwanderung in die Städte, wo Wohnraum und Arbeitsplätze frei waren“, berichtet der Verfasser der Ortschroniken von Buhlenberg, Brücken und Abentheuer.

    Einer besonderen Lage erfreute sich Dienstweiler laut Weber, „weil hier viele Diener und Wachleute der nahen Burg Birkenfeld wohnten. Sie waren zudem von den meisten Abgaben an ihren Herren befreit.“

    Bekannt ist Dienstweiler auch für seine bemerkenswerten vor- und frühgeschichtlichen Funde auf der Gemarkung. „Sie stammen von nur zwei Fundplätzen, die in der damaligen Zeit sehr spektakulär waren und auch heute noch ein Augenmerk auf sich lenken“, schreibt die ausgewiesene Expertin Dr. Regina Geiß-Dreier: „Es handelt sich dabei zum einen um die Grabbeigaben aus dem frühkeltischen Hügelgräberfeld im Wald ,Brand‘, zum anderen um die römischen Bronzefunde im Dorf am ,Zimmerplatz‘.“

    Diese barg der Birkenfelder Altertumsverein, der Vorläufer des Vereins für Heimatkunde, zwischen 1844 und 1921. „Die vorgeschichtlichen Funde aus Dienstweiler sind in der archäologischen Erforschung des Birkenfeder Landes von herausragender Bedeutung“, resümiert die Prähistorikerin Geiß-Dreier.

    Herzstück des 280 Seiten starken Buchs ist die Häuserchronik der Altortslage. Zum Gelingen trugen viele Bürger bei, die die von Heinz Finck und Erhard Jung in mühevoller Detailarbeit zusammengestellten Daten um weitere interessante Informationen ergänzten. Indes spiegeln sich die Neubaugebiete in einem Artikel des langjährigen Ortsbürgermeisters Helmut Finck wider.

    Fotos der neuen wie der alten Häuser runden diese Kapitel ab. Neben einer ausführlichen Schulchronik von Adolf Grub und dem Vereinsleben enthält das Gemeinschaftswerk, an dem etliche Einwohner, aber auch Auswärtige als Autoren mitwirkten, Beiträge, die sich örtlichen Besonderheiten wie dem Steinbruch, der Siedlung Eborner Berg und dem Brauchtum im derzeit 350 Bewohner zählenden Dorf widmen. Karsten Schultheiß

    Die Ortschronik ist für 24 Euro bei der Jubiläumsfeier, danach bei Ortsbürgermeister Sebastian Caspary und im Buchhandel erhältlich.

    Nach dem Böllerschießen spielen zwei Livebands

    Die Feier zum 650-jährigen Bestehen von Dienstweiler beginnt am Samstag, 16. September, um 10 Uhr im Gemeinschaftshaus. Begleitend zu den Grußworten singt der Gemischte Chor Dienstweiler.

    Es folgt von 11 bis 13 Uhr ein Frühschoppen, der vom Musikverein Ruschberg umrahmt wird. Mittagessen gibt es ab 12 Uhr, Kaffee und Kuchen ab 14 Uhr. Das Kinderprogramm mit Zauberer Tony startet um 14 Uhr, die Ortschronik wird um 16.30 Uhr vorgestellt. Im Anschluss an das Böllerschießen um 18 Uhr ist das Abendessen geplant. Danach steht zunächst ab 18.30 Uhr Livemusik mit der BBQ Blues Band und später ab 22 Uhr mit der Gruppe Indenpendent auf dem Programm. ganztägig stellen die Oldtimerfreunde Dienstweiler ihre Fahrzeuge auf, und Kinder können sich auf der Hüpfburg austoben.

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