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Idar-Oberstein

Nationalpark: Die Übernachtungszahlen steigen

Zum zweiten Mal veranstalteten der Freundeskreis Nationalpark und das Nationalparkamt das im Staatsvertrag im Rahmen der Bürgerbeteiligung vorgesehene Bürgerforum zum Schutzgebiet im Hunsrück-Hochwald. Fördervereins-Vorsitzender Hans-Joachim Billert und NLP-Amtsleiter Dr. Harald Egidi begrüßten im Atrium des Gymnasiums an der Heinzenwies in Idar-Oberstein rund 100 Interessierte.

Am Ende eines informativen und arbeitsreichen Nachmittags wurden die Ergebnisse der vier Thementische beim Bürgerforum Nationalpark im Atrium des Heinzenwies-Gymnasiums vorgestellt.  Foto: Stefan Conradt
Am Ende eines informativen und arbeitsreichen Nachmittags wurden die Ergebnisse der vier Thementische beim Bürgerforum Nationalpark im Atrium des Heinzenwies-Gymnasiums vorgestellt.
Foto: Stefan Conradt

Von unserem Redaktionsleiter Stefan Conradt

Billert gestand ein, dass er sich eigentlich einen besseren Zuspruch erhofft hatte, vor allem Vertreter aus der Kommunalpolitik waren kaum auszumachen. Am Ende der dreieinhalb-stündigen Info- und Diskussionsveranstaltung zog er dennoch ein positives Fazit: „Es kommt ja mehr auf die Qualität als auf die Quantität an. Und die hat heute gestimmt.“

Bei einer Onlinebefragung, an der mehr als 120 Bürger teilnahmen, waren die vier Themengruppen ermittelt worden, die an diesem Tag eingehender beleuchtet werden sollten. Dabei spielten Jagd und Brennholz – im Vorfeld der NLP-Gründung noch ein heißes Eisen – keine Rolle mehr. An vier Thementischen wurden die Felder „Natur-, Tier- und Artenschutz“ (mit mehr als 99 Prozent der Nennungen die absolute Nummer eins), „Umweltbildung“, „Wegeplanung/ Mobilität“ und „Regionalentwicklung/Tourismus/Masterplan“ eingehend beleuchtet. Fachkundige Mitarbeiter aus dem Amt gaben Informationen aus erster Hand, Mitglieder des Freundeskreises gingen organisatorisch zur Hand.

Der Wegeplan ist nach umfangreichen Abstimmungen mit Gemeinden und Interessensvertretern im Nationalparkamt soweit vorbereitet, dass er im kommenden Jahr der NLP-Versammlung vorgelegt werden kann, die ihn dann für zehn Jahre beschließen soll. Ziel ist es, wie IT-Betreuer Rainer-Maria Kreten erläuterte, die vorhandenen Wege in einer Länge von 335 Kilometern auf etwa 220 zu verkürzen. Die ehemals vor allem zum Holztransport genutzten Trassen sollen sich selbst überlassen werden und zuwachsen. Dadurch entstehen größere Wildruhezonen, die im Normalfall von keinem Menschen mehr betreten werden. Derzeit geht es noch um die Anlegung von Besucherparkplätzen und Bushaltestellen. Interessierte erkundigten sich, ob ihre Lieblingsspazierwege erhalten bleiben.

Beim Thema Tourismus berichtete Sören Sturm, Abteilungsleiter Kommunikation, Umweltbildung, Naturerleben im NLP-Amt, von steigenden Besucherzahlen und von Erfolgen beim Versuch, die Servicekette zu verbessern. Sein Credo: Der Nationalpark ist in der Einschätzung der Besucher am Ende des Aufenthalts nur so gut wie das schwächste Glied dieser Kette. Bedeutet: Ist die Übernachtungsqualität schlecht, wird dies auf den ganzen Besuch in der Region übertragen. Mittlerweile beteiligten sich mehr 60 Gastronomiebetriebe an Qualitätssteigerungsmaßnahmen und Zertifizierungen, die der Nationalpark mit seinen Dachorganisationen anbietet, 27 Betriebe sind bereits zertifiziert. Auch die regionale Wertschöpfungskette habe man ausbauen können. Ein Problem bleibe die Barrierefreiheit. Wenn es nicht mehr barrierefreie Übernachtungsbetriebe (derzeit sind es vier in der NLP-Region) gebe, kämen auch keine Besucher – da nützten denn auch die Anstrengungen des Nationalparks wenig, so Sturm. Kathrin Schmitt von der Kreisverwaltung erläuterte, warum es mit dem Masterplan etwas länger dauert als zunächst geplant.

Das Insektensterben war natürlich auch ein Thema im Bereich Artenschutz. Davon sei im Schutzgebiet selbst bislang nichts feststellbar, erläuterte Georg Bauer, Leiter der Abteilung 3 (Forschung, Biotop- und Wildtiermanagement). Egidi geht davon aus, dass der Nationalpark als garantiert pestizidfreie Zone beste Rahmenbedingungen für Insekten bietet. Über das Thema Umweltbildung und pädagogische Unterstützung berichteten Anne Speicher und Sebastian Schacht. Gerade erst sei das Netzwerk Schulpädagogik gegründet worden (Bericht folgt).

Zu Beginn des Forums hatte Amtsleiter Egidi eine positive Bilanz nach zwei Jahren Nationalpark gezogen: In vielen Bereichen sei man auf einem guten Weg, könne – etwa beim Partnervertriebssystem – bereits schöne Erfolge vorweisen. Auf die Frage von Moderator Rouven Voigt, ob der Nationalpark mittlerweile in der Bevölkerung angekommen sei, antwortete Egidi: „Ich denke schon. Wir sind im Gespräch, sind viel in den Medien, bundesweit. Dass es auch mal Reibungspunkte gibt, ist völlig normal.“ Der Amtsleiter unterstrich, dass der Nationalpark kein touristisches Produkt sei, sondern vielmehr als Attraktor die Regionalentwicklung und den Tourismus in der Region fördern wolle.

Nationalparkfest wird am 10. Juni 2018 in Veitsrodt gefeiert

Weil am ursprünglich angedachten Termin eine Woche zuvor der Rheinland-Pfalz-Tag in Worms stattfindet, wird das dritte Nationalparkfest am Sonntag, 10. Juni, in Veitsrodt gefeiert.

Es wird wie bei der Premiere in Schwollen und in diesem Jahr auf der Festwiese am Bostalsee vom Freundeskreis in Kooperation mit dem NLP-Amt und der jeweiligen Gastgebergemeinde ausgerichtet.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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