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Birkenfeld

Mundart in Birkenfeld: Festival lockt 100 Besucher in die Stadthalle

Zu einem erstmalig veranstalteten Mundartfestival hatte Susanne Munz, bei der Verbandsgemeindeverwaltung zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, in die Stadthalle eingeladen. Allerdings blieb der Andrang mit rund 100 Besuchern etwas hinter den Erwartungen zurück, was vielleicht auch mit an dem ungewöhnlichen Veranstaltungstermin am Samstagnachmittag gelegen haben mochte.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die RUMs Kapelle, benannt nach den Anfangsbuchstaben der Vornamen ihrer Mitglieder Rolf Saar (Gitarre, Gesang), Ulrich Bladt (Bass, Gitarre) und Manuela Klein (Gitarre, Trompete, Gesang). In ihren fünf selbst geschriebenen Mundartliedern stellte sich die Band vor („Mer senn dei RUMs Kapelle“), rief Erinnerungen von früher auf wie die Jugendliebe, die sich nicht erfüllte („Ja so war dat“).

Gewaltsamer Tod eines Haustiers

Sie berichtete über den gewaltsamen Tod eines geliebten Haustieres („Der Kellasch Gerd hat unsa Haas geschlachtet“) oder träumte vom Abenteuerspielplatz Wald („Mem rohde Stiel“). In ihrem letzten Beitrag („Töpchen Lied“) verstieg sich das Trio zu der etwas steilen These, dass ein Zeitgenosse deshalb so unangenehm sei, weil er es als Kleinkind nie hinbekam, auf dem Topf sein Geschäft zu erledigen und man ihm es deshalb noch einmal beibringen sollte.

Der erste Wortbeitrag kam von Sylvia Roth vom Kulturverein Kamäleon. Sie trug das Gedicht „E Plädoyer fa die Moddasproch“ von der in Herborn lebenden Mundartdichterin Gisela Hey, ein Lob auf die Kraft und Bildhaftigkeit des Dialekts. Das beste Beispiel an diesem Nachmittag dafür bot das gereimte Kurzdrama „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“, grandios gespielt und vorgetragen von den Kamäleon-Damen Cornelia Litzenburger und Kathy Becker. Beide zeichneten sich bei der Veranstaltung ein weiters Mal aus. Cornelia Litzenburger rezitierte zwei Gedichte des Fischbacher Mundartlyrikers Friedrich Boor, und Kathy Becker brachte zusammen mit ihrem Mann Dettmer Fischbeck, ihrem Sohn Felix und dem Posaunisten Armin Grazdanow „Kä Sunn“ zu Gehör, eine wunderbar schräge Mundartversion des Songs „No Roots“ von Alice Merton.

Auf originelle Weise gingen zwei Schauspielerinnen der Theater-AG des Gymnasiums Birkenfeld ihren Beitrag an. In einem Dialog diskutierten die beiden zur Erheiterung des Publikums darüber, mit welchem Text sie bei dem Mundartfestival auftreten sollen.

Ein paar Kekse inspirierten sie zunächst dazu, ein Krümelmonster einzubauen. Nachdem diese Idee verworfen wurde und auch in Goethes „Faust“ keine passende Inspiration gefunden wurde, brachten sie ganz einfach ihre Suche nach einem passenden Thema auf die Bühne.

Für ein ganz besonderes Erlebnis sorgte eine größere Abordnung der nahe gelegenen Seniorenresidenz Senterra. Noch sehr gut bei Stimme zeigten sich die älteren Herrschaften, als sie unter der Leitung ihrer Dirigentin Sabine Grün „Im schönsten Wiesengrunde“ und „Ich fahr so gerne Rad“ sangen.

Seniorin Hilde Hiebel, die in dieser Woche ihren 98. Geburtstag feiert, berichtete in zwei selbst geschriebenen Mundartgedichten davon, wie es früher in ihrer Heimatstadt Birkenfeld war und wie und wo man früher gespielt hat – nämlich am liebsten dort, wo „der Dreck am dicksten war“, wie Hiebel schmunzelnd bemerkte.

In humorvollen Reimen porträtierte Karl-Peter Werig sich selbst als jemanden, der „immer hinterher“ ist. Kurzfristig noch hineingesprungen in das bunte Programm war der Birkenfelder Autor Peter Schlöndorff, der in seinen Mundartgedichten einen weiten Bogen von von „Grombeersupp un Quetschekuch“ bis hin zur Zahl Pi spannte. Insgesamt fühlten sich die Besucher gut unterhalten, und die eine oder andere organisatorische Unzulänglichkeit ließe sich bei einer Fortsetzung, die man auf jeden Fall ins Auge fassen sollte, sicherlich noch verbessern.

Von unserem Reporter Jörg Staiber

Idar-Oberstein Birkenfeld
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