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Gösenroth

Mühlenfest in Gösenroth: Fürs Mahlen reichte das Wasser nicht

Das historische Mühlenfest ist ein Termin, den sich Interessierte vormerken. Da nahmen die Gäste gern den rund zwei Kilometer langen Fußweg ins Idarbachtal auf sich. Allzu gern hätte Albert Echternacht, Vorsitzender der Mühlenfreunde Gösenroth, gezeigt, wie aus Getreide blütenweißes Mehl entsteht. Das Mühlenrad drehte sich zwar, aber um einen Mahlvorgang zu demonstrieren, reichte das Wasser nicht. Die Bürger identifizieren sich mit der Fußmühle, die einst als Getreidemühle ihren Dienst tat – auch für ein paar Weitersbacher Bauern.

Der Mühlenfreunde-Nachwuchs hört dem Vereinsvorsitzenden Albert Echternacht bei einer Führung gern zu. Der Gösenrother Ortschef kann viele Geschichten rund um die Mühle erzählen. Foto: Günter Weinsheimer
Der Mühlenfreunde-Nachwuchs hört dem Vereinsvorsitzenden Albert Echternacht bei einer Führung gern zu. Der Gösenrother Ortschef kann viele Geschichten rund um die Mühle erzählen.
Foto: Günter Weinsheimer

Von unserem Mitarbeiter Günter Weinsheimer

So konnte sich Echternacht – seit sechs Jahren Gösenroths Ortsbürgermeister – über den Besuch nicht beklagen. Auch die älteste Gösenrother Einwohnerin Helga Stumm (90) feierte mit, ebenso die sechs Mädels der Tanzgruppe Little Peanuts, die mit ihren Übungsleiterinnen Denise Engelmann und Tanja Heinrichs mit flotten Tänzchen unterhielten.

Auch aus kulinarischer Sicht waren die Gäste rundum zufrieden. Pökelfleisch mit Sauerkraut nach Hunsrücker Art kam genauso gut an wie die von Gösenrother Landfrauen bestens bestückte Kuchentafel. "Fußmühle wird die Mühle vielleicht aus dem Grund genannt, dass sie am Fuße des Idarkopfs liegt", mutmaßt Echternacht, der vor 60 Jahren schon mit seinem Großvater gern an die Fußmühle spazierte. Die Gösenrother Fußmühle wurde im Jahr 2005 eingeweiht und wird von einem kleinen Bächlein gespeist, das kurz hinter der Mühle in den Idarbach mündet. Kirmes und Mühlenfest sind die beiden Höhepunkte im Veranstaltungskalender der 255-Einwohner-Gemeinde. Beide Feste werden entsprechend gut besucht. Feuerwehr, Mühlenfreunde und Turnverein sind die einzigen Dorfvereine, die sich auch in der Ausrichtung des Mühlenfests abwechseln. In diesem Jahr war die Feuerwehr an der Reihe.

15 Helfer wurden benötigt. Nicht nur die Mitglieder der Mühlenfreunde sind mächtig stolz auf "ihre" Fußmühle, die absolut funktionstüchtig ist. Vor zehn Jahren wurde auch das oberschlächtige Wasserrad erneuert, das zwei Mahlwerke antreibt. Große Anstrengungen verlangte damals die Zuwegung. "500 Kubikmeter Fels mussten abgebaut und in den Weg eingebaut werden", erinnert sich Echternacht. "Die Hilfsbereitschaft war groß." Jährlich macht die Offenhaltung des 700 Meter langen Mühlengrabens viel Arbeit, im Winter werden Reparaturarbeiten im Innern der Mühle erledigt. Bis Anfang der 1960er-Jahre wurde noch in dem Kulturdenkmal Getreide gemahlen und geschrotet. Im Jahr 1949 wurde die Mühle total überholt, bis dahin waren 27 Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Eine zweite Sanierung folgte im Jahr 1981. Am 16. März 2005 wurde der Verein Mühlenfreunde Gösenroth gegründet. Beim ersten Mühlenfest 2005 konnte unter viel Beifall der Gäste das Mühlenrad wieder klappern. Heute steht die Fußmühle im Besitz der Ortsgemeinde Gösenroth. Entlang des Idarbaches auf der Strecke von Krummenau bis Rhaunen standen bis Anfang des 20. Jahrhunderts sehr viele Mühlen, von denen einige durch Verfall und Abriss verschwunden sind. Vor allem im Bereich der Gemarkung Laufersweiler waren viele Mühlen, die nicht nur Getreidemühlen waren, sondern auch Funktionen als Achatschleiferei, Sägewerk, Papiermühle oder auch Ölmühlen besaßen", konnte Echternacht dem Mühlenfreunde-Nachwuchs bei einer Führung erklären.

Z Für Besuchergruppen, Schulklassen, Wanderer und Vereine steht die Mühle jederzeit zur Besichtigung offen. Anmeldung zur Führung bei Albert Echternacht, Telefon 06544/1305

Idar-Oberstein Birkenfeld
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