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    Kreis Birkenfeld

    Mit Ping-Anrufen in die Kostenfalle gelockt

    Auch im Kreis Birkenfeld gibt es Opfer von sogenannten Ping-Anrufen. Das Handy klingelt oft nur kurz und zeigt anschließend einen Anruf in Abwesenheit an. Wer zurückruft, tappt in die Kostenfalle. Genau das ist das Ziel der Betrüger.

    Wenn das Handy klingelt, sind die wenigsten Angerufenen argwöhnisch – auch wenn das Telefon nur kurz läutet. Unbekannte Rufnummern sollten aber nicht zurückgerufen werden, denn innerhalb von wenigen Sekunden können viele Euro an Kosten anfallen.  Foto: dpa
    Wenn das Handy klingelt, sind die wenigsten Angerufenen argwöhnisch – auch wenn das Telefon nur kurz läutet. Unbekannte Rufnummern sollten aber nicht zurückgerufen werden, denn innerhalb von wenigen Sekunden können viele Euro an Kosten anfallen.
    Foto: dpa

    Auf dem Display ist eine Nummer zu sehen, die zum Beispiel mit +216 oder +257 beginnt. Wer weiß schon, dass dies die Vorwahlnummern von Tunesien und Burundi sind? Oft wird mit der Nummer auch getrickst, sodass der Anrufer nicht sieht, dass er es gerade in Tunesien oder eben Burundi klingeln lässt, wenn er zurückruft. Solche Ping-Anrufe oder Ping-Calls, die auch als Lockanrufe bezeichnet werden, können sehr teuer werden – bis zu 3 Euro pro Minute. Wolfgang Orth aus Rötsweiler-Nockenthal kann ein Lied davon singen. Er ist auf diese Betrugsmasche hereingefallen.

    Satellitenverbindung wird automatisch aufgebaut

    Orth weiß jetzt: Werden die ominösen Anrufe auf dem Handy oder im Festnetz entgegengenommen, entstehen hohe Kosten zulasten des Angerufenen. Wird nicht abgehoben, gelangt die Nummer in den Speicher für nicht angenommene Gespräche. Wird diese Nummer angetippt beziehungsweise gewählt, haben die Ganoven ihr Ziel erreicht, denn automatisch wird eine Satellitenverbindung aufgebaut, deren Kosten mehrere Hundert Euro betragen kann. Bei Wolfgang Orth waren es im Laufe von zwei Wochen insgesamt 14 Nummern in seinem Display, die er allesamt gelöscht hat. Sie begannen unter anderem mit 0023, 0025 und 0030. Das Löschen funktionierte bei ihm bis auf eine Ausnahme auch ohne Probleme. Bei einer mit 0088 beginnenden Nummer allerdings wurde der Löschvorgang so manipuliert, dass eine Satellitenverbindung generiert wurde, die ihm später von seinem Vertragspartner mit 474,09 Euro in Rechnung gestellt wurde.

    Obwohl die Verbindung ohne sein Wissen und ohne seinen Willen hergestellt wurde, besteht der Anbieter auch nach Widerspruch durch seinen Rechtsanwalt auf der Bezahlung des Betrags. Hinter dieser Masche stecken in der Regel Computer, die angerufenen Nummern stammen laut Angaben eines Polizeisprechers von Adresshändlern oder werden nach dem Zufallsprinzip angewählt. Vermutlich wollen die Betrüger zum einen feststellen, ob die Nummern aktiv genutzt werden. Zum anderen könnte dahinter die Absicht stecken, die Neugierde der Angerufenen zu wecken und zu einem teuren Rückruf zu animieren.

    Regionale Schwerpunkte lassen sich nicht ausmachen

    Auch bei der Kriminalpolizei Idar-Oberstein werden immer wieder solche Fälle gemeldet. „Regionale Schwerpunkte im Bundesgebiet lassen sich jedoch nicht ausmachen“, sagt ein Sprecher der Bundesnetzagentur. Im Jahr 2016 gingen dort insgesamt 78.209 schriftliche Beschwerden und Anfragen zum Thema Rufnummernmissbrauch ein. Zusätzlich hat die Bundesnetzagentur 22.338 telefonische Anfragen und Beschwerden zum Thema unerlaubter Telefonwerbung erhalten. Gut 3100 Nummern sind inzwischen abgeschaltet worden. Und trotzdem: Obwohl die Bundesnetzagentur Tausende dieser Ping-Nummern gesperrt hat – vor allem Hunderte solcher Nummern, die mit 0088 beginnen – und zudem Abrechnungs- und Inkassoverbote erlassen hat, war dies, wie Wolfgang Orth aus Rötsweiler-Nockenthal versichert, für seinen Anbieter kein Grund, von der Forderung Abstand zu nehmen. Der 74-Jährige hat seinen Vertrag gekündigt, sein Rechtsanwalt kämpft weiterhin für ihn um die geforderten knapp 500 Euro.

    Welche Möglichkeiten Betroffene haben, kann im Internet unter www.bundesnetzagentur.de nachgelesen werden.

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

    Das rät die Verbraucherzentrale

    Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz rät, unbekannte Nummern nicht zurückzurufen. Zudem sollte jeder mit der Weitergabe seiner Daten vorsichtig sein und stets hinterfragen, warum man beispielsweise seine kompletten Daten angeben soll, wenn man lediglich an einem Gewinnspiel teilnehmen möchte. Oft sei dies eine Möglichkeit, wie die Nummern in Umlauf geraten.

    Bei unseriösen Anrufen sollte man schnell auflegen und den Vorfall der Bundesnetzagentur melden. Auch wenn die Telefonanbietern bereits verboten hat, Ping-Anrufe bestimmter Telefonnummern abzurechnen, gibt dem Verbraucher dieses Verbot aber nicht das Recht, bereits geleistete Zahlungen von seinem Anbieter zurückzufordern. Geschädigte sollten sich deshalb an die Verbraucherzentrale wenden. ni

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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