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Hattgenstein

Mit Pfeil und Bogen auf der Jagd nach Bär und Hirsch

Christoph Strouvelle

Der Oberhambacher Kalle Hörnig hat bei der Rothenburghütte in Hattgenstein Angebote für Bogensportler geschaffen. Mit diesem Freizeitangebot will der 63-Jährige eine neue Zielgruppe in den Hunsrück locken.

Das Ziel ist natürlich nur aus Plastik: Auf dem von Kalle Hörnig angelegten Parcours in Hattgenstein können Bogenschützen auch auf eine Hirschfigur zielen.
Das Ziel ist natürlich nur aus Plastik: Auf dem von Kalle Hörnig angelegten Parcours in Hattgenstein können Bogenschützen auch auf eine Hirschfigur zielen.
Foto: Christoph Strouvelle

Behutsam legt der Oberhambacher Kalle Hörnig einen Pfeil auf seinen Bogen und stellt sich an eine rote Markierung im Wald. Ein Zug an der Sehne, das Ziel kurz zwischen den Baumstämmen anvisieren, die Sehne loslassen, und schon steckt der Pfeil in einem rund 20 Meter entfernten Bären. Die Tierfigur aus wetterfestem Spezialschaum gehört zu einem 1,8 Kilometer langen Parcours für Bogenschützen, den Hörnig im Wald unweit der Rothenburghütte in Hattgenstein eingerichtet hat.

Auf dem in rund zwei Stunden zu bewältigenden Rundgang wechseln sich 18 dreidimensionale Tierfiguren in jeglicher Größe ab, vom Igel über den Truthahn bis hin zum Damhirsch. „Sechs weitere Figuren sollen noch hinzukommen“, sagt er. Vor jeder Figur gibt es drei Markierungen, von wo aus geschossen wird, sagt Hörnig. Rote Stöcke sind für sportlich orientierte Schützen, die gelben für weniger geübte Schützen, und Anfänger stellen sich an die blauen Markierungen, von denen aus der Abstand zum Ziel am geringsten ist. An einzelnen Figuren gibt es einen sogenannten Backstop, eine hinter den Schaumstofftieren aufgestellte Wand, die verhindern soll, dass Pfeile, die das Ziel verfehlen, im Dickicht hinter der jeweiligen Figur verschwinden.

Hörnig ist Bogensportler aus Passion. Der 63-Jährige hat bereits zahlreiche Turniere am Erbeskopf organisiert, darunter sieben deutsche Meisterschaften für diverse Bogensportverbände. Deshalb weiß er auch um die touristischen Chancen, die der Sport für die Region bietet. „Wir hatten hier in Hattgenstein schon Bogensportler aus München und Hamburg“, sagt er. Diese Informationen hat er aus dem Parcoursbuch, in das sich jeder Schütze eintragen muss, bevor er sich auf die Runde macht. Die Sportler zahlen die Gebühren für die Runde im Internet. Dabei erhalten sie für jeweils 10 Euro eine Tageskarte, können den Parcours theoretisch also mehrmals absolvieren.

Hörnig hatte in mehreren Orten wegen der Anlage eines Bogenportparcours angefragt, Hattgenstein habe sich interessiert gezeigt, weil dort Aktivitäten in der Natur gewollt seien. „Hier soll etwas passieren, und Bogensport passt hinein“, sagt Hörnig. Doch ist der eine Parcours nur ein Anfang. Insgesamt will Hörnig neben dem 2017 angelegten Rundgang in Hattgenstein drei Strecken für Bogenschützen aufbauen. Der Plan: „Wir wollen mit den Bogentouristen mehr Leute in die Region ziehen. Die Leute sollen länger bleiben als einen Tag“, sagt er. Dass dies möglich ist, zeigt ein Blick nach Österreich. Dort gibt es Hotels, von denen aus innerhalb weniger Minuten mehrere Bogensportanlagen zu erreichen sind.

Dort haben Dörfer, die im Winter von Skitourismus leben, bis zu fünf Parcours angelegt und sich mit den Bogensportlern eine weitere Zielgruppe für den Sommer erschlossen. Dazu will sich Hörnig auch mit weiteren Bogensportanbietern in der Region vernetzen. So gibt es ähnliche Anlagen in Simmern, in Schmidthachenbach und im saarländischen Berschweiler bei Marpingen. Doch auch Anfänger will Hörnig in die Schönheiten des Bogensports einführen. Eine Wiese unweit des Einstiegs in den Hattgensteiner Parcours hat er bereits mit Sportscheiben ausgestattet. „Ab Juni wollen wir dort einmal wöchentlich Bogensporttraining anbieten“, sagt er.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.kalles-longbow.de

Von unserem Mitarbeiter Christoph Strouvelle

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