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    Idar-Oberstein

    Mit neuer Technik werden bislang ungenutzte Holzreserven erschlossen

    Holz ist gefragter denn je, vor allem durch neue Heiztechniken ist der nachwachsende Rohstoff auch als Wärmelieferant wieder interessant geworden. Durch steigende Preise und neue Techniken bei der Holzernte lassen sich heute auch Steilhänge gewinnbringend bewirtschaften, bei denen das vorher nicht möglich war, gerade für die Stadt Idar-Oberstein ein interessanter Aspekt, weil sich ein großer Teil des städtischen Waldes in solchen Lagen befindet. Bei einem Ortstermin im Stadtwald bei Nahbollenbach informierten sich die Mitglieder des Liegenschaftsausschusses über die Arbeitsweise eines Seilkranes, mit dem man selbst bei Hängen mit mehr als 50 Prozent Steigung noch Holz ernten kann.

    Auch in Steillagen wie im Bollenbachtal kann mit dem Seilkran Holz geerntet werden.
    Auch in Steillagen wie im Bollenbachtal kann mit dem Seilkran Holz geerntet werden.
    Foto: Manfred Greber

    Idar-Oberstein - Holz ist gefragter denn je, vor allem durch neue Heiztechniken ist der nachwachsende Rohstoff auch als Wärmelieferant wieder interessant geworden. Durch steigende Preise und neue Techniken bei der Holzernte lassen sich heute auch Steilhänge gewinnbringend bewirtschaften, bei denen das vorher nicht möglich war, gerade für die Stadt Idar-Oberstein ein interessanter Aspekt, weil sich ein großer Teil des städtischen Waldes in solchen Lagen befindet. Bei einem Ortstermin im Stadtwald bei Nahbollenbach informierten sich die Mitglieder des Liegenschaftsausschusses über die Arbeitsweise eines Seilkranes, mit dem man selbst bei Hängen mit mehr als 50 Prozent Steigung noch Holz ernten kann.

    Der Hang vom Sonnenhofplateau zum Bollenbachtal, so erläuterte Georg Graf von Plettenberg, der Leiter des Forstamtes Birkenfeld, in dessen Bereich das Waldstück liegt, sei bislang wirtschaftlich nicht nutzbar gewesen. Erst mit dem Seilkransystem „Grizzly Yarder“ der Hunsrücker Firma Marco Susenberger, die man hierfür beauftragt habe, sei dies möglich geworden. Das System, bei dem die geschlagenen Stämme über eine „Seilbahn“ aus dem Wald geholt werden, biete gleich mehrere Vorteile. Da der Wald nicht befahren werden müsse, werde der Boden geschont, was besonders bei erosionsgefährdeten Hanglagen wichtig sei. Da man mit einer relativ kleinen Schneise auskomme, würden auch nur sehr geringe Schäden am nicht geernteten Baumbestand entstehen.

    Zwar seien die Erlöse deutlich niedriger als in besseren Lagen, da das Verfahren relativ zeit- und personalintensiv sei. So bräuchten drei Leute einen ganzen Tag allein für den Aufbau der rund 300 Meter langen Seilstrecke, mit der man auf einer Fläche von rund 1,2 Hektar ernten könne. Auch falle die Holzmenge wegen der mangelhaften Durchforstung dieser Lagen pro Baum deutlich geringer aus als in gut durchforsteten Lagen. Dafür sei aber durch das Ausdünnen des Waldes für die Zukunft mit deutlich höheren Holzzuwächsen zu rechnen. Früher, so machte von Plettenberg deutlich, hätte man in solchen Lagen durch den hohen Personalaufwand rund 70 Euro pro Festmeter drauflegen müssen, wenn man dort hätte ernten wollen, mit dem neuen Verfahren bleibe immerhin noch ein Reinerlös von etwa 6,50 Euro pro Festmeter übrig, der aber bei späteren Holzeinschlägen tendenziell steigen würde. So seien aufgrund mangelnder Bewirtschaftung die rund 100-jährigen Kiefern, die an dieser Stelle den größten Teil des Baumbestandes ausmachen, deutlich kleiner und dünner als vergleichbare Bäume in bewirtschafteten Beständen.

    Erfreuliches konnte von Plettenberg auch nach dem Ortstermin im Liegenschaftsausschuss berichten. Der Überschuss im Forstrevier Idar-Oberstein falle deutlich höher aus, als im Haushaltsansatz vorgesehen. Man könne zum Abschluss des Jahres damit rechnen, dass ein Reingewinn von mindestens 20 000 Euro in die Stadtkasse fließe, so der Forstamtsleiter. Rund zwei Drittel der Einnahmen seien Erlöse aus Holzverkäufen. Im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr ist ein Überschuss von rund 2500 Euro ausgewiesen, wobei von Plettenberg sich aber zuversichtlich zeigte, dass man diese Zahl voraussichtlich deutlich übertreffen werde. „Ich glaube nicht, dass sich eine mögliche Wirtschaftskrise dramatisch auf die Holznachfrage niederschlagen wird“, meinte der Forstamtsleiter. Auch in der Krise 2008/09 habe man sich „sehr gut geschlagen“.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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