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    Milan starb durch verbotenes Gift

    VG Birkenfeld. Ein Anfang August zwischen Nohen und Reichenbach tot aufgefundener Rotmilan ist durch ein verbotenes Gift verendet. Das habe die veterinärmedizinische Untersuchung ergeben, die die Kriminalpolizei Idar-Oberstein in Auftrag gegeben hat, schreibt die Bürgerinitiative (BI) "Energiewende mit Vernunft" in einer Presseerklärung.

    Rotmilan-Schwund
    Der Rotmilan hat es in Rheinland-Pfalz immer schwerer.

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

    Vogelkundler Willi Weitz, Mitglied des naturkundlichen Beirates im Kreis Birkenfeld, war von Anfang an in die Geschehnisse eingeweiht. "Die Beteiligten wollten die Angelegenheit zunächst nicht an die große Glocke hängen, um nicht erneut zum Ziel falscher Anschuldigungen zu werden", sagt Weitz. In der Standortfrage für Windkraftanlagen komme es immer wieder zu Diskussionen mit teils aberwitzigen Vorwürfen. Weitere Ausführungen wolle Weitz nicht machen. Er beschränkt sich auf die Fakten.

    Demnach haben ein Bürger aus Nohen und dessen Ehefrau, die als Richterin in Mannheim tätig ist, den toten Altvogel in unmittelbarer Nähe eines in diesem Jahr besetzten Rotmilanhorstes gefunden und der Kriminalpolizei übergeben, um ihn untersuchen zu lassen. Ende September habe die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach mitgeteilt, dass der Rotmilan infolge einer Vergiftung durch Carbofuran verendet ist. Willi Weitz erklärt: "Carbofuran wurde früher in der Landwirtschaft vor allem als Insektizid eingesetzt, ist aber auch für Warmblüter hochgiftig." Wegen der äußerst kritischen Umwelttoxizität sei die Anwendung von Carbofuran in der Europäischen Union seit Ende 2008, also seit fast sieben Jahren, verboten. Vertrieb, Verkauf und Besitz sind in Deutschland nach dem Chemikaliengesetz strafbar.

    Weil Restbestände jedoch nicht zurückgefordert worden seien und Carbofuran außerdem auf illegalen Wegen beschafft werden könne, werde die Chemikalie immer wieder in krimineller Weise eingesetzt, um mithilfe vergifteter Köder Greifvögel und andere Fleischfresser, auch Hunde und Katzen, zu töten, fügt Weitz hinzu. "Die vergifteten Tiere gehen in qualvollem Todeskampf elend zugrunde", sagt der Vogelexperte. Ob der Rotmilan selbst einen Giftköder aufgenommen oder ein vergiftetes Tier gefressen hat, ist unklar.

    Höchst unwahrscheinlich sei es, dass Carbofuran-Giftköder, die vor dem Verbot 2008 ausgelegt wurden, heute noch im Boden liegen. Das Gift habe eine Abbauzeit im Boden von sechs Wochen. Deshalb steht für Weitz fest: "Irgendjemand hat illegal und in krimineller Absicht das verbotene Gift ausgebracht."

    Dieser Vorfall nährt bei Weitz und den Mitgliedern der BI den Verdacht, dass in zwei Fällen der Milanbrutsaison 2014, in denen beide Altvögel plötzlich spurlos verschwanden, ebenfalls Gift im Spiel gewesen sein könnte. In einem Fall bei Nohen blieb das bebrütete Gelege zurück, bei Dambach ein fast flügger Jungvogel, der im Horst verendete. Ebenfalls 2014 wurde im September zwischen Birkenfeld und Dambach ein extrem geschwächter, noch lebender Rotmilan gefunden, der dann aber mit den typischen Symptomen einer Vergiftung mit dem Gift Cumarin (heftiges Blutkoten) zugrunde ging.

    Idar-Oberstein Birkenfeld
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