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    Ellweiler

    Letztes Rätsel um Stein am Wegesrand bleibt

    Er blieb keineswegs ungesühnt, der Mord an der 18-jährigen Dienstmagd Luise Schug. Verwittert ist heute - mehr als 90 Jahre nach Bluttat - die Inschrift auf dem Stein in dem schlicht umzäunten Blumenbeet nahe der Gemarkungsgrenze zwischen Ellweiler und Nohfelden.Doch die stille Gedenkstätte, ein paar Schritte abseits des Weges, weckte schnell das Interesse unserer Leser.

    Nicht mehr zu lesen ist die Inschrift auf dem Gedenkstein für Mordopfer Luise Schug.
    Nicht mehr zu lesen ist die Inschrift auf dem Gedenkstein für Mordopfer Luise Schug.
    Foto: Reiner Drumm

    Manfred Knapp aus Nohfelden hatte uns auf den desolaten Zustand des Denkmals aufmerksam gemacht. Auf ihrer Spurensuche stieß die Lokalzeitung bald auf Verena Reitenbach aus Ellweiler, die als Kind des Dorfes den verschwiegenen Ort seit frühester Jugend kennt. Inzwischen selbst Mutter einer fast erwachsenen Tochter hat sie das Schicksal der jungen Magd, die bei der Feldarbeit auf grausamste Weise ermordet wurde, aufgerüttelt. Sie will nicht nur die Gedenkstätte für das tote Mädchen wieder herrichten und auf Dauer pflegen, sie versucht auch immer noch, mit detektivischen Spürsinn mehr über Tat und Opfer zu erfahren.

    Ebenso kurz wie drastisch berichte die Zeitung damals vom Dienstmädchen, das mit durchschnittener Kehle auf dem Acker. gefunden wurde. Auch wurden mutmaßliche Mörder genannt: ein Trupp französischer Besatzungssoldaten, die am Bahnhof Neubrücke stationiert waren.

    Gerhard Krieger hat den Täter schwarz auf weiß. Der 85-jährige, der heute in Reichenbach lebt, ist ein Sohn von Luise Schugs Schwester. Bei seinen Familienpapieren fand er die vergilbte Kopie eines amtlichen Schreiben, worin das französischen Außenministerium der deutschen Botschaft in Paris auf Anfrage mitteilt, dass ein Schütze namens Kussili der Tat am 24. Mai 1923 in der Gemarkung Ellweiler für schuldig befunden und zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde. Das Schreiben ging seinerzeit an den Bürgermeister von Nohfelden sowie Julius Helfenstein, dem nächsten Verwandten des aus Ausweiler auf den späteren Truppenübungsplatz stammenden Opfers.

    Und schon beginnt sich die Geschichte um Luise Schug wieder im Nebel zu verlieren. "Ausweiler ist verschwunden", sinniert der 85-Jährige. Er und eine Schwester sind die letzten Überlebenden von ehemals fünf Geschwistern. Erinnerungen an die so früh dahingeschiedene Luise hat niemand von beiden. Der Vater früh verstorben, die Mutter psychisch labil, lebten die Schugs in "schwierigen" Familienverhältnissen - so Kriegers Erklärungsversuch. Noch nicht einmal ein Foto von Luise besitzt er. Da könnte vielleicht Sohn Roland weiterhelfen. Der hat eine Aufnahme, da steht das Mädchen neben einer fremden Frau - "möglicherweise eine Art Pflegemutter".

    Wer wohl den Stein für das ermordete Mädchen aufgestellt hat? Aus der Verwandtschaft war es garantiert keiner, versichert der 85-Jährige hoch und heilig. Er will auch nicht darüber nachdenken, wer auf so eine Idee kommen könnte. Ein letztes Geheimnis um den Stein am Wegesrand wird so wohl immer bleiben.

    Von unserem Redakteur Klaus-Peter Müller

    Verwitterter Steinerinnert an Mord an Dienstmagd
    Idar-Oberstein Birkenfeld
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