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Hahn

Kopie von Flughafen Hahn: Jetzt berät auch Ex-Ministerpräsident Scharping das Land

Nach der Blamage beim gescheiterten Verkauf des defizitären Flughafens Hahn an chinesische Investoren will sich die unter Druck geratene Landesregierung doppelt absichern, um nicht, wie schon am Nürburgring, zum zweiten Mal zum leichten Opfer von Blendern oder Betrügern zu werden: Ex-Ministerpräsident Rudolf Scharping berät das weitere Vorgehen.

Flughafen Hahn
Flughafen Hahn
Foto: dpa

Von unserer Chefreporterin Ursula Samary

Neben Professor Martin Jonas (Warth & Klein Grant Thornton AG) als Aufpasser der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG steht der Landesregierung hinter den Kulissen also der profunde China-Kenner und Stratege Scharping (68) als Kontrolleur zur Seite. Er hilft mit seinem Frankfurter Unternehmen RSBK, "Rudolf Scharping Strategie Beratung Kommunikation GmbH", deutschen Firmen, in China Geschäfte zu machen. Er berät aber auch Chinesen, die in Deutschland investieren wollen.

Nach Informationen unserer Zeitung übernimmt der frühere Spitzengenosse bereits seit Ende Juni eine wichtige Beraterfunktion in Mainz – ohne einen Euro aus der Staatskasse, aber „aus Liebe zum Land“, wie es heißt. Sein Wissen dürfte als zusätzliche Sicherheit gefragt bleiben: Denn auch die Bieter, die am Hahn als potenzielle Käufer jetzt noch im Rennen sind, haben im Hintergrund chinesische Geldgeber.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) soll nach plötzlichen Zweifeln an der Seriosität des chinesischen Partners SYT seinen früheren politischen Mentor aus dem Rhein-Lahn-Kreis Rat suchend eingeschaltet haben. Gute Nachrichten hatte der aber wohl nicht für ihn parat, im Gegenteil: Mit Hilfe von Scharping, der über einflussreiche Kontakte im Reich der Mitte verfügt, wurde dem Vernehmen nach rasch die mangelnde Bonität der Möchtegern-Flughafen-Käufer entlarvt – trotz des vermeintlichen, aber mutmaßlich gefälschten Nachweises über ein angebliches Investorenvermögen von mehr als 25 Millionen Euro.

BDR-Präsident
Der Zivilflughafen Hahn war auch sein Baby: Der frühere Ministerpräsident Rudolf Scharping steht dem Land mit Rat zur Seite.
Foto: dpa

Denn der RSBK-Gründer weiß, wie chinesische Handelsregistereintragungen zu lesen und Angaben übers tatsächlich vorhandene Kapital zu finden sind. Offenbar waren die Berater der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, auf die sich Lewentz als zuständiger Ressortminister lange verlassen hatte, dazu über Monate nicht in der Lage.

Scharping, von 1991 bis 1994 Ministerpräsident, dürfte bei seinem Engagement auch noch der Hahn am Herzen liegen. Denn der Hunsrück-Flughafen ist auch sein Baby: Er hat Anfang der 90er-Jahre mit den Amerikanern über den Abzug von der Airbase verhandelt. Damals setzte er auch ein Signal für das gewaltige Konversionsprojekt: Am 14. September 1992 landete er mit seinem Stellvertreter und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sowie 110 Passagieren in einer in Frankfurt gestarteten Lufthansa-Maschine auf noch amerikanischem Boden im Hunsrück, wo sich die Menschen von einer neuen zivilen Flughafen-Zukunft weiter wichtige Jobs und neue Wirtschaftskraft erhofften.

Lewentz wie auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), die 25 Jahre nach Scharpings Machtwechsel im Land die Regierung führt, dürften sich von dem damaligen Polit-Piloten erhoffen, dass er sie vor weiteren Bruchlandungen bei den Verhandlungen mit neuen Partnern aus China auf dem Flughafen Hahn bewahrt. Scharping hat nach dem Ende seiner politischen Karriere als Bundesverteidigungsminister das Unternehmen RSBK gegründet, das an Standorten in Frankfurt und in Peking (Rudolf Scharping Consulting Beijing Co. Ltd.) aktiv ist.

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