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    Heimbach/Baumholder

    Kita-Streit in VG Baumholder: Droht den Erzieherinnen die Entlassung?

    Droht im Streit um die Sanierung der Kitas in Heimbach und Baumholder zwischen dem Bistum Trier und dem VG-Rat womöglich irgendwann die Entlassung der Erzieherinnen? Das zumindest befürchtet die katholische Pfarrgemeinde Baumholder um Pastor Clemens Kiefer.

    Pastor Clemens Kiefer (von links), Gemeindereferentin Anne Kiefer, Sabrina Grammes, Vorsitzende des Kirchengemeinderats Heimbach, Andrea Reitz, katholische Kita gGmbH und Silvia Müller vom Heimbacher Kindergarten kämpfen dafür, dass die Kitas katholisch bleiben.  Foto: Silke Bauer
    Pastor Clemens Kiefer (von links), Gemeindereferentin Anne Kiefer, Sabrina Grammes, Vorsitzende des Kirchengemeinderats Heimbach, Andrea Reitz, katholische Kita gGmbH und Silvia Müller vom Heimbacher Kindergarten kämpfen dafür, dass die Kitas katholisch bleiben.
    Foto: Silke Bauer

    Zum Hintergrund: Nachdem der VG-Rat Baumholder sich weigert, 65 Prozent der Kosten für die Sanierung der katholischen Kitas in Baumholder und Heimbach zu bezahlen (wir berichteten), teilte der Geistliche im NZ-Gespräch mit: „Wir werden das Feld nicht einfach so räumen.“ Die Bauträgerschaft der Gebäude hat die Pfarrgemeinde inne, die Betriebsträgerschaft liegt bei der Kita gGmbH Trier. Mehr als 35 Prozent Sanierungszuschuss pro Kindergarten kann die Kirche nicht leisten: „Das Bistum gibt nicht mehr Geld für Baumaßnahmen. Uns sind da die Hände gebunden“, sagt Kiefer. Das ist der VG aber zu wenig, VG-Chef Bernd Alsfasser fordert mindestens 65 Prozent Beteiligung. Das sei unrealistisch, betont Kiefer und befürchtet, dass die VG die katholische Kirche ganz herausdrängen möchte.

    Pastor Kiefer: Trägervielfalt         muss gewahrt bleiben

    Diese Sorge wird dadurch genährt, dass die VG bereits den Plan verfolgt, das ehemalige Hauptschulgebäude in Baumholder zu erwerben und den Kindergarten dorthin zu verlegen. „Dann könnte man beide Trägerschaften übernehmen“, hatte Alsfasser vergangene Woche im NZ-Gespräch gesagt. Auch für die Kita Heimbach habe man schon Pläne, die allerdings noch nicht spruchreif seien.

    Pastor Kiefer und seine Mitstreiterinnen – Andrea Reitz von der Kita GmbH, Silvia Müller, stellvertretende Kitaleiterin in Heimbach, Sabrina Grammes, Vorsitzende des Kirchengemeinderats und Gemeindereferentin Anne Kiefer – können dieses Vorgehen nicht nachvollziehen. Kiefer stört, dass Alsfasser die 35 Prozent Beteiligung einfach so ausschlage: „Von den 950.000 Euro, die allein die Sanierung der Baumholderer Kita kostet, bekäme die VG rund 330.000 Euro“, zweifelt der Pastor an den Rechenkünsten in der Verwaltung. „Warum will man die 35 Prozent nicht?“, fragt sich auch Sabrina Grammes. Zudem sei dies alles keine Überraschung gewesen, fügt sie hinzu: „Die VG wusste, dass da irgendwann etwas kommt und dass sie 65 Prozent der Kosten tragen muss. Das ist nichts Neues, das war schon vor 20 Jahren so.“

    Auch gibt Kiefer zu bedenken: Bei dem Gebäude, dass die VG umbauen lassen will, seien nicht alle Sicherheitsbestimmungen erfüllt, die bei Kindergärten generell sehr streng seien. Kiefer fürchtet „eine Art Gleichschaltung“, wenn die beiden Kindergärten kommunal werden sollten: „Das darf nicht passieren, die Trägervielfalt muss gewahrt werden. Wenn man uns rauskickt, gibt es in der ganzen VG keinen einzigen katholischen Kindergarten mehr. Wenn es vor Ort freie Träger gibt, sollten diese auch den Vorrang bekommen.“

    Der Zweite Beigeordnete der VG, Rouven Hebel, der momentan den sich im Urlaub befindenden Alsfasser vertritt, versucht die Wogen zu glätten: „Da ist man in der Diskussion schon einen Schritt zu weit. Bisher wurde lediglich der Beschluss gefasst, dass sich die VG nicht mit 65 Prozent an den Baukosten beteiligen wird. Es ist noch gar nicht gesagt, dass die Kirche die Kitas schließen muss. Es kann ja sein, dass sie ihre Förderrichtlinien ändert.“ Das scheint nach NZ-Informationen jedoch ausgeschlossen, da das Bistum keine Präzedenzfälle schaffen möchte.

    Hebel gibt zu bedenken, dass noch überhaupt nicht beschlossen worden sei, das ehemalige Hauptschulgebäude umzubauen. Es gebe noch andere Möglichkeiten. Gesetzt den Fall, dass die Katholiken die Kitas tatsächlich dichtmachen müssten, ginge die Sache erst einmal an den Kreis, der sich nach einem neuen Träger umsehen würde: „Die evangelische Kirche wäre auch eine Option.“

    Clemens Kiefer ist es wichtig, dass die Kindergärten katholisch bleiben: „Das hat hier Tradition.“ Auch Gemeindereferentin Anne Kiefer sagt: „Die Eltern sagen uns oft, dass sie froh sind, dass hier religiöses Wissen vermittelt wird. Wir halten die Kirche vor Ort lebendig. Das geht sonst verloren.“ Man sorgt sich zudem um die Zukunft der Erzieherinnen: „Die haben einen Vertrag mit der katholischen Kirche“, erläutert Andrea Reitz (Kita gGmbH). Wenn die Kirche die Betriebsträgerschaft eines Tages an die VG übertrage und die Pädagoginnen einen neuen Vertrag mit der Kommune abschließen sollten, würden die Frauen ihre bisher erworbenen Rechte (zum Beispiel Dienstjahre, Urlaubstage etc.) verlieren und beim neuen Arbeitgeber bei null anfangen. Reitz sieht ein weiteres Szenario im Bereich des Möglichen: Es könne auch passieren, dass die Kommune die Erzieherinnen nicht übernehmen würde. Dann wäre die Kita gGmbH in der Pflicht, diese in andere Einrichtungen zu versetzen. Die Folge wären also entweder finanzielle Einbußen oder längere Anfahrtswege zur Arbeit. Um auf Nummer sicher zu gehen, besetzt Reitz die Stellen, die frei werden, momentan nur befristet, falls es zum Fall der Fälle kommt. VG-Beigeordneter Hebel sagt dazu: „Wir werden die Erzieherinnen sicherlich nicht im Regen stehen lassen.“

    Kirchenvertreter wurden vor          vollendete Tatsachen gestellt

    Clemens Kiefer ärgert vor allem die seiner Ansicht nach mangelnde Transparenz auf VG-Seite. Im Mai habe sich die Kita gGmbH mit VG-Chef Alsfasser, Stadtbürgermeister Günther Jung und anderen Ratsmitgliedern getroffen. Damals sei schon über die Sanierungen gesprochen worden, erinnert sich Reitz, und auch darüber, dass die Kirche jeweils 35 Prozent der Kosten tragen werde. Man habe sich darauf geeinigt, sich getrennt voneinander bis Ende August die beiden Gebäude anzusehen und Gedanken zur Sachlage zu machen. Beim Treffen am 30. August wurde den Kirchenvertretern mitgeteilt, der Beschluss, sich nicht mit 65 Prozent an den Kosten zu beteiligen, stehe so gut wie fest und werde tags darauf dem VG-Rat empfohlen. Kiefer und Co. fühlen sich überrumpelt. „Dass wir uns nicht vorstellen konnten, uns an den Baukosten mit 65 Prozent zu beteiligen, war der Kirche aber schon lange bekannt“, sagt dagegen Rouven Hebel.

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