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Kreis Birkenfeld

Keine Narrenfreiheit an den tollen Tagen

Andreas Nitsch

Sicherheit wird bei den Fastnachtsumzügen im Kreis Birkenfeld großgeschrieben. Das gilt sowohl für die großen Veranstaltungen in Idar-Oberstein, Buhlenberg und Fischbach wie auch für die kleineren Zugausgaben etwa in Mackenrodt, Mittelreidenbach oder Rhaunen. Die Polizei kündigt verstärkt Kontrollen an, dabei wird auch die Einhaltung des Jugendschutzes überprüft.

Ein als Clown verkleideter Fastnachtsanhänger muss in ein Messgerät pusten. Auch die Polizei im Kreis Birkenfeld kündigt für die tollen Tage verstärkt Alkoholkontrollen an. Foto:  picture alliance
Ein als Clown verkleideter Fastnachtsanhänger muss in ein Messgerät pusten. Auch die Polizei im Kreis Birkenfeld kündigt für die tollen Tage verstärkt Alkoholkontrollen an.
Foto: picture alliance

Von Andreas Nitsch, Peter Bleyer, Vera Müller und Silke Bauer

In Fischbach (Fastnachtssonntag) werden – je nach Wetterlage – zwischen 5000 und 8000 Besucher erwartet. Da steht die Sicherheit der Zuschauer und der Zugteilnehmer natürlich an erster Stelle. Die Feuerwehr wird die Zugstrecke absperren, auch das Ordnungsamt wird den Veranstaltern hilfreich zur Seite stehen. Ein Problem ist immer wieder das Parken. Veranstalter und Polizei bitten die Gäste, ihr Auto nicht entlang der L 160 oder an anderen Stellen, für die ein Parkverbot gilt, abzustellen. Zugorganisator Udo Arend appelliert an das Verständnis der Autofahrer und bittet, die bestehende Parkregelung zu beachten: „Am besten lässt man das Auto ganz zu Haus.“

In Rhaunen hat sich die Situation durch die Terminvorverlegung auf Freitagabend etwas geändert. Da der Umzug nun bei anbrechender Dunkelheit startet, sind zusätzliche Maßgaben zu beachten. „Alle Teilnehmer haben von uns die Sicherheitsvorschriften der Verbandsgemeinde Rhaunen erhalten“, sagt Organisatorin Margit Wehle-Heich. „Jetzt hoffen wir, dass die Vorschriften auch von allen beachtet werden.“ Ganz wichtig sei, dass die Begleiter der einzelnen Wagen Warnwesten tragen. Die örtliche Feuerwehr wird den närrischen Lindwurm absichern. „Wir sind schon ein wenig nervös“, gibt die Zugorganisatorin zu. „Schließlich ist dies der erste Nachtumzug für uns.“

In Idar-Oberstein stand das Thema Alkohol im Fokus der Zugabschlussbesprechung der IG Romo. Deren Vorsitzender Georg Bußmann betont: „Wir haben alle noch einmal ermahnt: Es laufen Kinder mit. Hier haben wir alle Vorbildfunktion, für den jungen Narren und auch für die Erwachsenen.“ Alkoholkonsum ist nur in Maßen erlaubt. „Da tragen wir alle gemeinsam Verantwortung.“ Natürlich könne man nicht verhindern, dass der Alkohol bereits von zuhause mitgebracht werde. Eingeschaltet ist auch das städtische Jugendamt, das entsprechende Infos auch an Kneipenwirte und Vereine weitergeleitet hat. Das Deutsche Rote Kreuz wird wieder ein Zelt auf dem Schleiferplatz haben – dort geht es nach dem Zug meist mächtig rund. Dort finden auch Frauen, die bedrängt oder belästigt werden, Schutz und Hilfe.

Bei den Umzügen in Buhlenberg und Birkenfeld ähneln die Sicherheitskonzepte denen im vergangenen Jahr, teilt die Polizei Birkenfeld mit. In Buhlenberg, das während des Umzugs am Fastnachtssonntag sowieso für den Durchgangsverkehr gesperrt ist, werden zusätzliche Einsatzfahrzeuge an mehreren Stellen im Ort zum Schutz positioniert. In Buhlenberg sind in diesem Jahr zudem keine Glasflaschen erlaubt – man will die Verletzungsgefahr reduzieren. Im vergangenen Jahr waren einige Jugendliche auffällig geworden. Diese waren schon vor Start des Buhlenberger Umzugs so stark betrunken, dass sie medizinisch versorgt werden mussten. Die Glasflaschen warfen die Feiernden teilweise einfach auf die Straße. In Birkenfeld gab es derartige Vorfälle hingegen nicht. Nach dem Umzug in Buhlenberg stellte die Polizei Birkenfeld zudem fest, dass sich einige Besucher auf dem Nachhauseweg selbst gefährdeten, indem sie zu Fuß und bei schlechten Sichtverhältnissen nicht auf dem Gehweg, sondern mitten auf der Straße unterwegs waren. Absperrungen, die zum Schutz der Veranstaltung aufgestellt worden waren, wurden von den betrunkenen Feiernden ignoriert, beiseitegeschoben oder sogar entfernt. Neu in diesem Jahr: Personal des Kreisjugendamtes unterstützt das VG-Ordnungsamt bei den Zügen.

Beim Rosenmontagszug in Baumholder greift dasselbe Sicherheitskonzept wie bereits im vergangenen Jahr, teilt Bernd Mai von der Baumholderer Karnevalsgesellschaft (BKG) mit. „Zwei, drei Zufahrtsstraßen werden für den Verkehr gesperrt“, erklärt er. Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen dürfen während des Umzugs überhaupt nicht in die Stadt einfahren. Die deutschen und amerikanischen Einsatzkräfte, sei es nun Polizei oder Feuerwehr, arbeiten an diesem Tag Hand in Hand. Sie werden vor allem an Brennpunkten präsent sein. Ein Alkoholverbot gibt es beim Baumholderer Umzug aber nicht. „Dafür gibt es bei uns keinen Bedarf“, sagt Mai.

Die Polizei Birkenfeld teilt derweil mit, dass sie im Rahmen des Jugendschutzgesetzes durch verstärkte Präsenz rund um die Veranstaltungen und Absperrungen im gesamten Landkreis präventiv einwirken wird. Hochprozentiges, also Branntwein und branntweinhaltige Getränke, dürfen nur an Personen abgegeben werden, die mindestens 18 Jahre alt sind. Für andere Alkoholika wie Bier gilt das Mindestalter von 16 Jahren. Diese Altersgrenzen gelten auch für den Konsum dieser Getränke. Im vergangenen Jahr gab es nicht nur in Buhlenberg betrunkene Minderjährige, auch bei den Faschingsumzügen in Idar-Oberstein und Fischbach wurden unterm Strich elf Flaschen Schnaps und 40 bis 50 kleine Schnapsfläschchen bei Jugendlichen sichergestellt.

Neben Jugendschutzkontrollen werden auch in diesem Jahr durch die Polizeiinspektionen im Kreis Birkenfeld verstärkt Verkehrskontrollen erfolgen. Die Polizei weist darauf hin, dass trotz des Anlasses keine Narrenfreiheit herrscht, insbesondere in Bezug auf Alkohol am Steuer. „Wer nach Alkoholgenuss die Finger vom Steuer lässt, auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt oder sich einem nüchternen Fahrer anvertraut, riskiert im schlimmsten Falle nur einen Kater, nicht aber den Führerschein“, heißt es in einer Presseerklärung. Das Polizeipräsidium Trier hat die Verkehrspräventionsaktion „BOB – nüchtern ist cool“, eine Aktionsidee zur Vermeidung von Fahrten unter Alkoholeinfluss, ins Leben gerufen. Während des Rosenmontagsumzugs in Baumholder ist die örtliche Polizeiinspektion mit den amerikanischen Sicherheitspartnern mit einem Präventionsstand am Marktplatz präsent, die beiden Karnevals- und Kulturgesellschaften BKG und HKG unterstützen die Aktion.

Idar-Oberstein Birkenfeld
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