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    Kreis Birkenfeld

    Junge Liberale im Kreis Birkenfeld fordern: JU-Chef Grüneberg soll zurücktreten

    Der Vorstand der Jungen Liberalen im Kreis Birkenfeld fordert den Rücktritt des Junge-Union-Kreisvorsitzenden Frederik Grüneberg. Die Jugendorganisation der FDP bezeichnet die Arbeit des Kreischefs der CDU-Nachwuchsorganisation als "der Christdemokratie unwürdig". Grüneberg falle in den sozialen Netzwerken "immer wieder durch Beiträge auf, die sich ausschließlich gegen ausländische Straftäter richten.

    Vor ziemlich genau einem Jahr übernahm Frederik Grüneberg (rechts) den Vorsitz des JU-Kreisverbands von André Bender.<br>
    Vor ziemlich genau einem Jahr übernahm Frederik Grüneberg (rechts) den Vorsitz des JU-Kreisverbands von André Bender.

    Von unserer Redakteurin Vera Müller

    "Auf Nachfrage gibt er an, er wolle lediglich aufzeigen, dass wir ,Probleme mit mangelnder Integration' hätten. Unserer Ansicht nach ist es die Aufgabe des Vorsitzenden einer demokratischen Jugendorganisation, dass er ein differenziertes und auf Fakten basierendes Bild zeichnet und nicht den Eindruck vermittelt, dass Migranten besonders kriminell sind."

    "Zieht man Kriminalstatistiken zurate, gibt es eben keinen erkennbaren Unterschied in der Kriminalitätsrate zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund", erklärt Matthias Keidel, stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen. Grüneberg hatte jüngst im sozialen Netzwerk Facebook mit der Aussage provoziert, dass die Anzahl der Straftaten von Asylbewerbern im ersten Halbjahr des Jahres 2016 um 40 Prozent angestiegen sei.

    Er bezog sich dabei auf die Aussage eines JU-Kollegen aus Mainz, der jedoch nur Vermutungen zugrunde lagen, berichtet Keidel. "Mit solchen Statements sorgt man vielleicht für Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken, wird aber einer Debatte über Migration und Integration nicht gerecht. Ich erwarte vom JU-Vorsitzenden, dass er nicht mal eben irgendwelche Thesen in den Raum stellt, sondern sich mit dem notwendigen Hintergrundwissen ausgestattet an einem Diskurs mit stichhaltigen Fakten beteiligt. Er hat auch schon behauptet, dass es noch nie so viele Vergewaltigungen nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben habe, wie es derzeit der Fall ist, ohne dafür Belege zu haben", betont der Kirschweilerer. Mit dem aktuellen Kurs erwecke Grüneberg einzig und allein den Eindruck, fremdenfeindlich zu sein. Er eifere damit der Gangart von neu-rechten Politkern nach. "Das wäre unter seinem Vorgänger André Bender nie passiert", sagt Keidel.

    Zudem wundern sich die Kreis-Julis, dass die Gangart von Grüneberg allem Anschein nach keinerlei Reaktion in der Kreis-CDU hervorruft. "Da müssen die Christdemokraten auch mal Farbe bekennen", fordert er. Für die Jungliberalen sei Grüneberg, der im Dezember 2015 zum JU-Vorsitzenden gewählt wurde, als Vorsitzender des Kreisverbands jedenfalls nicht mehr haltbar "Wir können nicht - wie im Herbst 2015 - in Idar bei der Mahnwache zusammenstehen und mahnen, wenn es darum geht, Flagge gegen solchen Mist zu zeigen, und dann schert da der Vorsitzende des größten Jugendverbandes so aus. Momentan ist es nicht einfach nur Sache der JU. Die Demokraten müssen eine Politik mit Fakten gestalten. Alles andere schadet und gibt den Populisten Zulauf", mahnt der 23-Jährige.

    Der Idar-Obersteiner Stadtverband der Jusos im Kreis Birkenfeld wie auch die Linksjugend im Kreis zeigen sich solidarisch mit den Julis und haben den entsprechenden Beitrag der Jungen Liberalen auf Facebook geteilt. Dirk Rohe, stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender, betont, er habe bereits im Oktober mit Grüneberg gesprochen und ihn darauf hingewiesen, dass seine Netzwerk-Aktivitäten fragwürdig seien. Auch der Idar-Obersteiner OB Frank Frühauf schüttelt angesichts der Facebook-Posts des jungen Mannes den Kopf. Weitere Gespräche, auch Landrat Matthias Schneider schaltet sich ein, sollen folgen.

    Grüneberg betont im Gespräch mit der NZ: "Es ist schon ein starkes Stück, dass aus Partei A ein Rücktritt aus einer Position in Partei B gefordert wird. Das hat es zwischen CDU und FDP noch nie gegeben." Er sei sich keiner Schuld bewusst, habe einen multikulturell aufgestellten Freundeskreis. Rücktritt sei für ihn kein Thema. "Matthias Keidel kann seine Meinung haben, keine Frage. Aber diese so über die Medien zu kommentieren, ist kein guter Stil. Vielleicht ist das seiner doch sehr emotionalen Art geschuldet."

    Grüneberg: Rücktritt kommt nicht in Frage
    Idar-Oberstein Birkenfeld
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